Wirtschaft

Corona-Krise: Deutscher Export bricht um 30 Prozent ein 

Der deutsche Export erlebt den größten Rückgang innerhalb eines Monats.

  • Coronavirus (Sars-CoV-2): Konjunktur in Deutschland könnte deutlich einbrechen
  • Heftiger Anstieg bei der Kurzarbeit
  • Wirtschaftsverbände fordern wegen Corona-Krise Lockerung der Datenschutzverordnung

Update von Dienstag, 23.06.2020, 16.50 Uhr: Die negativen Meldungen zu den Folgen der Corona-Krise auf die Wirtschaft in Deutschland reißen nicht ab. Nun haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose nochmals korrigiert, sie rechnen jetzt mit einem stärkeren Konjunktureinbruch, als noch im März. 

Corona-Krise: Deutscher Export bricht um 30 Prozent ein 

Update von Dienstag, 09.06.2020, 09.12 Uhr: Der deutsche Export ist im April in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950 Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24,0 Prozent. 

Das Schließen von Grenzen gerade auch im europäischen Binnenmarkt, die weltweite Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der See- und Luftfracht führten zu einem drastischen Rückgang der Ausfuhren. Die Importe verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat. Je nach Handelspartner waren die Exporte unterschiedlich stark beeinträchtigt: Die Ausfuhren nach China gingen im April 2020 vergleichsweise moderat um 12,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Das Coronavirus war zuerst in der Volksrepublik festgestellt worden und hatte dort zeitweise zu drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt.

Corona-Krise: Linke fordert Verschmelzung von Bahn und Lufthansa

Update von Donnerstag, 4.6.2020, 12.37 Uhr: In Zuge der Corona-Krise hat sich die große Koalition auf ein 130 Milliarden Euro schweres Koalitionspaket geeinigt. Es soll die Wirtschaft in Deutschland in Zeiten von Corona wieder aus der Krise führen.

+++ 20.00 Uhr: Die Linke fordert eine Verschmelzung von Bahn und Lufthansa zu einem „Mobilitätskonzern Deutsche Bahn-Lufthansa“. Das geht aus einem Konzept von Parteichef Bernd Riexinger hervor, das dieser am Dienstag vorgelegt hat. In der Corona-Krise spitze sich auch die Krise im Verkehr zu, heißt es darin. Die Bundesregierung pumpe Milliarden in Autokonzerne, Lufthansa und Bahn, ohne ein integriertes Verkehrskonzept und ohne die soziale und ökologische Wende anzugehen.

„Eine sinnvolle Verkehrspolitik aus einem Guss wird möglich, wenn Bahn - die bereits zu 100 Prozent in Staatsbesitz ist - und Lufthansa zusammengelegt werden", schlägt Riexinger vor. So könnten Übergänge im Rahmen einer Verkehrswende besser organisiert werden. Kurzstrecken müssten auf die Schiene verlegt, der Bahnverkehr ausgebaut und Flüge eingeschränkt werden. „Das geht am besten, wenn beides zusammengedacht wird.“ So können sichere und sinnvolle Arbeitsplätze entstehen.

Corona-Krise: Kinderbonus von 600 Euro gefordert

Update von Dienstag, 2.6.2020, 6.40 Uhr:   Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat für einen Familienbonus in der Corona-Krise von 600 Euro pro Kind plädiert. Da es offenbar technisch nicht möglich sei, den Solidaritätszuschlag noch in diesem Jahr abzuschaffen, sei es umso wichtiger, auf anderen Wegen für mehr Kaufkraft zu sorgen, sagte Weil der Zeitung „Die Welt“. 

Die Einmalzahlung von 600 Euro pro Kind „wäre dafür ein wichtiger Beitrag“. Die Spitzen dergroßen Koalition wollen am Dienstag (14.00 Uhr) im Berliner Kanzleramt über das geplante Konjunkturpaket zur Belebung der Wirtschaft in der Corona-Krise beraten. Ein Kinderbonus für alle Familien ist dabei Teil des Forderungskatalogs der SPD. Allerdings fordert die SPD-Parteispitze 300 Euro pro Kind und nicht wie Weil 600 Euro.

