Geld vom Staat

Milliarden-Hilfe für Lkw-Bauer: Branche begrüßt geplante Abwrackprämie - MAN drängt auf schnelle Umsetzung  

Martin Daum, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter Daimler Trucks & Buses steht nach der Jahrespressekonferenz der Daimler-Nutzfahrzeugsparte vor einem Elektro-Lastwagen eActros von Mercedes-Benz.
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Daimler-Truck-Chef Martin Daum: Die Lkw-Bauer begrüßen das geplante Flottenerneuerungsprogramm der Bundesregierung.

Die Bundesregierung will nach der Autobranche nun auch den Lkw-Bauern unter die Arme greifen. Beim angeschlagenen Münchner Konzern MAN ist die Freude darüber groß.

München – Die beiden deutschen Lkw-Bauer Daimler und MAN haben die Beschlüsse des Autogipfels zum Kauf klima-freundlicher Nutzfahrzeuge begrüßt. Die Beschlüsse seien ein „schnell wirksamer Hebel zur Verbesserung der Luftqualität“, erklärte der Chef der Nutzfahrzeug-Sparte von Daimler, Martin Daum am Mittwoch gegenüber Merkur.de*. Ein Euro VI-Motor emittiere „rund sechs Mal weniger Stickstoffoxide als ein Motor der Stufe IV“.  

Auch der krisengeschüttelte Münchner Lkw-Bauer MAN zeigte sich am Mittwoch hochzufrieden. „Umwelt und Klima werden vom Austausch älterer Fahrzeuge einer Norm kleiner Euro VI durch neue, effiziente VId-Fahrzeuge profitieren“, sagte ein Konzern-Sprecher auf Anfrage. Das verabschiedete Flottenerneuerungsprogramm werde zu einer „hohen Reduktion vor allem von Stickoxiden und Partikelemissionen beitragen“. Zudem steige auch die Verkehrssicherheit, da neuere Fahrzeuge über verbesserte Sicherheitssysteme wie etwa den seit 2013 gesetzlich vorgesehenen Notbremsassistenten verfügten.

Auch MAN-Betriebsratschef Saki Stimoniaris zeigte sich hocherfreut: Die Entscheidung sei „ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Nutzfahrzeugindustrie“, schrieb Stimoniaris am Mittwoch auf dem Karriereportal LinkedIn.

Zugleich forderte die VW*-Tochter Tempo bei der Umsetzung der Zuschüsse. Eine schnelle Förderung sei wichtig, um „den Herstellern und dem Transportgewerbe jetzt über eine schwierige Phase zu helfen“, sagte ein MAN-Sprecher. Wegen der Folgen der Corona-Pandemie müsse „der zeitliche Fokus auf 2021 liegen“, hieß es.

Abwrackprämie: Bund stellt eine Milliarde Euro für Lkw bereit

Nach den am späten Dienstagabend vereinbarten Plänen will der Bund für den Tausch älterer Lkw der Abgasnorm Euro III, IV und V gegen Laster nach Euro-Norm VI insgesamt 500 Millionen Euro bereitstellen. Weitere 500 Millionen sollen in die staatliche Beschaffung neuer Lkw für Feuerwehr oder Katastrophenschutz fließen. Je nach Fahrzeug und Schadstoffklasse sollen die Fördersätze offenbar zwischen 10.000 bis 15.000 Euro liegen.

Neben den herkömmlichen Antrieben soll das Programm auch für Fahrzeuge mit Elektro- und Wasserstoffantrieben gelten. Für die alternativen Antriebe sollen die Fördersätze entsprechend höher sein, heißt es in dem entsprechenden Papier. Außerdem soll auch der Kauf von Sattel-Aufliegern bzw. Anhängern mit „intelligenter Technologie“ förderfähig sein. Dazu zählen etwa Reifenluftmessungen oder digitale Achssteuerungen.

Die konkrete Ausgestaltung müsse aber noch festgelegt werden, heißt es. Zunächst müsse eine entsprechende Förder-Richtlinie erarbeitet werden. Zudem müssten Bundestag, Bundesrat sowie auch die EU-Kommission die Pläne absegnen.

Abwrackprämie: Wichtiger Kaufanreiz

Für viele Transport-Unternehmen dürfte die Abwrackprämie ein wichtiger Anreiz zum Kauf eines fabrikneuen Fahrzeugs sein, heißt es aus der Branche. „Wenn ein Spediteur ohnehin neue Lkw anschaffen will, überlegt er sich bei einer Kaufprämie von bis zu 15.000 Euro schon sehr genau, ob er die geplante Investition nicht um ein Jahr vorzieht“. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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