"Tatort"-Staatsanwältin über ihre Rolle

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Schauspielerin Mechthild Großmann spielt im Tatort Münster die Staatsanwältin Wilhelmine Klemm.

Osnabrück - Es ist nur eine kleine Rolle - dennoch hat die Verkörperung der Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im „Tatort“ aus Münster das Leben der Schauspielerin Mechthild Großmann total verändert.

„Kein einziger Nachbar wusste früher, welchen Beruf ich habe - aber nach dem ersten "Tatort" wusste es jeder“, sagte Großmann der Neuen Osnabrücker Zeitung. Nach 44 Jahren Theaterkarriere auf der ganzen Welt empfinde sie die Popularität wegen dieser Nebenrolle als sonderbar. „Das ist schon absurd, das lässt sich ja nicht mit irgendeiner Leistung in Zusammenhang bringen.“

Ihre Rolle sei „halb dimensional“, sagte die Schauspielerin. „Das ist keine Rolle im eigentlichen Sinne, sondern eine kleine Zubringerrolle. Sie muss stören und dem Kommissar, der einen Durchsuchungsbefehl haben möchte, ein klares Nein entgegensetzen.“

Die Schauspielerin, kritisiert, dass sie immer in Kostüm und Pumps als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm auftreten muss. „Zeigen Sie mir mal eine Staatsanwältin von heute, die so etwas trägt. Und wenn ich laut Drehbuch nachts um vier auf den Acker muss, weil man da eine Leiche gefunden hat, finde ich persönlich es ziemlich verrückt, mit Kostüm und Pumps aufzukreuzen“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). „Ich habe mehrfach gefragt: Kann die nicht mal in Jeans, Pulli und Turnschuhen kommen? Empörung brach aus.“

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Ihre sehr dunkle Stimme erklärte Großmann nicht mit dem Rauchen: „Die Stimme war schon tief, als ich noch ein Kind war“, sagte sie. „Das liegt daran, dass ich fast keine Stirn- und Kiefernhöhlen habe. Das ist ein Fehler der Natur und kein Verdienst.“

dpa/dapd

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