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Rote Meldung in der Corona-Warn-App: Was muss ich wegen Test und Quarantäne?

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Von: Erik Hlacer

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In der Corona-Warn-App leuchtet die rote Meldung auf: Was ist jetzt zu tun? Habe ich Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test? Sollte ich in Quarantäne? Alle Infos.

Hamm - Sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte sind von dem Phänomen betroffen, dass plötzlich die Corona-Warn-App eine rote Warnung anzeigt. Viele wissen jedoch nicht genau, wie sie sich nun richtig zu verhalten haben. Doch tatsächlich gibt es klare Angaben dazu, ob Personen - die qua App ein erhöhtes Risiko aufweisen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren - in Quarantäne müssen, noch zur Arbeit dürfen oder gar einen kostenlosen PCR-Test erhalten. Ein Überblick.

Rote Meldung in Corona-Warn-App: Recht auf kostenlosen PCR-Test und Schnelltest für alle

Wenn die Corona-Warn-App rot leuchtet, haben die betroffenen Personen ein Recht auf einen kostenlosen PCR-Test. Das gilt sowohl für Geimpfte als auch für Ungeimpfte. Zumal die App bei ihrer Risikoermittlung auch nicht zwischen solchen Gruppen unterscheiden kann. Um ein Recht auf einen kostenlosen PCR-Test zu haben, müssen Betroffene nicht zwingend Symptome aufweisen.

Im Einzelfall kann der Arzt darüber entscheiden, ob ein PCR-Test kostenlos durchgeführt werden kann. Mit einer roten Anzeige in der Corona-Warn-App haben Betroffene aber in jedem Fall ein Anrecht darauf und können darauf auch verweisen. In der App selbst formuliert es der Bund so: „Bei einer Warnung über ein erhöhtes Risiko haben Sie Anspruch auf einen kostenlosen Test. Das muss nicht notwendigerweise ein PCR-Test sein.“ Es kann jedoch ein PCR-Test sein. Oder aber ein kostenloser Antigen-Test, was auch nicht selbstverständlich ist, seit im Oktober vergangenen Jahres die Corona-Schnelltests kurzzeitig wieder kostenpflichtig waren.

Corona-Warn-App rot: Keine Quarantäne-Regel, sondern nur eine Empfehlung

Bei einer roten Meldung in der Corona-Warn-App müssen sich weder Geimpfte noch Ungeimpfte verbindlich in Quarantäne begeben. Stattdessen werden Betroffene lediglich dazu angehalten, sich in freiwillige Quarantäne zu begeben und Kontakte möglichst zu vermeiden. Auch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sollte vermieden und ein Corona-Test (PCR-Test oder Antigen-Schnelltest) so rasch wie möglich durchgeführt werden. Außerdem sollten Betroffene auf Symptome achten - auch wenn diese bei Omikron scheinbar milder ausfallen.

Kontakte zu vermeiden und sich nach Hause zu begeben, bedeutet für berufstätige Menschen auch zwangsläufig, nicht auf der Arbeit zu erscheinen. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die Möglichkeiten der Homeoffice-Arbeit in solchen Fällen in Anspruch genommen werden sollte, sofern der Arbeitgeber dies ermöglicht. Anderenfalls kann aber auch in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder dem jeweiligen Landkreis eine Quarantäne offiziell angeordnet werden.

Die Entscheidung, sich bei einer roten Kachel in der Corona-Warn-App in Quarantäne zu begeben, erfolgt demnach eigenverantwortlich und auf freiwilliger Basis. Dennoch regt die Bundesregierung an, ab dem Zeitpunkt der Risikobegegnung eine Quarantäne von zehn Tagen ohne abschließenden Test oder aber fünf Tagen mit PCR-Test zu absolvieren.

Muss ich während meiner Quarantäne arbeiten?
Rote Meldung in der Corona-Warn-App: Ist der PCR-Test kostenlos? Infos zu Tests und Quarantäne. © Zacharie Scheurer/dpa

Corona-Warn-App: Wann bekommen Nutzer eigentlich eine rote Warnung?

Die Risikoermittlung der Corona-Warn-App für Android und iOS ist technologisch sehr komplex und wurde bereits mehrfach angepasst, um sich optimaler an die verschiedenen Virus-Varianten wie Omikron zu orientieren. Aktuell basiert die Berechnung des individuellen Infektionsrisikos nach einer Risikobegegnung auf folgenden Faktoren:

Corona-Warn-App: Das muss bei der Risikoermittlung zusätzlich beachtet werden

Überschreitet der daraus ermittelte Risikowert den vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebenen Schwellwert, erhalten die Benutzer eine Benachrichtigung über ein erhöhtes Infektionsrisiko - also eine rote Warnung. In einem solchen Fall wurde die Summe der Kontaktzeiten von mindestens 9 Minuten einer oder mehrerer Begegnungen mit hohem Risiko (also mit einer an Corona infizierten Person) überschritten.

Dazu muss allerdings erwähnt werden, dass die Smartphones, auf denen die Corona-Warn-App installiert ist, nur als Repräsentant der Menschen fungieren. Wenn zum Beispiel zahlreiche Rucksäcke mit Handys in einer Ecke liegen, die Besitzer der Smartphones aber in echt gar nicht miteinander interagieren, sind die Daten der App nur bedingt interpretierbar. Gleiches gilt für den vermeintlichen Kontakt mit dem Nachbarn von nebenan, dessen Wohnzimmer bei einer Doppelhaushälfte zum Beispiel nur wenige Meter entfernt ist.

Unter anderem aufgrund solcher Eventualitäten ist die Quarantäne bei einer roten Warnung in der Corona-Warn-App auch nur freiwillig. Und, weil sich bei einer starken Corona-Welle schlicht nicht einfach jede Person mit erhöhtem Risiko in Quarantäne begeben kann. Anderenfalls könnte die Infrastruktur des öffentlichen Lebens gefährdet werden, was ein Corona-Experte aus NRW aufgrund der Omikron-Variante ohnehin befürchtet, sollten die Quarantäne-Regeln nicht gelockert werden. Doch eine solche Lockerung der Quarantäne-Regel könnte beim nächsten Corona-Gipfel am Freitag (7. Januar) beschlossen werden, kündigte Bundesgesundheitsexperte Karl Lauterbach an.

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