Konzern will CO2-Ausstoß deutlich senken

BMW: Von diesem grünen Faktor hängen künftig die Chef-Gehälter ab – Konzern holt zum Gegenschlag gegen Tesla aus

BMW-Werk Leipzig: Der Konzern will Absatz von E-Autos in den kommenden Jahren erheblich ausweiten.
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BMW-Werk Leipzig: Der Konzern will Absatz von E-Autos in den kommenden Jahren erheblich ausweiten.

Der Müncher Autobauer BMW will in den kommenden Jahren deutlich weniger CO2 ausstoßen. Die Fortschritte sollen sich auch im Gehalt von Vorstand und weiteren Top-Managern widerspiegeln. Im Rennen mit Tesla will der Konzern zudem zum Gegenschlag ausholen.

  • BMW* will künftig deutlich weniger CO2 ausstoßen.
  • Konzern will auch die Vorstandsgehälter an die Erreichung von Klimaschutzzielen koppeln.
  • BMW holt mit E-Modell-Offensive zum Gegenschlag auf Tesla aus.

München - Der Münchner Autobauer BMW die Vorstandsgehälter künftig auch an die Erreichung von Klimazielen knüpfen und den Absatz voll-elektrischer Autos* erheblich ausweiten. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen in der Produktion je Auto um mindestens um ein Drittel sinken, kündigte BMW-Chef Oliver Zipse* am Montag in München an: „Wir werden Jahre für Jahr über unsere Fortschritte berichten und uns an diesen Zielen messen lassen.“ Dies werde auch „in die Vergütung von Vorstand und Top-Management einfließen“, sagte Zipse.

BMW: Konzern will CO2-Emissionen drastisch senken

Die Senkung der CO2-Emissionen um ein Drittel über den gesamten Lebenszyklus, von der Lieferkette über Produktion bis zum Ende der Fahrzeugnutzung, bedeute bei jährlich 2,5 Millionen Autos gut 40 Millionen Tonnen weniger CO2. BMW* wolle „Premium und Nachhaltigkeit in Zukunft mehr denn je untrennbar miteinander verbinden“. Die neue Ausrichtung gelte in allen Bereichen des Autobauers von Einkauf über Produktion bis Betrieb.

Um das Ziel zu erreichen, liege ein wesentlicher Hebel in der Produktion. So sollen die neuen Batteriezellen künftig nur noch mit Grünstrom gefertigt werden. BMW plant dazu auch den Bau eines neuen Batteriewerks in Parsdorf bei München. „Unser Anspruch ist es, die nachhaltigste Lieferkette der gesamten Branche sicherzustellen“, sagte Zipse. Bei den Hochvoltspeichern strebe BMW ein fast vollständiges Recycling an.

BMW: EU macht harte CO2-Vorgaben

Nach den Vorgaben der EU müssen die Autobauer den CO2-Ausstoß ihrer Flotten bis 2030 drastisch senken. Alleine zwischen 2022 und 2030 soll der CO2-Ausstoß um 37,5 Prozent zurückgehen. Bereits im Zeitraum 2007 und 2021 müssen die Hersteller ihre CO2-Emissionen um 40 Prozent reduzieren. Andernfalls drohen ihnen empfindliche Strafen.

Um die strengen Vorgaben der EU einzuhalten, will BMW den Absatz voll-elektrischer Autos in den kommenden Jahren erheblich ausweiten. Bis 2030 sollen laut Zipse insgesamt „mehr als sieben Millionen Fahrzeuge elektrifizierte Fahrzeuge der BMW-Group auf den Straßen unterwegs sein“. Zum Vergleich: 2019 hatte BMW gerade 146.000 Fahrzeuge mit E-Antrieb verkauft.

BMW holt zum Gegenschlag auf Tesla aus

Damit rüstet sich BMW zum Frontal-Angriff auf Tesla. Der lange Zeit defizitäre E-Autobauer um seinen schillernden Chef Elon Musk hat gerade das vierte Quartal in Folge operativ schwarze Zahlen geschrieben und treibt bei E-Autos die deutschen Hersteller BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen vor sich her.

Nun holt BMW zum Gegenschlag aus. Bei seiner Offensive setzen die Bayern auf einen breiten Antriebsmix. So stehen etwa bei den besonders beliebten Baureihen X1, 3er und 5er sowohl klassische Diesel und Benziner bereit wie auch Hybrid-Antriebe und reine Stromer. Erst vor wenigen Tagen präsentierte Zipse mit dem i3X einen reinen E-SUV. 2021 soll der ebenfalls rein elektrische i4 folgen.  Angesichts der Produktoffensive sei BMW „voll auf Kurs“, die CO2-Vorgaben der EU-Kommission in diesem Jahr zu erreichen, sagte Zipse.

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