1. SauerlandKurier
  2. Verbraucher

Wann verfällt der Resturlaub? Arbeitnehmer müssen diese Fristen beachten

Erstellt:

Von: Tobias Hinne-Schneider

Kommentare

Wenn Sie noch Urlaubstage aus 2021 übrig haben, sollten Sie nun handeln. Bei einigen Arbeitnehmern könnte der Anspruch bald verfallen.

Hamm - 30, 40 oder noch mehr Tage - der Urlaubsanspruch eines jeden Arbeitnehmers wird in der Regel im Arbeitsvertrag festgehalten. Aber nicht jeder Arbeitnehmer hat es geschafft, seine Urlaubstage innerhalb des Jahres 2021 vollständig abzufeiern. Die Gründe sind verschieden - Krankheit, betriebliche Gründe oder einfach Freude an der Arbeit. Wer seinen Resturlaub allerdings 2022 noch nehmen möchte, der muss einiges beachten.

Wann verfällt der Resturlaub? Arbeitnehmer müssen diese Frist jetzt beachten

Die Regelungen für Urlaub sind übrigens klar festgelegt - und zwar im Bundesurlaubsgesetz. Demnach muss der Urlaub eigentlich im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Keine Angst. Ihr Resturlaub ist nicht futsch - es gibt einige Sonderregeln.

Die Übertragung von verbliebenen Urlaubstagen ins nächste Jahr ist eine Ausnahme. „Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden“, heißt es im Bundesurlaubsgesetz.

Wann verfällt der Resturlaub? Zeit bis März 2022

In der Regel haben Arbeitnehmer also noch Zeit, bis zum 31. März 2022 ihren Resturlaub aus 2021 abzufeiern. Allerdings sollten Arbeitnehmer diesen Wunsch bereits im vergangenen Jahr mit ihrem Chef besprochen haben. Sonst kann es sein, dass der Urlaub am 31. Dezember verfallen ist. In Einzel- oder Tarifverträgen können allerdings andere Regelungen vereinbart worden sein. Ein Blick in den Arbeitsvertrag schafft Klarheit.

Wenn Sie noch Urlaubstage aus 2021 übrig haben, sollten Sie jetzt handeln. Denn bei vielen Arbeitnehmern könnte der Anspruch bald verfallen.
Arbeitnehmer sollten sich beim Thema Urlaub immer mit ihrem Chef austauschen - auch bei verbliebenen Urlaubstagen. © Gregor Fischer/dpa/Archivbild

Wer seinen Urlaub aufgrund einer längeren Krankheit nicht nehmen konnte, der muss die Frist nicht beachten. Dann gilt nämlich: Der Arbeitnehmer hat bis Ende März des übernächsten Jahres Zeit, seine Urlaubstage zu verbrauchen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt die Rechte von Arbeitnehmern

Die Auszahlung des Resturlaubs sieht das Bundesurlaubsgesetz übrigens nicht vor. Es sei denn, das Beschäftigungsverhältnis endet, dann wird der Anspruch sofort fällig.

Arbeitnehmer sind nicht alleine in der Pflicht, darauf hinzuweisen, dass sie ihren Urlaub fristgerecht nehmen. Auch der Chef ist verpflichtet, seine Beschäftigten in den Urlaub zu schicken - sonst muss er die Urlaubstage erneut gewähren. Das hat ein Arbeitsgericht in Berlin entschieden. Und auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Rechte von Arbeitnehmern auf eine Auszahlung nicht genommenen Urlaubs bereits im November 2018 gestärkt. Das Gericht entschied, dass Beschäftigte ihre Ansprüche nicht automatisch verlieren dürften, weil sie keinen Urlaub beantragt haben.

Wer in den nächsten Wochen Urlaub gebucht hat, der muss allerdings aufpassen. PCR-Tests werden knapp, viele Länder verlangen für die Einreise aber einen.

Auch interessant

Kommentare