Unionspolitiker fordern Senkung des Mindestlohns

Update von Dienstag, 26.05.2020, 6.45 Uhr: Wegen derCorona-Krise fordern Wirtschaftspolitiker der Union im Bundestag, den Mindestlohn in Deutschland abzusenken oder zumindest eine Erhöhung im kommenden Jahr auszusetzen. Diese Empfehlung an die Mindestlohnkommission findet sich in einem „Wachstumsprogramm für Deutschland“ der AG Wirtschaft und Energie. Der gesetzlicheMindestlohn wurde zuletzt im Januar auf aktuell 9,35 Euro erhöht. 

Weiter schwebt den CDU/CSU-Politikern vor, das Arbeitszeitgesetz zu ändern. „Generell sollte an die Stelle einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden treten, die in tarifgebundenen wie in tarifungebundenen Unternehmen gilt“, heißt es in dem Papier. Die in der Corona-Krise für systemrelevante Branchen ermöglichten Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz sollten „sofort auf alle kleineren und mittleren Unternehmen ausgeweitet werden“.

Die Wirtschaftspolitiker verlangen auch, die Beiträge zur Sozialversicherung, also die Lohnnebenkosten, „verbindlich und langfristig“ auf maximal 40 Prozent zu deckeln. Steigende Ausgaben und fehlende Einnahmen müssten durch Einsparungen ausgeglichen werden, insbesondere versicherungsfremder Leistungen. Außerdem verlangt die AG, dass die Abschaffung des Solidaritätszuschlags auf den 1. Juli vorgezogen wird und vollständig gelten soll. 

Tui will Tausende Jobs abbauen

Update vom 13.05., 8.05 Uhr: Der Tui-Konzern steht nach den üblichen Verlusten im Winter vor einer extrem schwierigen Sommersaison 2020 und will mehrere Tausend Jobs abbauen. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Krise müsse man die Verwaltungskosten beim größten Reiseanbieter der Welt um 30 Prozent drücken, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Mittwoch zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr in Hannover. „Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen.“

Von Oktober bis März war das bereinigte Ergebnis von Tui vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro abgerutscht. Verluste in dieser Zeit sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer. Dieser bringt im laufenden Jahr aber besondere Probleme: Im März musste Tui sein Programm zunächst einstellen, weltweit gibt es weiter Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm ist nur zu 35 Prozent ausgebucht.

Joussen geht aber von einer Erholung aus: „Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden - verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern.“ Die Wiederaufnahme des Geschäfts werde vorbereitet. Eine genauere Prognose traut sich der Konzern nicht zu.

Corona-Krise: Deutscher Export bricht ein

Update vom 08.05.. 8.30 Uhr: Der deutsche Export ist zu Beginn der Corona-Krise eingebrochen. Die Unternehmen führten im März Waren im Wert von 108,9 Milliarden Euro aus. Das waren 7,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 11,8 Prozent weniger als im Februar 2020, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat war es der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990. Die Importe verringerten sich binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent auf 91,6 Milliarden Euro.

Der Einbruch im März hinterließ deutliche Spuren im ersten Quartal. Die Ausfuhren sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 324,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren verringerten sich um 2,9 Prozent auf 273,1 Milliarden Euro.

Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnete zuletzt mit einem Absturz des Welthandels infolge der Corona-Krise von 13 bis 32 Prozent.

Corona-Krise: Auch die Produktion in Deutschland bricht ein

Update vom 07.05., 9.30 Uhr:  Deutschlands Industrie erwartet einen nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Der auf einer Umfrage unter Unternehmen basierende Index des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo stürzte im April auf den tiefsten Punkt der Wiedervereinigung. Für den Monat März, als die Wirtschaft heruntergefahren wurde, meldete das Statistische Bundesamt am Donnerstag einen Rückgang der Industrieproduktion um 9,2 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium warnte vor einem „nochmals deutlich stärkeren Produktionseinbruch“ für April.

Laut amtlicher Statistik war der Rückgang im März um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat der stärkte seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. Besonders hart traf es die Autoindustrie: Hier fiel die Produktion um 31,1 Prozent. „Das Tal der Produktion wird immer tiefer“, sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe, mit Blick auf die April-Ergebnisse seines Instituts. 

