Vettel, Schumacher und Rosberg im Favoritenkreis

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Sebastian Vettel bei der Testfahrt am Freitag

Barcelona - Weltmeister Sebastian Vettel und das Silberpfeil-Duo Michael Schumacher/Nico Rosberg gehen nach dem Abschluss der Testfahrten in Barcelona zuversichtlich zum ersten Formel-1-Rennen nach Australien.

Weltmeister Sebastian Vettel fliegt mit einem „guten Bauchgefühl“ und vielleicht auch einem neuen Vertrag zum Formel-1-Auftakt nach Melbourne, Rekordweltmeister Michael Schumacher und Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg mit einem am Ende doch noch richtig schnellen Silberpfeil. Mit der Bestzeit zum Abschluss des Testmarathons in Barcelona fuhr sich Mercedes noch in den Favoritenkreis für den Großen Preis von Australien am 27. März (8.00 Uhr MESZ/RTL und Sky). „Der Winter war gut für uns, wir haben viele Kilometer gemacht. Ich glaube, wir sind gut vorbereitet“, sagte Vettel zwei Wochen vor seinem ersten Rennen mit der Startnummer 1.

Der 23 Jahre alte Red-Bull-Pilot, der nach Informationen der Sport Bild seinen derzeit bis 2012 laufenden Vertrag angeblich bis 2014 verlängert hat, nahm aber auch mit Interesse die Leistungsexplosion bei Mercedes zur Kenntnis, nachdem der Silberpfeil erst am Freitag erstmals mit allen geplanten Komponenten unterwegs war.

„Auch wenn die Zeit mit wenig Benzin gefahren wurde, hat sie uns doch überrascht, und ich glaube viele andere auch. So eine Zeit muss man erstmal fahren. Es scheint, sie haben kurz vor Ende noch einmal einen ordentlichen Zahn zugelegt“, meinte Vettel: „Ob sie das auch in Australien bestätigen können, bleibt abzuwarten. Aber sie sind auf jeden Fall auf der Liste nach oben gerutscht.“

Was Schumacher sehr freute. „Wir haben in dieser Woche täglich neue Teile integriert und dabei das Auto Schritt für Schritt weiterentwickelt. Heute wollten wir sehen, was wir in der finalen Konfiguration erreichen können. Das Auto hat sich wie erwartet verhalten, es war ein sehr produktiver Tag für uns“, kommentierte er am Freitag die beste Zeit aller Teams in Barcelona, das als eine Referenzstrecke der Formel 1 gilt. Heftiger Regen am Samstag verhinderte aber, dass Schumacher und Rosberg noch viel weitere Fahrpraxis im endgültigen Silberpfeil sammeln konnten. Rosbergs Bestzeit hatte auf nasser Strecke keine wirkliche Aussagekraft.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug sieht sein Team trotz der Bestzeit noch nicht als Favorit. „Ich sehe uns noch nicht als Siegesaspirant. Aber was nicht ist soll noch - und wird noch - werden. Das dauert wohl aber noch 'ne Weile“, sagte Haug dem SID. Teamchef und „Superhirn“ Ross Brawn hatte hatte sich ganz bewusst die meisten neuen Ideen bis zum Schluss aufgespart.

Wer und was ist Red Bull? Und ist wirklich Stierhoden-Extrakt drin?

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„Unsere internen Berechnung nach dem letzten Windkanaltest am Mittwoch mit unserem neuesten technischen Stand hatte für Barcelona eine solche Rundenzeit ergeben. Aber rechnen ist eines, fahren das andere“, meinte Haug: „Ein gutes Zeichen, dass die Kalkulation präzise war.“ Auch Rosberg, der angesichts des für Samstag angesagten Regens kurzfristig am Freitag noch ein paar Runden drehen durfte, war mit der endgültigen Version „sehr zufrieden. Das Handling war viel besser und ich hatte ein gutes Gefühl“.

In der Favoritenrolle sieht sich aber trotz vieler guter Testrunden auch Vettel nicht. „Das muss man nach dem ersten richtigen Qualifying sehen. Die Saison ist sehr lang, es kann viel passieren. Für uns wissen wir, was wir gemacht haben. Die Frage ist, wie stark die anderen im Verhältnis sind“, meinte der Weltmeister: „Daher muss man wirklich warten, wie sich das erste Qualifying gestaltet und sich das erste Rennen wirklich entfaltet.“ Durch die neuen Pirelli-Reifen, die sehr schnell abbauen, die Einführung eines verstellbaren Heckflügels und die Rückkehr des Energierückgewinnungssystems KERS gibt es in dieser Saison sehr viele Unbekannte.

Die Meldung seiner angebliche Vertragsverlängerung wollte Vettel nicht kommentieren. Aber es sei kein Geheimnis, dass er sich sehr, sehr wohl bei Red Bull fühle, sagte Vettel, dessen derzeitiges Jahresgehalt von geschätzten acht Millionen Euro um 25 Prozent auf dann zehn Millionen Euro angehoben werden soll.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hatte zuletzt in einem SID-Interview erklärt, dass eine Verlängerung von Vettels Vertrag durchaus Sinn ergeben könnte. „Aus dem Grund, den er mir vor zwei Jahren gesagt hat: 'Können wir bitte einen längerfristigen Vertrag machen, damit ich endlich meine Ruhe habe?' Das sind seine Worte“, sagte Mateschitz.

sid

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