Kniffe für mehr Umsatz

Von Aldi bis Rewe: Wie Supermärkte uns mit Psycho-Tricks das Geld aus der Tasche ziehen

Er ist mehr als ein Korb auf Rädern. Der Einkaufswagen bei Aldi, Lidl, Edeka oder Rewe hält einige Finessen bereit. Ein Trick bringt uns sogar dazu, mehr Geld auszugeben.

Dortmund – Wir haben ihn schon so oft vor uns hergeschoben, doch gefühlt sind noch längst nicht alle Mythen rund um den Einkaufswagen geklärt. Discounter wie Aldi und Lidl und Supermärkte wie Rewe und Lidl setzen nämlich auf einen ganz besonderen Trick, der Kunden dazu bringt, mehr Geld auszugeben, wie RUHR24* berichtet.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946, Essen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht

Aldi und Edeka: Einkaufswagen haben geheime Technik verbaut – in Zukunft weitere Funktionen

Es scheint, als wären die Einkaufswagen lediglich dazu da, uns den Einkauf bei Aldi oder Edeka zu erleichtern. Immerhin wäre der Gang durch den Supermarkt wesentlich unentspannter, wenn wir alle Waren des Wocheneinkaufs tragen müssten. Doch immer wieder werden Geheimnisse rund um die Drahtkörbe auf Rädern enthüllt.

So haben Einkaufswagen von Aldi eine geheime Wegfahrsperre* verbaut, die durch die Teppiche im Eingang entsperrt wird. Verrückt, oder? Fast genauso unglaublich sind die Pläne von Edeka, ihre Einkaufswagen in fahrende Kassen* zu verwandeln. Einkäufe in den Wagen, mit der App bezahlen und fertig ist der Einkauf.

Einkaufswagen-Trick bei Aldi, Lidl, Edeka oder Rewe: Das kann Kunden bares Geld kosten

Weniger futuristisch, dafür aber psychologisch gewitzt, ist die Form des klassischen Einkaufswagens bei Aldi, Lidl, Edeka und wie sie alle heißen. Die ist nämlich immer ähnlich: Nach vorne hin leicht erhöht und spitz zulaufend. Das kommt nicht von ungefähr. Zum einen lassen sich die Wagen so zwar besser ineinander schieben, doch der eigentliche Grund kann Kunden bares Geld kosten.

Roger Rankel ist Experte für Marketing und weiß, wie sich Umsätze steigern lassen. Im Interview mit Focus verrät der Experte, was es mit der Form der Einkaufswagen auf sich hat: Einkaufswagen seien immer schräg, „weil dann nach und nach das, was wir schon reingelegt haben, zu uns hin und aus unserem Sichtfeld rutscht. Dadurch nehmen wir nicht mehr so bewusst wahr, was wir schon alles eingepackt haben – und legen noch mehr rein“.

Märkte wie Aldi, Lidl oder Edeka tricksen Kunden mit Einkaufswagen aus

Das ist natürlich das Ziel eines jeden Supermarktes und Discounters, sei es Aldi, Lidl, Edeka oder Rewe. Kunden sollen möglichst viel kaufen. Ein weiterer Einkaufswagen-Trick hilft ebenfalls dabei: „Wenn der Einkaufswagen größer ist, kaufen wir auch wirklich etwas mehr ein“, erklärt Rankel (mehr News zu Supermärkten und Discountern* bei RUHR24).

Dabei können Märkte allerdings nicht unbeschränkt übertreiben, denn laut Rankel gibt es in unserem Gehirn ab einer gewissen Größe einen Stopp. Ist der Wagen zu groß, haben Kunden keinen Referenzwert mehr und der Trick funktioniert schlicht nicht mehr. „Aber wenn er nur ein bisschen größer ist als der, den wir kennen, dann kaufen wir mehr.  Das ist erwiesen.“

Psycho-Tricks der Supermärkte: Kunden sollen möglichst lange in den Märkten bleiben

Diese simplen Einkaufswagen-Tricks bringen Kunden dazu, mehr einzukaufen, als sie eigentlich benötigen. Doch auch andere psychologische Finessen beeinflussen den Einkauf. So setzen Supermärkte wie Rewe oder Edeka auf seichte Hintergrundmusik*, sie soll Kunden in eine Flanier-Stimmung versetzen und dazu animieren, mehr Zeit im Supermarkt zu verbringen.

Gänge sind laut t-online weder zu breit noch zu schmal – zum einen natürlich, damit Kunden sich beim Einkaufen nicht über den Haufen fahren. Zum anderen bestimmt die Breite der Gänge aber auch die Laufgeschwindigkeit. Ist er zu breit, laufen Kunden mit einer höheren Geschwindigkeit durch den Markt – somit verbringen sie weniger Zeit dort und geben tendenziell weniger Geld aus.

Kunden sollen möglichst gemächlich durch den Supermarkt wandern, so bleibt mehr Zeit, um mehr Geld auszugeben.

Einkaufen bei Aldi, Lidl oder Edeka: Einige Tipps können Kunden Geld sparen

Ein weitaus bekannterer Trick, den wahrscheinlich schon viele Kunden durchschaut haben: Teurere Produkte sind meistens in Augenhöhe zu finden, wohingegen günstigere Waren weiter unten einsortiert sind. Es soll möglichst unbequem sein, Geld zu sparen.

Viele dieser Marketing-Tricks geschehen unbewusst, wir bekommen gar nicht mit, was da eigentlich mit uns geschieht. Doch völlig hilflos sind Kunden nicht. Wer nicht in die Supermarkt-Falle tappen und seine Ausgaben im Rahmen halten will, kann folgende Tipps befolgen:

  • Vor dem Einkaufen immer einen Einkaufszettel schreiben. Wer sich entlang einer Liste durch den Supermarkt hangelt, wird weniger von Angeboten, Aufstellern oder einem „zu leeren“ Einkaufswagen abgelenkt.
  • Ein Foto vom Kühlschrankinhalt kann helfen, um sich bewusst zu machen, wie voll dieser bereits ist.
  • Um dem Einkaufswagen-Trick zu entgehen, können Kunden sich einfach einen Einkaufskorb schnappen – sofern nicht der große Wocheneinkauf ansteht. Dann merkt man schnell, wie viel man bereits mit sich herumschleppt.
  • Wer wirklich auf seine Ausgaben achten muss und wirklich nicht zu viel ausgeben will, sollte den entsprechenden Betrag, der zur Verfügung steht, vorher abheben und vor dem Einkauf die EC- und Kreditkarten zu Hause lassen. So muss man auf seine Ausgaben achten.

Darüber hinaus kann es helfen, in kleinen Geschäften einzukaufen. Gibt es wenig Auswahl, ist die Gefahr gering, sein Geld für Spontan-Einkäufe aus dem Fenster zu werfen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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