Wirtschaft in der Corona-Krise: EU vor Rezession historischen Ausmaßes

+++ 12.00 Uhr: Die EU-Kommission erwartet wegen der Corona-Krise eine tiefe Rezession. „Europa erlebt einen wirtschaftlichen Schock, der seit der Großen Depression ohne Beispiel ist“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die Brüsseler Behörde geht in ihrer Frühjahrsprognose für das Jahr 2020 von einem Einbruch der EU-Wirtschaftsleistung von 7,4 Prozent aus, wobei Deutschland mit einem Minus von 6,5 Prozent weniger hart getroffen würde als etwa Frankreich und Italien

Den Angaben zufolge leiden zwar alle Mitgliedstaaten unter der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen, das Ausmaß der Krise und die Stärke des anschließenden Aufschwungs werden sich aber voraussichtlich deutlich unterscheiden. Maßgebende Faktoren sind laut Gentiloni die Geschwindigkeit bei der Lockerung von Corona-Maßnahmen, die Bedeutung von Dienstleistungen wie dem Tourismus für die jeweilige Wirtschaft sowie die finanzielle Lage der einzelnen Länder. 

Dementsprechend erwartet die Kommission, dass es Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien mit einem Einbruch von jeweils über neun Prozent und Frankreich mit minus 8,2 Prozent am stärksten trifft. Am widerstandsfähigsten sind demnach die Volkswirtschaften Luxemburgs und Österreichs mit einem Rückgang von jeweils rund 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. 

„Diese Unterschiede sind eine Bedrohung für den Binnenmarkt und die Währungsunion“, warnte der Italiener. „Dennoch können sie durch entschlossenes, gemeinsames europäisches Handeln abgemildert werden.“ 

Bund befürchtet deutlichen Anstieg bei Hartz 4

+++ Update vom 06.05., 10.00 Uhr: Die Bundesregierung rechnet als Folge der Corona-Krise offenbar mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der Hartz-4-Bezieher. Das Arbeitsministerium erwarte in den kommenden sechs Monaten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche sogenannte Bedarfsgemeinschaften, heißt es nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochausgaben) in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. 

Bei einem sechsmonatigen Bezug der Leistungen rechnet das Ministerium demnach mit staatlichen Mehrausgaben von 9,6 Milliarden Euro. Der erwartete Anstieg bei den Hartz-4-Bedarfsgemeinschaften bedeute einen Zuwachs um rund 40 Prozent im Vergleich mit dem März: In diesem Monat habe laut einer Berechnung der Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei rund 2,83 Millionen gelegen. 

Das Arbeitsministerium erklärt den gestiegenen Leistungsbezug unter anderem mit den erleichterten Bewilligungen während der Pandemie. Seit März und bis einschließlich Juni finden keine Vermögensprüfungen mehr statt. Auch das persönliche Erscheinen im Jobcenter ist keine zwingende Voraussetzung mehr für den Erhalt der finanziellen Unterstützung.

Entscheidung über Kaufprämien für Autos könnte bald fallen

+++ 12.15 Uhr: Die Bundesregierung will bis Anfang Juni über die Ausgestaltung von Kaufanreizen für Autos entscheiden. Darin sei sich der „Autogipfel“ einig, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen. Neben den Herstellern und dem Branchenverband VDA machen sich auch die „Autoländer“ Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg für Kaufprämien stark. Die Nachfrage nach Autos war in der Corona-Krise eingebrochen. 

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, dass die Koalition Ende Mai oder Anfang Juni ein Konjunkturpaket auflegen wolle, um die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln. An einer Videokonferenz am Vormittag zur Lage der Autoindustrie nahmen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Bundesminister teil, dazu Vertreter der großen deutschen Hersteller wie VW, Daimler und BMW, des Autoverbandes VDA sowie der IG Metall.

