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Scheiben freikratzen: Bei bestimmten Methoden drohen Bußgelder

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Von: Hannah Decke

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Es wird kälter, und somit nimmt auch der Frost zu. Wer morgens die Scheiben des Autos freikratzen will, muss Regeln beachten. Es drohen sonst Bußgelder.

Hamm - Es ist wohl das Nervigste, was der Winter mit sich bringt: ein vereistes Auto. Wer keine Garage besitzt und vergessen hat, die Scheiben über Nacht abzudecken, muss morgens kratzen. Und das funktioniert nicht immer so einfach, wie man es sich wünscht. Doch mit welchen Tricks klappt das Freikratzen der Scheiben am besten? Und was ist verboten?

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83,24 Millionen

Scheiben am Auto freikratzen: Bei bestimmten Methoden drohen Bußgelder

Erst einmal vorweg: Durch die Front- und vorderen Seitenscheiben des Autos muss laut Straßenverkehrsordnung eine uneingeschränkte Sicht möglich sein. Wer also nur ein kleines Sichtfenster in der Frontscheibe frei kratzt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Hier sieht der Gesetzesgeber 10 Euro vor. Das ist im Vergleich zu anderen Bußgeldern zwar wenig, die Gefahren eines kleinen „Gucklochs“ in der Scheibe sollten aber nicht unterschätzt werden. Das Sichtfeld wird durch vereiste Scheiben stark eingeschränkt und das Unfallrisiko erhöht.

Die Heckscheibe muss übrigens nach einem Urteil des OLG Karlsruhe (Az.: 3 Ss 12/86) nicht unbedingt eisfrei sein, solange zwei eisfreie Außenspiegel vorhanden sind. Es ist aber ratsam, alle Scheiben freizumachen - auch aus versicherungstechnischen Gründen.

Bleiben wir bei Dingen, die verboten sind. Motor warmlaufen lassen ist mitunter ein beliebter Trick, um das Auto vom Eis zu befreien. Gerade bei extrem kalten Temperaturen bildet sich nach dem Enteisen schnell wieder eine neue dünne Eisschicht auf den Scheiben. Läuft das Auto schon mal, können die Scheiben angewärmt und der Effekt verhindert werden.

Aber Achtung, das kann teuer werden. Denn den Motor im Stand laufen zu lassen, kostet 80 Euro Bußgeld. Nach Paragraph 30 Straßenverkehrsordnung (StVo) sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten.

Scheiben im Winter enteisen - Tipps und Tricks fürs Kratzen

Aber wie bekommt man jetzt die Scheiben im Winter am besten frei gekratzt? Erst einmal sollte man es mit Vorbeugung versuchen:

Bei hohen Minus-Temperaturen helfen oft die besten Tricks nichts: Die Scheiben frieren zu. Und gerade bei den Seitenscheiben ist man oft chancenlos, eine Vereisung zu verhindern. Die Allzweck-Waffe lautet Scheiben-Enteiser. Die Flüssigkeit lässt das Eis auftauen - zumindest, wenn die Schicht relativ dünn ist.

Scheiben im Winter frei kratzen - so geht‘s

Sind die Scheiben dick zugefroren, kommt man um ein bisschen Morgensport nicht herum. Beim Scheiben frei kratzen sollte darauf geachtet werden, dass man nicht zu viel Druck ausübt und wild hin- und her schabt. Schmutzpartikel können ansonsten wie Schmirgelpapier auf der Scheibe wirken.

Zum Themendienst-Bericht vom 15. November 2021: Beim Scheiben frei kratzen muss der Motor aus bleiben. Ein Guckloch reicht übrigens nicht aus.
Scheiben frei kratzen funktioniert am besten mit einem Kunststoff-Schaber, der in einem flachen Winkel angesetzt wird. © Patrick Pleul/dpa

Zum Kratzen sollte zum stabilen Kunststoff-Schaber gegriffen werden. In einem flachen Winkel kann das Eis dann weggeschoben werden.

Autoscheiben beschlagen im Winter - was tun?

Sind die Scheiben vom Eis befreit, werden viele Autofahrer im Fahrzeuginneren dann mit dem nächsten Problem konfrontiert: Die Scheiben beschlagen wegen zu hoher Feuchtigkeit von innen.

Kurz die Klimaanlage einschalten und das Gebläse auf die Scheiben richten - so wird die Luft getrocknet, und man hat freie Sicht. Um dem Problem vorzubeugen, kann man es mit einem Trockentuch im Auto versuchen.

Scheiben enteisen: Auf keinen Fall zu warmem Wasser greifen

Eine ganz schlechte Idee ist übrigens, die Fensterscheiben mit warmem oder gar heißem Wasser zu enteisen. Das sollte man in keinem Fall tun. Die Scheiben können Spannungsrisse bekommen und im schlimmsten Fall zerspringen.

Auch lauwarmes oder kaltes Wasser ist hierbei gefährlich. Denn ausschlaggebend ist nicht primär die Temperatur des Wassers, sondern der Temperaturunterschied zwischen Scheibe und Wasser.

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