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Rente, Mindestlohn, Corona-Tests: Was sich im Juli 2022 ändert

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Von: Katharina Bellgardt

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Im Juli 2022 können sich viele Bürger über mehr Geld freuen. Es gibt aber noch weitere Änderungen, etwa bei Rente, Mindestlohn, Corona-Tests und Pfand. 

Hamm - Die Renten sollen erhöht werden, zudem gibt es weitere finanzielle Erleichterungen, etwa für Hartz-IV-Empfänger ab Juli. Doch Verbraucher müssen sich auch auf Mehrkosten einstellen. So ändern sich die Pfand-Regeln, die Grundsteuer und es gibt neue Vorgaben für Corona-Schnelltests.

Änderungen im Juli 2022: Pfand, Rente, Hartz IV und Corona-Regeln

Ab dem 1. Juli steigen die Renten in Deutschland. Das Rentenplus wird jedoch nicht zeitgleich an alle Rentner überwiesen. Betroffen sind 21 Millionen Menschen, die im Westen eine Erhöhung von 5,35 Prozent, im Osten von 6,12 Prozent erhalten werden. Zudem gibt es Zuschläge für Rentner, die zwischen 2001 bis 2018 in Erwerbsminderungsrente gegangen sind.

Was ändert sich im Juli? Erhöhung des Mindestlohns tritt in Kraft

Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich jetzt. Er steigt zum 1. Juli auf 10,45 Euro je Stunde. Zuvor erhielten Empfänger des Mindestlohns 9,82 Euro in der Stunde.

Neue Pfand-Regeln ab Juli: Einweg-Plastikflaschen und Dosen betroffen

Ab Juli gibt es keine Sonderregeln mehr für bestimmte Flaschen- und Dosen-Typen. Während zuvor bei bestimmten Einweg-Plastikflaschen und Dosen kein Pfand gezahlt werden musste, sind jetzt auch bei Flaschen mit Fruchtsäften oder Dosen mit Alkohol-Mix-Getränken 25 Cent zu erheben. Supermärkte und Discounter stellen das Pfandsystem bereits

Das Pfandsystem wird ausgeweitet. In Supermärkten und Discountern wird spätestens ab 1. Juli auch auf Einwegplastikflaschen oder Einwegdosen Pfand erhoben. Damit werden für PET-Flaschen mit beispielsweise Fruchtsäften oder Dosen mit alkoholischen Mischgetränken ebenfalls 25 Cent fällig. Die Regelung gilt eigentlich schon seit Januar 2022, doch die Händler hatten in einer Übergangsfrist bis Juli 2022 Zeit, die Änderung umzusetzen.

Viele Hartz-IV-Sanktionen setzen ab Juli 2022 aus

Hartz-IV-Empfänger erfahren ab Juli eine gewisse Erleichterung: Einige Sanktionen werden für ein Jahr ausgesetzt. Vor allem soll das Arbeitslosengeld II nicht mehr um 30 Prozent reduziert werden, wenn es zur Pflichtverletzung kommt. Diese Sanktion griff vor allem, wenn eine angebotene Arbeit nicht angenommen wurde.

Trotzdem gibt es noch immer Kürzungen, die Hartz-IV-Empfänger drohen, etwa bei wiederholten Terminverletzungen oder Meldeversäumnisse. Der Satz kann um bis zu 10 Prozent gekürzt werden.

Brief im Postkasten? Erklärung zur Grundsteuer wird ab Juli fällig

Die Grundsteuer muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu berechnet werden. Deswegen kommt auf die Grundstückseigentümer in Nordrhein-Westfalen Arbeit zu. Zwischen dem 1. Juli und 31. Oktober 2022 müssten sie elektronisch eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts beim Finanzamt einreichen. Hilfe zu der Grundsteuer-Erklärung finden Sie hier, sie muss elektronisch über das Elster-Formular eingereicht werden.

Wer ein Haus, Grundstück oder eine Wohnung besitzt muss darin viele Daten angeben, etwa zu Baujahr, Wohnfläche und Bodenrichtwert. Auf der Grundlage setzen Städte und Gemeinden die neu berechnete Grundsteuer fest, die dann ab dem Jahr 2025 zu zahlen ist. 

Hohe Stromkosten: EEG-Umlage fällt weg

Leichte Entlastung für die gestiegenen Energiekosten: Ab Juli 2022 fällt die EEG-Umlage weg. Der Kostenbeitrag auf der Stromrechnung liegt bei 3,72 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Damit sollen zwar die Strompreise nicht sinken, jedoch der starke Anstieg etwas gedämpft werden.

Drei Euro Kosten statt kostenloser Corona-Schnelltests

Der kostenlose Bürgertest fällt ab Juli weg - zumindest in den meisten Fällen. Risikogruppen können sich weiterhin ohne Zahlung testen lassen, etwa kleine Kinder (bis fünf Jahre), Schwangere in der Frühschwangerschaft, Haushaltsangehörige von Corona-Erkrankten und Besucher in Krankenhäusern oder Pflegeheime. Alle anderen müssen drei Euro pro Test zahlen.

Verträge im Internet sollen leichter gekündigt werden - Paket-Preise steigen

Wer einen Vertrag im Internet kündigen will, wird es ab Juli 2022 leichter haben. Verbraucher dürfen ihre Verträge ab diesem Zeitpunkt über einen Kündigungsbutton auflösen, sodass man nicht mehr lange suchen muss oder den Postweg wählen.

Bei der Post steigen zudem die Preise. Wer Pakete mit DHL versenden möchte, muss bald mehr zahlen. Vor allem im Inland - Paketsendungen ins Ausland sind nur teilweise betroffen. Dpa berichtet, die Gebühren bleiben teilweise konstant, teilweise verdoppeln sie sich fast.

Keine Roaming-Falle mehr für Mobilfunk-Kunden

Wer das Handy im europäischen Ausland nutzt, profitiert von einer neuen EU-Verordnung. Mobilfunk-Kunden können im EU-Ausland dieselben Dienstleistungen nutzen wie daheim - etwa 5G. Das gilt auch für Island, Liechtenstein und Norwegen.

Zudem wird ein Roaming-Stopp für die EU und auch außerhalb der Europäischen Union eingerichtet. Die Dienste sollen dann automatisch unterbrochen werden, wenn eine Gebühren-Obergrenze erreicht wird.

Elektrogeräte im Supermarkt abgeben - Tabaksteuer auf E-Zigaretten

Alte Elektrogeräte können ab Juli in Supermärkten und Discounter abgegeben werden - vorausgesetzt die betroffenen Läden bieten diese mehrmals im Jahr an.

Zudem steigen die Preise für E-Zigaretten-Raucher. Die Liquids werden in die Tabaksteuer einbezogen. Ein Rauchverbot im Auto haben mehrere Länder im Bundesrat zum zweiten Mal angeregt. Die Bundesregierung begrüßt das Verbot, hat allerdings auch Bedenken. - mit dpa-Materialien

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