Wirtschaft in der Corona-Krise: Berater der Bundesregierung kritisieren Hilfsprogramm 

Update vom Dienstag, 5.5.2020, 10.15 Uhr: Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hat das Corona-Hilfsprogramm der Bundesregierung für die Wirtschaft kritisiert. „Die Pandemie macht uns alle ärmer, sodass es in Zukunft weniger zu verteilen gibt“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus einem Brief des Gremiums an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Besonders die Anhebung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 87 Prozent des Nettoeinkommens werde zu „erheblichen Mitnahmeeffekten“ führen.

Für zu restriktiv hält der Beirat dagegen die Soforthilfe für Inhaber kleiner Unternehmen. Neben staatlichen Zuschüssen für laufende Betriebskosten „sollte für einen gewissen Einkommensersatz gesorgt werden, und dies unabhängig von der Grundsicherung“, heißt es in dem Brief weiter. Mit Blick auf den Hilfsfonds für größere Unternehmen fordern die Wissenschaftler klarere Kriterien: „Das Ziel ‚technische Souveränität‘ darf nicht missbraucht werden, um ‚nationale Champions‘ zu schaffen und vor dem Wettbewerb zu schützen.“ 

Das von der Bundesregierung angekündigte Konjunkturprogramm schließlich solle auf den Klimaschutz ausgerichtet sein, „abzuraten“ sei „von weitergehenden Versuchen einer aktiven Industriepolitik zur Erhaltung einer politisch gewollten Wertschöpfungstiefe“. 

Wirtschaft in der Corona-Krise: Reisebranche beklagt Umsatzeinbußen von fast 11 Milliarden Euro

+++ 12.00 Uhr: Die wirtschaftliche Lage der Reisewirtschaft in der Corona-Krise hat sich dem Branchenverband DRV zufolge weiter verschärft. Der Verband rechnet inzwischen mit Umsatzeinbußen von mindestens 10,8 Milliarden Euro bis Mitte Juni. „Das Geschäft der Reisebüros und Reiseveranstalter ist durch staatliche Anordnung fast vollständig zum Erliegen gekommen“, sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig am Montag in Berlin. Eine Besserung sei nicht in Sicht. Die weltweite Reisewarnung aufgrund der Corona-Pandemie war jüngst bis Mitte Juni verlängert worden. „Vor Ende derPfingstferien in Deutschland werden keine Auslandsreisen möglich sein“, sagte Fiebig.

Hinzu kämen die Belastungen durch die Rückabwicklung gebuchter Reisen. Fiebig forderte ein staatliches Soforthilfeprogramm mit nicht rückzahlbaren Beihilfen. Zwei von drei Unternehmen sähen sich bereits unmittelbar von einer Insolvenz bedroht. „Die Politik kann nicht länger völlig tatenlos hinnehmen, wie Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Existenz verlieren“, mahnte Fiebig.

Corona-Krise betrifft auch Auszubildende

+++ 11.30 Uhr: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor Folgen der Corona-Pandemie für Auszubildende. „Wenn Einnahmen fehlen und Berufsschulen geschlossen sind, geraten bestehende Ausbildungsverhältnisse in Gefahr“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag) aus einer internen Analyse des DIHK. Zudem werde es zunehmend schwerer, Angebote für das kommende Ausbildungsjahr zu sichern, das im August und September beginnt.

Den Angaben zufolge gibt es derzeit in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Auszubildende. Im Normalfall würden etwa eine halbe Million Schulabgänger in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen.

EU genehmigt Milliarden-Staatshilfen für Air France

Update vom 04.04.2020, 10.20 Uhr: Die EU-Kommission hat wegen der Corona-Krise staatliche Milliardenhilfen Frankreichs für die Fluggesellschaft Air France genehmigt. Das Paket im Umfang von sieben Milliarden Euro gebe der Airline Finanzmittel, die für die Bewältigung der Folgen der Pandemie dringend benötigt würden, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Montag. Sie lobte, dass die französische Regierung die Fluggesellschaft dabei verpflichte, bestimmte Umweltziele einzuhalten.

Air France verfügt über 300 Flugzeuge und mehr als 41.000 Mitarbeiter. Durch die Corona-Pandemie sind die Passagierzahlen wie auch sonst in der Branche massiv eingebrochen.

Bekommt die Lufthansa Milliarden vom Staat?

