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Photovoltaik-Anlagen: Gesetzesänderung mit Vereinfachungen und mehr Geld

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Von: Simon Stock

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Gute Nachrichten für Besitzer von Photovoltaik-Anlagen und alle, die es werden wollen: Eine Gesetzesänderung macht vieles einfacher und lukrativer.

Hamm - Wegen der enorm gestiegenen Energiepreise werden Photovoltaik-Anlagen wieder interessanter für private Haushalte. Dafür sorgen einige Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Doch Vorsicht: Etliche Verbesserungen und Vereinfachungen gelten erst ab 1. Januar 2023 oder müssen noch von der EU freigegeben werden.

GesetzErneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Novelle vom7. Juli 2022
GültigkeitsbereichDeutschland

Photovoltaik-Anlagen: Mehr Geld und Vereinfachungen dank Gesetzesänderung

Kernaspekte des „neuen“ EEG: Künftig werden auch Photovoltaik-Anlagen bis maximal 20 Kilowatt Leistung auf Garagen, Carports oder im Garten gefördert - vorausgesetzt, dass sich das Hausdach nicht für eine Solar-Installation eignet. Zudem steigen durch die im Juli 2022 beschlossene Neufassung des Gesetzes die Vergütungssätze für die Einspeisung des Stroms deutlich - allerdings erst, sobald die Europäische Kommission die Freigabe erteilt.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt die Einspeisung von regenerativem Strom in die öffentlichen Stromnetze. Jede Photovoltaik-Anlage mit Netzanschluss unterliegt dabei den Regelungen und Vorgaben des EEG, sie kann aber auch von einer Fördervergütung profitieren.

Wer eine typische Photovoltaik-Hausanlage zwischen rund 3 und 20 Kilowatt betreibt, darf sich auf einige Vereinfachungen freuen, wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt. Durch die vollständige Streichung der EEG-Umlage kann ab 2023 der Erzeugungszähler entfallen. Die Abrechnung beim Stromverkauf vereinfacht sich dadurch deutlich.

Photovoltaik-Anlagen: EEG 2023 bringt Verbesserungen für Besitzer

Eine weitere Vereinfachung betrifft neue Anlagen, die ab dem 1. Januar 2023 in Betrieb gehen. Die technische Vorgabe wird abgeschafft, dass nur höchstens 70 Prozent der Nennleistung der Photovoltaik-Anlage in das öffentliche Netz eingespeist werden dürfen. Für diese Anlagen muss ab 2023 kein Solar-Erzeugungszähler mehr eingebaut werden.

Stichwort neue Anlage: Netzbetreiber werden künftig dazu verpflichtet, ein Portal zur Verfügung zu stellen, das es Interessenten einfacher macht, eine Netzanfrage für eine geplante Photovoltaik-Anlage zu stellen. Zukünftig werden zudem Fristen vorgegeben, wie schnell Betreiber diese Anfragen bearbeiten müssen.

Photovoltaik-Anlagen: EU muss neue Vergütungssätze freigeben

Wichtig für Haushalte, die den durch Photovoltaik gewonnenen Strom auch selbst nutzen: Anlagen mit Eigenversorgung sollen neue, höhere Vergütungssätze als feste Einspeisevergütung erhalten: Anlagen bis 10 kWp erhalten 8,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Ist die Anlage größer, erhält der Anlagenteil ab 10 kWp 7,1 Cent pro kWp. Die Sätze bei Eigenversorgungsanlagen wurden gegenüber dem bisherigen Gesetzesverfahren nochmals deutlich angehoben. Allerdings gilt laut Verbraucherzentrale auch hier: Die neuen, höheren Tarife gelten erst nach Freigabe durch die EU-Kommission.

Mit der hohen Fördervergütung sollen nun auch Anlagen auf Dächern errichtet werden, die wenig oder keinen Eigenverbrauch haben. Auf diesen Dächern hat sich Photovoltaik bislang nicht gelohnt. Die neuen Vergütungssätze sollen das korrigieren.

Die Energiekosten für Verbraucher steigen noch weiter: Durch die geplante Gas-Umlage müssen Bürger mit Mehrkosten von mehreren hundert Euro rechnen. Das Verbot von Gasheizungen in Deutschland kommt. Für eine Wärmepumpe gibt es oft eine Förderung, aber diese Alternative ist nicht immer sinnvoll.

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