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Kosten-Explosion bei Aldi: Preis für Milch steigt über historische Marke

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Von: Hannah Decke

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Die Preise für Milch sind drastisch gestiegen. Discounter Aldi hat jetzt neue Preismarken gesetzt: Die Kosten für einen Liter Vollmilch übersteigen eine historische Marke. 

Hamm - Alles wird teurer - und das schon seit Monaten. Auch im Supermarkt und Discounter schlägt die Inflation immer weiter auf den Geldbeutel. Jetzt kommt der nächste Preis-Schock für Verbraucher: Der Milchpreis steigt im Juli 2022 noch weiter an. Beim Discounter Aldi kostet der Liter Vollmilch jetzt erstmals über 1 Euro.

Wie der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. mitteilt, gibt es neue Preisabschlüsse zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel. Aldi hat am Donnerstag, 30. Juni, die neuen Preismarken gesetzt: Der Liter Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett der Eigenmarke „Milsani“ kostet jetzt 17 Cent mehr. Der Preis liegt jetzt bei 1,09 Euro.

Preis-Explosion: Ein Liter Milch kostet bei Aldi erstmals über 1 Euro

Der Preis für die fettarme Variante der Discounter-Milch steigt von 84 auf 99 Cent. Ebenso steigen die vielen anderen Milchsorten bei Aldi:

Milchsorteneuer Preis pro Liter in Euro (alter Preis)
Vollmilch Milsani1,09 (0,92)
Vollmilch Milsani fettarm0,99 (0,84)
Weidemilch1,45 (1,15)
Weidemilch fettarm1,35 (1,09)
Landmilch Fair & Gut1,39 (ca. 1,09)
Landmilch Fair & Gut fettarm1,29 (ca. 0,9)
Bio-Vollmilch1,69 (1,15)
Bio-Milch fettarm1,59 (1,09)

Der Preis für Biomilch bei Aldi steigt am stärksten an: Verbraucher müssen jetzt 50 Cent pro Liter mehr zahlen. Damit wird die Preisspanne zwischen Bio- und Nicht-Bio-Produkten wieder deutlich größer.

Preis für Milch bei Aldi stark gestiegen: Haferdrink jetzt günstiger als Vollmilch

Die Gründe für neuen Preisabschlüsse liegen auf der Hand: Inflation, steigende Energiekosten, Lieferkettenprobleme, knappe Rohmilch. Laut dem Verband der Milcherzeuger Bayern mussten die Preisdämme zwangsläufig nach oben gebrochen werden. „Es ist so gekommen, wie es durch die Marktentwicklung vorherzusehen war“, heißt es in einer Mitteilung.

Interessant ist jetzt beim Blick ins Kühlregal bei Aldi: Der Preis für den Haferdrink der Eigenmarke „Gut Bio“ ist nicht angestiegen. Damit kostet das Milch-Ersatzprodukt jetzt also mit 99 Cent weniger als der Liter Vollmilch. Erst im März gab es eine große Preiserhöhung bei Aldi, etwa 400 Produkte wurden teurer.

Bei dem Preisanstieg im Supermarkt scheint so bald kein Ende in Sicht - und „das Schlimmste kommt noch“, sagte jüngst ein Handelsexperte. Nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts plant fast jeder Händler im Einzelhandel höhere Preise. Bauernpräsident Joachim Rukwied sorgt sich vor allem um die Folgen bei einem Gasmangel und warnte für diesen Fall vor einer Lebensmittelknappheit: „Ohne Gas keine Milch, keine Butter, kein Joghurt.“

Er fordert eine Priorisierung beim Gas für den gesamten Landwirtschafts- und Ernährungssektor, sagte Rukwied der Rheinischen Post.  Für stabile Ernten sei die Verfügbarkeit von Düngemitteln essenziell und für Stickstoffdünger werde Gas benötigt. Sollte Dünger nur noch eingeschränkt verfügbar sein oder wegfallen, „würden die Erträge sofort um 30 bis 40 Prozent einbrechen“. (mit afp-Material)

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