Gefahren lauern

Stiftung Warentest testet E-Scooter - erschreckendes Ergebnis

E-Scooter waren im Test von Stiftung Warentest. Das Ergebnis deckt Erschreckendes auf - manche Roller sind sogar gefährlich für Leib und Leben.

  • Stiftung Warentest hat klappbare E-Scooter auf ihre Fahrtauglichkeit überprüft.
  • Nur zwei der sieben getesteten Modelle konnten einigermaßen überzeugen.
  • Die Roller sind zum Teil sogar richtig gefährlich.

Berlin - Sie sind handlich, leise und bringen einen schnell durch die Stadt: E-Scooter. Im vergangenen Sommer wurde ihre Nutzung im Straßenverkehr erlaubt, wodurch die Roller vor allem in Großstädten ziemlich populär wurden. Stiftung Warentest hat jetzt sieben E-Scooter getestet, die man für den privaten Gebrauch kaufen kann. Mit einem ernüchternden Ergebnis, wie RUHR24.de* berichtet.

Stiftung Warentest prüft klappbare E-Scooter für den Eigengebrauch

Bekannt wurden die elektronischen Flitzer vor allem durch Unternehmen wie Circ oder Lime, die die E-Scooter für Jedermann zum Ausleihen anbieten. Stiftung Warentest prüfte die elektronischen Roller* bereits im vergangenen Herbst.

Bei ihrer aktuellen Testrunde konzentrierte sich die Verbraucherorganisation stattdessen auf klappbare Modelle für den Eigengebrauch, mit denen man zum Beispiel die "letzten Kilometer von der Bahn zum Büro" fahren kann. Aber lohnt sich so eine Anschaffung überhaupt? 

Stiftung Warentest: Sieben unterschiedlich teure E-Scooter auf dem Prüfstand

Insgesamt sieben E-Scooter-Modelle mit Straßenzulassung hat Stiftung Warentest geprüft. Im Fokus des Tests stand dabei wie sicher, bruchfest und fahrtauglich die Roller sind. Das erschreckende Ergebnis: Nur ein E-Scooter schneidet mit der Note "gut" ab. 

Bei etlichen Rollern wurden gefährliche Mängel festgestellt. Der günstigste E-Scooter des Tests bekam immerhin noch die Note "befriedigend", die anderen kassierten alle ein "mangelhaft".

Stiftung Warentest: Diese sieben E-Scooter wurden getestet

Doch welche Roller hat Stiftung Warentest überhaupt unter die Lupe genommen? Hier eine Übersicht mit allen getesteten Rollern:

  • iconBIT Tracer Street IK-1972K
  • IO Hawk Sparrow-Legal
  • Moovi StVO
  • SoFlow SO2
  • SXT Buddy V2 eKFV
  • Trekstor e.Gear EG3178
  • Walberg The-Urban #BRLN V3

Die E-Scooter kosten zwischen 400 Euro und 1170 Euro, fahren bis zu 20 km/h und wiegen zwischen 11 und 17 Kilogramm. Zu ihrer Ausstattung zählen Licht, Klingel, Display und mindestens zwei Bremsen. Klingt erst mal nicht schlecht.

Stiftung Warentest: E-Scooter fahren nur auf ebenem Grund gut

Die böse Überraschung folgte dann im Test bei den Fahr- und Sicherheitsprüfungen. Die Tester absolvierten dazu einen Parcours, der Asphalt, Schotter, Feld­wege, Pflaster­steine sowie Kurven, Bord­steinkanten und Steigungen umfasste. 

Zwar konnten die E-Scooter auf ebenem Grund noch überzeugen und ließen sich gut fahren, sobald es aber etwas holprig wurde, kamen die Roller ins Straucheln. Genauso wie beim Bremsen: Bei einem Roller griff die Vorderradbremse viel zu spät und zu abrupt. Bei insgesamt drei E-Scootern sind die Bremsen mit einer viel zu geringen Bremskraft ausgestattet.

Stiftung Warentest: Stresstest macht aus E-Scootern "teuren Schrott"

Auch beim Härtetest auf einem Prüfstand, der aus einer rotierenden, mit Holperleisten versehenen Trommel bestand, konnten die E-Scooter nicht überzeugen. Simuliert wurde eine Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher - offenbar zu viel des Guten.

Zwei der getesteten Modelle gingen bei dem Härtetest, der im Grunde den Zustand einer normalen Straße abbildet, zu Bruch. Oder wie Stiftung Warentest es formuliert: Aus ihnen wurde "teurer Schrott". Dabei handelte es sich nicht mal um die besonders günstigen Roller. Einer kostete rund 550 Euro, der andere 815 Euro.

Stiftung Warentest: Fünf E-Scooter bekommen die Note "mangelhaft"

Beide fielen zusammen mit drei weiteren Modellen durch. Nur zwei E-Scooter schafften es ins Ziel. Darunter der Testsieger "Walberg The-Urban #BRLN V3", der von Stiftung Warentest die Note "gut" bekam. Er überzeugte im Test vor allem durch seine Haltbarkeit und seine gute Federung. Kostenpunkt: ab 869 Euro.

Der zweitbeste E-Scooter des Tests ist der "IO Hawk Sparrow-Legal", der mit einem Preis von 350 Euro zugleich das günstigste Modell der Runde ist. Sein Fahrverhalten und Komfort erreichten mittelmäßige Werte, seine Bremse hingegen konnte vor allem bei Nässe nicht überzeugen.

E-Scooter werden bei allen Wetterlagen genutzt. Stiftung Warentest fand allerdings heraus: Nicht alle Roller haben bei Nässe gute Bremsen.

Alle anderen E-Scooter, die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen hat, bekamen die Note "mangelhaft". Die Gründe dafür sind Brüche, schlechte Bremsen und möglicherweise krebserregende Stoffe in den Griffen.

Stiftung Warentest: E-Scooter zum Leihen wirken robuster

Obwohl Stiftung Warentest schon bei den mietbaren E-Scootern von Lime oder Circ* bemängelte, dass sie auf unebenem Grund nicht gut fahren würden, scheinen die klappbaren Roller für den Eigengebrauch einen weitaus schlechteren Eindruck hinterlassen zu haben.

"Insgesamt wirken die getesteten Klapp-Modelle etwas weniger robust als die nicht-klappbaren E-Scooter zum Mieten", resümiert Projektleiter Nico Langenbeck die Ergebnisse des Tests. Zu Erinnerung: Der damalige Test über mietbare E-Scooter musste aufgrund von Sicherheitsbedenken sogar abgebrochen werden. ahi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Stiftung Warentest/dpa-tmn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare