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Christian Neureuther: So schütze ich meine Enkel vor Skiunfällen – „Notfalls bin ich der Prellbock“

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Von: Andreas Beez

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Rosi Mittermaier tot Ski Ikone Tochter Ameli Familie Felix Christian
Familie Neureuther/Mittermaier bei der Ski-Weltmeisterschaft 2017: Christian, Felix, Rosi und Ameli nach dem Bronze-Erfolg von Felix. © imago sportfoto

Christian Neureuther ist stolzer vierfacher Opa. Hier erklärt der frühere Weltklasse-Skifahrer, wie er seine Enkelkinder vor Skiunfällen schützt.

Die Berge, der Schnee - wenn Christian Neureuther die Ski anschnallt, dann ist er ganz in seinem Element. Für den Spaß im Schnee brennt er heute noch genausosehr wie in seiner Zeit als Ski-Profi und Weltklasse-Athlet. Besonders gerne kurvt der Garmisch-Partenkirchener mit seinen Enkeln die Pisten hinunter, zum Beispiel im Garmischer Classic-Skigebiet zwischen Hausberg, Kreuzeck und Osterfelder Kopf unter der Alpspitze.

„Es ist etwas Herrliches, mit der Familie auf die Piste zu gehen, auch ich genieße das mit meinen Enkeln sehr“, sagt der frühere Weltklasse-Skifahrer gegenüber Münchner Merkur und tz. „Aber die Sicherheit muss immer an oberster Stelle stehen. Eltern und Großeltern sollten auf den Skipisten bitte besonders umsichtig fahren, wenn sie mit Zwergerln unterwegs sind.“

Ski-Arzt Dr. Manuel Köhne: Heuer besonders viele Ski-Unfälle

Neureuthers Mahnung hat einen ernsten Hintergrund: In diesem Winter passieren gerade in den Münchner Hausbergen besonders viele Skiunfälle. Das berichteten zahlreiche oberbayerische Orthopäden und Unfallchirurgen, darunter der Mannschaftsarzt der deutschen alpinen Ski-Nationalmannschaft, Dr. Manuel Köhne, aus München: „Ich sehe momentan jeden Tag rund 20 Patienten, die sich beim Skifahren am Knie verletzt haben, Kollegen berichten mir von einer ähnlichen Häufung. Das ist wirklich ungewöhnlich und war in den vergangenen zehn Jahren in diesem Ausmaß noch nie der Fall.“ Auch Felix Neureuther bestätigt gegenüber Münchner Merkur und tz den Riesen-Ansturm auf den Pisten. Was Felix dort beim Skifahren erlebt, lesen Sie hier.

Christian Neureuther fährt aus Sicherheitsgründen hinter den Kindern

Besonders schlimm können Skiunfälle ausgehen, wenn zwei Skifahrer zusammenstoßen - insbesondere dann, wenn ein Skifahrer mit großem Tempo von oben angeschossen kommt und nicht mehr ausweichen kann. „Gerade Kinder können mit den modernen Skiern heute sehr enge Radien und damit auch unberechenbare Linien fahren. Wenn Skifahrer zu schnell heranrauschen, die ihre Bretter noch dazu nicht unter Kontrolle haben, kann das ein Riesenproblem werden“, weiß Neureuther.

Schlimmstenfalls werden die Zwergel dann über den Haufen gefahren - der blanke Horror für alle Eltern und Großeltern. Um seine Enkel davor zu schützen, fährt der Opa auf der Piste fast immer hinter ihnen. „Ich fahre ihnen keine Schwünge vor, sondern gebe ihnen meine Tipps praktisch von hinten. Dadurch stehe ich notfalls als Prellbock dazwischen, wenn ein Harakiri-Fahrer von oben kommt und nicht mehr rechtzeitig bremsen kann.“

Früher Weltklasse als Skifahrer und heute begeisterter Skilehrer für seine eigenen Enkel: Christian Neureuther.
Früher Weltklasse als Skifahrer und heute begeisterter Skilehrer für seine eigenen Enkel: Christian Neureuther. © privat

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„Nie mitten auf der Piste stehen bleiben und vorm Losfahren nach oben schauen“

Entscheidend beim Skifahren: „Immer vorausschauend fahren und nie den Überblick verlieren“, sagt Neureuther. So schärft der Opa seinen Enkeln beispielsweise ein, möglichst nie mitten auf der Piste stehen zu bleiben, sondern am Pistenrand. In diesem Zusammenhang sei es sehr wichtig, dass auch die Eltern und Großeltern mit gutem Beispiel vorangehen. „Wenn man nach der Pause wieder losfährt, dann muss der erste Blick immer nach oben gehen, um sicherzustellen, dass man niemandem vor die Skier fährt“, rät Neureuther.

Eine Sicherheitsausrüstung sollte Standard sein. Dazu gehören ein Helm und möglichst auch ein Rückenprotektor. Dieser Panzer aus Kunststoff, der unter der Skijacke getragen wird, setzt sich in den letzten Jahren immer mehr durch. Aus gutem Grund, denn er soll die Wirbelsäule bei Unfällen und gerade bei Zusammenstößen schützen. „Leider erleben wir auch immer wieder schwere Rückenverletzung. Deshalb ist ein Protektor sehr sinnvoll“, bestätigt DSV-Mannschaftsarzt Köhne.

Es ist wahnsinnig schön mitanzusehen, wie der Papa die Kids mit seiner Begeisterung ansteckt. Das ist ein Highlight auch für Miri und mich.

Felix Neureuther über seinen Vater Christian

Felix Neureuther macht seinem Vater ein großes Kompliment

Felix Neureuther mit Kindern am Garmischer Hausberg
Der Familie Neureuther ist es eine Herzensangelegenheit, Zwergerl fürs Skifahren zu begeistern. Hier ist Felix mit Kindern am Hausberg bei Garmisch-Partenkirchen unterwegs. © Peter Kornatz/Mitarbeit: Jutta Kornatz

Wenn man die wichtigsten Sicherheitsregeln beachtet, lassen sich viele Ski-Unfälle vermeiden. Und mit einem Höchstmaß an Sicherheit kann man einen Skitag gleich doppelt genießen. „Es ist einfach toll, mit meinen Enkeln auf die Piste zu gehen. Das gibt mir unheimlich viel“, sagt der frühere Weltklasse-Skifahrer. Klar, dass der Opa als Skitrainer viele Tipps für den Family-Skinachwuchs im Hause Neureuther auf Lager hat.

Wie gut der Christian sich als Skilehrer macht, weiß sein Sohn Felix Neureuther schon aus eigener Erfahrung. Jetzt ist Felix ja selbst dreifacher Papa und freut sich darüber, wieviel Spaß die ganze Familie beim Skifahren hat. Er macht seinem Vater ein großes Kompliment: „Es ist wahnsinning schön mitanzusehen, wie der Papa die Kids mit seiner Begeisterung ansteckt. Er hat es einfach perfekt drauf, ihnen mit einer spielerischen Leichtigkeit die Freude am Skifahren zu vermitteln. Das ist auch für Miri und mich ein Highlight“, sagt Felix gegenüber Münchner Merkur und tz.

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