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Steuerentlastung für 48 Millionen Bürger: Änderungen bei Grundfreibetrag und Homeoffice

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Von: Marcel Guboff

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Um die Inflation abzufedern, ändert die Bundesregierung das Steuerrecht. Entlastungen gibt es beispielsweise durch den Grundfreibetrag und die Homeoffice-Pauschale.

Hamm - Die Ampel-Koalition hat weitere Entlastungen auf den Weg gebracht. Sie will 48 Millionen Bürger steuerlich entlasten, indem sie die Auswirkungen der hohen Inflation auf die Einkommensteuer abfedert. Das Bundeskabinett beschloss Pläne von Finanzminister Christian Lindner (FDP) zum Ausgleich der sogenannten kalten Progression.

Einkommensteuer: Entlastungen bei Grundfreibetrag, Homeoffice-Pauschale und mehr 

Damit sorge die Bundesregierung dafür, dass der Staat nicht auch noch steuerlich von den hohen Preisen profitiere, sagte Christian Lindner. „Das ist für uns eine Frage der Fairness“. Es gehe nicht um eine Entlastung für die Bürger, sondern darum, eine automatische zusätzliche Belastung zu verhindern.

Die Bekämpfung der sogenannten kalten Progression ist der Kernpunkt des Inflationsausgleichsgesetzes. Kalte Progression bezeichnet den Effekt, dass jemand durch eine Lohnerhöhung, die höchstens die Inflation ausgleicht, in einen höheren Steuertarif rutscht. Damit hat der oder die Betroffene letztlich bezogen auf die Kaufkraft weniger Geld in der Tasche.

Um dies auszugleichen, werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs ab 2023 angehoben - höhere Steuersätze greifen also erst bei einem höheren zu versteuernden Einkommen als derzeit. Unverändert bleibt dabei nur die sogenannte Reichensteuer für besonders hohe Einkünfte.

Änderungen beim Steuerrecht im Überblick

Darüber hinaus soll der Spitzensteuersatz von 42 Prozent im kommenden Jahr erst bei einem zu versteuernden Einkommen von 61.971 Euro greifen, 2024 dann erst bei 63.514 Euro. Die Grenze für den noch höheren Reichensteuersatz von 45 Prozent tastet die Bundesregierung bewusst nicht an, weil sie in dieser Einkommensklasse keine zusätzliche Entlastung für nötig hält.

Finanzminister will Zahlen nach der Herbstprognose gegebenenfalls anpassen

Bei der Berechnung der neuen Eckwerte hat das Finanzministerium die Frühjahrsprognose zur Inflation genutzt. Seitdem jedoch sind die Preise weiter in die Höhe geschossen. Daher will Finanzminister Christian Lindner die jetzt vom Kabinett beschlossenen Zahlen vor Jahresende nochmal anpassen - wenn die Herbstprognose der Bundesregierung vorliegt.

Es gibt dabei Kritik aus der Ampel: SPD und Grüne beanstanden etwa, dass Topverdiener in absoluten Zahlen mehr von der Reform haben als Geringverdiener. Je mehr Steuern man zahlt, desto größer der Effekt. Eine vierköpfige Doppelverdiener-Familie mit zwei Kindern und Jahreseinkommen von 56.000 Euro müsse 680 Euro weniger Steuern zahlen, erklärte Finanzminister Christian Lindner. „Hätten wir nichts gemacht, wäre diese Familie aus der Mitte der Gesellschaft im nächsten Jahr mit 680 Euro zusätzlich belastet worden, zu den steigenden Energiepreisen, steigenden Gaspreisen noch hinaus.“ (mit dpa/afp)

Beschlossen ist längst auch ein drittes Entlastungspaket, das Millionen Haushalten Entlastungen bringt - aber wann ist die Auszahlung? Und wie viel Geld bekommt man konkret?

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