Vorsicht Spritfresser: Nachtanken verboten

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Den Tankstutzen können sich die Teams während des Rennens sparen

Sachir - Wem der Sprit ausgeht, der steht auf'm Schlauch. Nachtanken ist 2010 in der Formel 1 verboten. Jedes Rennen wird zur Blitzdiät.

Am Ende sind die Rennwagen bis zu 160 Kilogramm leichter als am Anfang. “Es gibt teilweise einen Unterschied von vier bis sechs Sekunden pro Runde“, sagte Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel über die verschiedenen Leistungen mit viel und wenig Sprit. “Es ist mehr ein Ausdauerevent als ein Sprintevent wie in der Vergangenheit“, so der Vizeweltmeister aus Heppenheim vor dem Großen Preis von Bahrain.

“Es lässt mehr Spielraum für die Strategie“, befand Rückkehrer und Rekordchampion Michael Schumacher, der es neben Rubens Barrichello als einziger kennt, ein Rennen ohne nachtanken zu bestreiten. Natürlich mache es einen großen Unterschied, mit einem vollen oder halbvollen Tank zu fahren, meinte der 41 Jahre alte Mercedes- Neuzugang aus Kerpen.

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Von 1994 an durften die Piloten einen Stopp einlegen und tanken. Nicht selten kam es dabei zu spektakulären Szenen, etwa wenn der Tankrüssel stecken blieb, aber der Fahrer schon wieder aus der Box raste. Damit ist Schluss, von dieser Saison an dürfen beim Halt nur noch Reifen gewechselt werden. “Das hat signifikante Auswirkungen auf die Rennen“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, sprich: Die Abnutzung der Reifen bei hohem Gewicht zu Beginn werde ein Schlüsselfaktor sein, mit dem die Fahrer und Teams klarkommen müssten. “Und die Pitstops mit bis zu unter drei Sekunden werden beeindruckend anzuschauen sein“, meinte Horner in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Teamchefs.

“Das Rennen zwischen den Pit-Crews wird auch ausschlaggebend sein, denn die Dauer hängt nun nicht mehr davon ab, wie lange man zum Nachtanken braucht“, sagte Eric Boullier von Renault. Die Autos müssen mit viel Treibstoff ebenso wie mit wenig gut ausbalanciert sein. In der ersten Rennhälfte kommt die extreme Beanspruchung der Reifen hinzu. “Wir werden sehen, welche Art von Einfluss es auf die Rennen haben wird“, meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh zum Tankverbot. “Sehen wir nun mehr Überholmanöver oder nicht? Vielleicht werden die Rennen spektakulärer, vielleicht werden sie langweiliger“, sagte der zweimalige Champion und Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso.

Vor dem Rennen kommt aber erst noch die Qualifikation. Und auch hier haben sich die Spritregeln geändert. Es muss nicht mehr wie bislang mit der Menge wie beim Rennstart gefahren werden, die Teams können frei entscheiden. “Wir werden die ganze Zeit mit fast leeren Tanks fahren. Das ist großartig“, befand Weltmeister Jenson Button. Der Unterschied vom Qualifying zum Rennen werde größer als man es bisher erlebt habe, urteilte der McLaren-Pilot. “Es ist eine Herausforderung für alle in diesem Sport“, meinte sein Teamkollege und Ex-Champion Lewis Hamilton. Denn für keinen soll der sonntägliche Rennausflug mit leerem Tank auf der Strecke enden.

dpa

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