1. SauerlandKurier
  2. Verbraucher

Tief Ignatz in NRW: Was bei Sturmschäden zu beachten ist

Erstellt:

Von: Daniel Schinzig

Kommentare

Ein Herbststurm fegt durch NRW. Wo heftiger Wind ist, sind auch die Schäden meist nicht weit entfernt. Was müssen Betroffene beachten?

Hamm - Tief Ignatz sorgt in NRW für einen ersten Herbststurm. Die teils kräftigen Böen haben große Auswirkungen. So musste bereits der gesamte Bahnverkehr in NRW seinen Betrieb einstellen. Überall kommt es zu größeren und kleineren Schäden. Eine Frage, die sich viele Menschen nun wieder stellen: Was ist zu tun, wenn man selbst betroffen ist? Welche Versicherung ist für welche Art von Schaden zuständig? Und was ist generell zu beachten?

Sturm in NRW: Für diese Schäden kommt die Versicherung auf - Was zu tun ist

Äste fallen herab. Dachziegel lösen sich. Gegenstände im Garten stürzen um. Während das Tief Ignatz dafür sorgt, dass ein teils heftiger Sturm durch NRW zieht, werden viele Menschen mit Schäden dieser Art konfrontiert. Nach dem ersten Schrecken schießen einem schnell Fragen in den Kopf: Was ist nun zu tun? Welche Versicherung muss kontaktiert werden?

Wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt, sei es vor allem wichtig, den Versicherer möglichst schnell über den Sturmschaden zu informieren. Generell sind für Sturmschäden laut der Verbraucherzentrale Gebäude-, Hausrats- und Kaskoversicherung zuständig. Auch eine Definition für „Sturm“ gibt es: Ab einer Windstärke 8, also ab einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern, gilt die Wetterlage es für den Versicherer als stürmisch.

Tief Ignatz sorgt für Sturm in NRW: Was tun, wenn das Haus beschädigt wird?

Gute Nachrichten für Menschen, die von Sturmschäden betroffen sind: Ein Nachweis darüber, dass der Schaden tatsächlich mit dem Sturm in Verbindung steht, ist in der Regel nicht notwendig. Es reicht laut Verbraucherzentrale NRW vollkommen aus, wenn eine Wetterstation in der Nähe eine entsprechende Windstärke gemessen hat oder Häuser in der Nachbarschaft ebenfalls Schäden aufweisen.

Heftiger Sturm beschädigt in Ostfriesland rund 50 Häuser
Für Sturmschäden am Haus ist die Gebäuderversicherung zuständig. (Symbolbild) © Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Für alle Schäden, die durch den Sturm am Haus verursacht werden, ist die Gebäudeversicherung der richtige Ansprechpartner. Heißt: Die Versicherung kommt dann zum Tragen, wenn durch den Wind etwa Schäden am Dach entstehen oder ein Baum auf das Haus fällt. Anders sieht es aus, wenn Gegenstände im Haus oder im Garten betroffen sind. Dann muss eine andere Versicherung kontaktiert werden.

Sturm in NRW: Das ist beim beschädigten Auto zu beachten

Die Hausratsversicherung ist in diesem Fall zuständig. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Werden Gegenstände beschädigt, die sich im Haus befanden, kommt die Hausratsversicherung nur dafür auf, wenn während des Sturms Türen und Fenster verschlossen waren. Auch bei Gartenmöbel gibt es bestimmte Regeln. Befanden sich die zur Zeit des Sturms noch draußen, muss der Schaden selbst gezahlt werden. Anders sieht es aus, wenn die Möbel in einem Gebäude untergebracht waren und dieses vom Wind beschädigt wurde.

Auch Autos werden bei der stürmischen Wetterlage oft beschädigt. In diesen Fällen muss die Teilkasko der Autobesitzer zahlen. Aber: Es zählt nicht der Neupreis des Wagens, sondern der Wert, den der Pkw zur Zeit des Schadens hatte. Auch sollte überprüft werden, ob mit der Versicherung eine Selbstbeteiligung vereinbart wurde. Dann würde ein bestimmter Betrag von der vom Versicherer gezahlten Summe abgezogen. Sollte der Autobesitzer eine Mitschuld an dem Schaden haben, wird es ohnehin teurer.

Es ist stürmisch in NRW: Wer für einen umgestürzten Baum haftet

Die Angst eines jeden Gartenbesitzers bei einem Sturm: Einer der Bäume des eigenen Grundstücks hält den Kräften nicht stand. Er fällt um und richtet Schaden an. Hier kommt es auf die Beschaffenheit des Baumes an: Ist der Baum morsch gewesen, müssen die Eigentümer des Grundstücks bzw. deren Haftpflichtversicherung zahlen. Stellt sich der Baum allerdings als gesund heraus, wird der Unfall als höhere Gewalt eingestuft. In diesem Fall haften die Eigentümer nicht für den verursachten Schaden.

Auch interessant

Kommentare