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Nach Ferrero-Rückruf: Mehr als 260 Salmonellen-Fälle registriert

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Zahlreiche Ferrero-Produkte lösten eine Salmonellen-Vergiftung bei Verbrauchern aus. Jetzt sind die bestätigten Fälle veröffentlicht worden.
Zahlreiche Ferrero-Produkte lösten eine Salmonellen-Vergiftung bei Verbrauchern aus. Jetzt sind die bestätigten Fälle veröffentlicht worden. © Revierfoto/Imago

Zahlreiche Ferrero-Produkte waren wegen Salmonellen weltweit von einem Rückruf betroffen. Jetzt sind die bestätigten Infektionen bekannt geworden.

Kassel – Der Rückruf von vielen Schokoladenprodukten des italienischen Süßwarenherstellers Ferrero sorgte in den vergangenen Monaten für Aufsehen und scharfe Kritik: Bereits im Dezember 2021 wurden bei Kontrollen in einer Ferrero-Fabrik Salmonellen in Buttermilch-Tanks entdeckt. Trotz umgesetzter Hygienemaßnahmen kam es zu einer Verunreinigung vieler Schokoladenprodukte zu Ostern. Jetzt hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die bestätigten Fälle der Salmonellen-Vergiftungen veröffentlicht.

Wie die ECDC mitteilt, gibt es 266 bestätigte Fälle in Europa. Hinzu kommen 58 Verdachtsfälle. Am häufigsten seien Kinder unter 10 Jahren an einer Salmonellen-Infektion erkrankt, etwa 41 Prozent aller Erkrankten seien im Krankenhaus behandelt worden. Die EU-Behörde wolle die Entwicklung weiterhin beobachten.

UnternehmenFerrero
HauptsitzAlba, Italien
Gründung1946
Deutsche ProduktionStadtallendorf in Hessen

EU-Behörde gibt Salmonellen-Fälle nach Ferrero-Rückruf bekannt: Produkte könnten noch in Umlauf sein

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte im Dezember 2021 das Bakterium Salmonella Typhimurium erstmals in einer Ferrero-Fabrik im belgischen Arlon entdeckt. Damals seien in der Fabrik entsprechende Hygienemaßnahmen ergriffen worden, ein weiterer Salmonellen-Test sei daraufhin negativ ausgefallen.

Ferrero hatte im April, kurz vor Ostern, eine große Rückruf-Aktion gestartet. Hunderte Salmonellen-Fälle sind vorher in ganz Europa mit den Ferrero-Produkten aus der Arlon-Fabrik in Verbindung gebracht worden. Kurz darauf musste das belgische Werk schließen. Bereits Mitte Februar wurden in Großbritannien mehrere Salmonellen-Fälle gemeldet, gibt die ECDC an. Trotz der Rückruf-Aktion und der Schließung der Fabrik, könnten laut Angaben der ECDC noch immer mit Salmonellen verseuchte Schokoladenprodukte im Umlauf sein. Zudem wies die EU-Behörde daraufhin, dass einige Fälle möglicherweise nicht registriert worden seien. Vom Ferrero-Rückruf betroffen sind folgende Produkte:

Mehr als 260 Salmonellen-Fälle in Europa: Verbraucherorganisation kritisiert Verhalten von Ferrero

Auch Australien und Kanada waren von dem Rückruf betroffen. Der stellvertretende Generaldirektor von New Zealand Food Safety, Vincent Arbuckle, warnte vor einer Infektion mit den Bakterien: „Die Auswirkungen einer Salmonellen-Infektion können schwerwiegend sein, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren, Erwachsenen ab 65 Jahren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.“ In Großbritannien erkrankte eine Dreijährige schwer an einer Salmonellen-Infektion. Nur wenige Wochen später, im Mai, musste ein anderer Süßwarenhersteller ebenfalls einen Rückruf starten: Schokoladenprodukte von Strauss/Elite könnten mit Salmonellen kontaminiert sein.

Die Ferrero-Fabrik musste wegen Salmonellen geschlossen werden. EU-Behörden fanden die Bakterin in Buttermilch-Tanks.
Die Ferrero-Fabrik musste wegen Salmonellen geschlossen werden. EU-Behörden fanden die Bakterin in Buttermilch-Tanks. © Eric Lalmand/Imago

Dass Ferrero von der Verunreinigung mit Salmonellen schon länger gewusst haben soll, führte zu scharfer Kritik an dem Süßwarenhersteller. „Wenn so ein Fehler passiert, muss die Bevölkerung sofort gewarnt werden“, sagte Andreas Winkler von der Verbraucherorganisation Foodwatch Anfang April. Seiner Ansicht nach sind Eigenverantwortung und Eigenkontrollen der Hersteller nicht ausreichend, notwendig seien „Transparenzpflichten für Behörden, damit Fälle wie Ferrero umgehend öffentlich gemacht werden müssen“.

Rückruf von Ferrero-Produkten wegen Salmonellen-Gefahr: Auch Weihnachtsschokolade betroffen

Kurz nach dem Rückruf der Osterprodukte warnte Ferrero auch vor dem Verzehr einiger Weihnachtssüßigkeiten:

Verbraucher fürchtete auch eine Salmonellen-Verseuchung der Nuss-Nougat-Creme Nutella. Der Süßwarenhersteller konnte deutsche Verbraucher allerdings beruhigen: Seit den 1960er Jahren wird Nutella für die Bundesrepublik und den nordeuropäischen Markt in einem Werk im mittelhessischen Stadtallendorf produziert, also nicht im betroffenen Werk in Arlon. (Natascha Terjung)

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