Verdachtsfall beim Verfassungsschutz

Michael Wendler: Sänger ist sauer wegen „Nazikeule“ – doch gibt fragwürdigem Magazin Interview

Michael Wendler bei der Aufzeichnung von „Let‘s Dance“
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Michael Wendler warnt in einem Interview vor einer neuen Weltordnung.

Der Schlagersänger Michael Wendler wurde nach seinem KZ-Vergleich häufiger „Nazi“ genannt. In einem Interview wehrt sich dieser gegen die Behauptung – doch das geht nach hinten los.

NRW – Michael Wendler (48) hat in den letzten sechs Monaten eher mit negativen Vorkommnissen Schlagzeilen gemacht. Trauriger Höhepunkt: Der Vergleich mit den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung mit einem Konzentrationslager*. In einem Interview hat sich der Schlagersänger zu den Vorwürfen geäußert, berichtet RUHR24*.

SchlagersängerMichael Wendler
Geboren22. Juni 1972 (Alter 48 Jahre) in Dinslaken
Aktuelle EhepartnerinLaura Müller (verh. 2020)
KinderAdeline Norberg

Michael Wendler: Erstes Interview nach seinem KZ-Skandal

In einem Interview hat sich der Schlagersänger persönlich zu seinem Skandal geäußert. Es ist das erste Interview von Michael Wendler seit seinem RTL-Ausstieg vor sechs Monaten. Vor allem ein Vorwurf möchte sich der 48-Jährige nicht gefallen lassen: Er sei ein Nazi (alle News zu Promis aus NRW* bei RUHR24).

„Gekrönt wurde das ganze noch, und das muss man sich mal vorstellen, über die Nazi-Keule. Also man hat mir dann tatsächlich vorgeworfen, ich sei rechtsradikal, Antisemit und ein Nazi. Und das war noch nicht mal die Krönung. Wenn nichts mehr geht, dann geht eben noch das“, so der Schlagersänger in dem Interview.

Michael Wendler mit fragwürdiger Theorie: Wurden Politiker ermordet?

Doch Michael Wendler geht noch einen Schritt weiter: „Wenn das nicht hilft, dann immerhin noch ein schöner Mord. Den soll es ja in letzter Zeit auch schon gegeben haben bei dem ein oder anderen Politiker, der nicht so ganz mitspielt und die Agenda zum Wanken bringt. Aber das haben sie sich bei mir noch nicht getraut und das ist auch gut so. Das würde aber auch zu nichts führen. Mittlerweile gibt es viel zu viele, die erwacht sind.“

Video: Michael Wendler: Neue Corona-Aussagen sorgen für Unmut

Einen Beweis, welche Politiker wegen Maßnahmen-kritischem Denken umgebracht worden sein sollen, lieferte Michael Wendler jedoch nicht.

Schon vor einigen Monaten, als Michael Wendler die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung mit einem Konzentrationslager verglich, versuchte dieser sich mit einer „Verwechslung“ aus dem Skandal zu ziehen – und scheint es mit seinen neuesten Aussagen jedoch nur noch schlimmer gemacht zu haben.

Michael Wendler rechtfertigt seinen fragwürdigen KZ-Vergleich

So heißt es: „Da mit KZ, das sind nur zwei Buchstaben, meinte ich nicht Konzentrationslager, sondern Krisenzentrum. Das habe ich sofort erklärt und das war auch allen klar. Für die Bild-Zeitung war das aber gefundenes Fressen. Ich hab ja gesagt: Wenn nichts mehr geht, dann geht die Nazikeule. Das war im Nachhinein vielleicht unklug diese zwei Buchstaben zu verwenden aber an dieser Stelle muss ich mal ganz ehrlich sagen: Selbst wenn ich KZ gemeint hätte, was ich nicht habe, dann hat sich das ja trotzdem bewahrheitet.“

Dass die Machenschaften der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs in Konzentrationslagern, bei denen sechs Millionen Menschen systematisch umgebracht wurden, jedoch rein gar nichts mit den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung gemein haben, sollte jedem klar sein.

Michael Wendler möchte also nicht Nazi genannt werden. Das Interview* fand jedoch mit dem Magazin Compact statt. Dieses Magazin sieht sich als Sprachrohr für die Partei AfD und der Pegida-Bewegung. Seit März 2020 gilt das Magazin mit rund 40.000 Auflagen als „Verdachtsfall“.

Michael Wendler will nicht „Nazi“ genannt werden – und nutzt ein rechtes Magazin

Dazu schreibt die Bundesregierung: „Die Einstufung der ‚Compact-Magazin GmbH‘ zum Beobachtungsobjekt (Verdachtsfall) erfolgte aufgrund verdichteter Anhaltspunkte für eine Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, im Besonderen gegen die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde und gegen das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip.“

Anhänger der „Identitären Bewegung“ bei einer Demonstration.

Und auch der Interviewer steht in Verruf. Paul Klemm aus Halle ist in der Szene schon längst kein Unbekannter mehr. Er ist Anhänger der „Identitären Bewegung“.

Die Bewegung steht in der Mitte zwischen AfD-Wählern und Neonazis, wie die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung erklärt. Ob sich Michael Wendler mit diesem Interview einen Gefallen getan hat, ist fraglich. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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