Update vom Sonntag, 03.05.2020, 16.34 Uhr: Die Fluggesellschaft Lufthansa rechnet in der Corona-Krise mit „einem baldigen Abschluss“ der Verhandlungen über Staatshilfe in Milliardenhöhe. „Die Unterstützung durch den deutschen Staat wäre für uns ein entscheidender Schritt für unsere Zukunftsfähigkeit“, schrieb der Vorstand um Konzernchef Carsten Spohr in einer internen Mitteilung am Sonntag (03.05.2020). „Mit der Deutschen Bundesregierung befinden wir uns in einem intensiven und konstruktiven Austausch. (...) Nach unserer Einschätzung können diese Gespräche zu einem baldigen Abschluss geführt werden.“

Die Lufthansa verhandelt mit der Bundesregierung über Hilfen in Höhe von rund 10 Milliarden Euro, die zum Teil als stille Beteiligung fließen könnten. Spohr lehnt zu großen staatlichen Einfluss etwa in Form von Aufsichtsratsmandaten ab.

Wirtschaft in der Corona-Krise: Verbände fordern Lockerung des Datenschutzes

+++20.00 Uhr: Verschiedene Wirtschaftsverbände fordern wegen der Belastung durch die Corona-Pandemie eine Lockerung der Vorgaben zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Der Generalsekretär des Zentralverbands Deutsches Handwerk (ZDH) argumentiert in diesem Zusammenhang, dass in Krisenzeiten  „unverhältnismäßige und praxisferne Bürokratievorgaben für die Betriebe noch schwerer“ wiegen würden. Der Arbeitgeberverband BDA sieht die Regeln der Datenschutzgrundverordnung zwei Jahre nach ihrem Inkrafttreten äußerst kritisch. Die DSGVO stifte laut Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter weiterhin Verwirrung und Unsicherheit.

Laut einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW ) sieht die Mehrheit der betroffenen Unternehmen die Reform skeptisch, denn in etwa 60 Prozent der Unternehmen hätten sich die Geschäftsprozesse durch die Datenschutzgrundverordnung verkompliziert. Die DSGVO trat im Mai 2018 in Kraft und soll hauptsächlich die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen oder Vereine regeln.

Corona-Krise: Deutsche Flughäfen fordern Staatshilfen

Update von Samstag, 02.05.2020, 13.57 Uhr: Die deutschen Flughäfen fordern angesichts der Corona-Krise weitreichende Staatshilfen. Die Betriebskosten sollten in der Krise vom Staat übernommen werden. So unterstreicht der Chef des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, gegenüber t-online: „Wenn wir im Interesse Deutschlands die Flughäfen offenhalten, fordern wir, dass unsere Betriebs- und Vorhaltekosten vom Staat kompensiert werden.“

Die Vorhaltekosten der deutschen Flüghäfen belaufen sich nach Schätzung der ADV auf 170 Millionen Euro pro Monat. Ohne die Hilfen könnten einige Standorte nicht mehr lange offen blieben, so Beisel, das sei für die Logistik in Deutschland in der Corona-Krise mehr als fatal.

Corona-Krise in der Wirtschaft: Steigt der Bund bei Lufthansa ein?

+++ 13.02 Uhr: Die Bundesregierung berät offenbar über einen Direkteinstieg bei der Lufthansa. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, verhandelt die Regierung über Finanzhilfen für die durch die Corona-Krise angeschlagene Airline. Demnach geht um Hilfen im Gesamtvolumen von 10 Milliarden Euro. 

Dem „Spiegel“ zufolge sollen 5,5 Milliarden Euro in Form einer stillen Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Im Gegenzug verlange die Bundesregierung eine Garantiedividende von neun Prozent. Außerdem wolle der Staat mit 25,1 Prozent direkt bei der Lufthansa einsteigen, was knapp eine Milliarde kosten dürfte. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beisteuern. Hierfür wolle die Regierung eine Bürgschaft übernehmen, hieß es.

Corona-Krise: Gesellschaftliche Konflikte befürchtet

+++ 11:15 Uhr: Dietmar Bartsch befürchtet neue gesellschaftliche Konflikte durch die Corona-Pandemie. Die unvermeidliche Wirtschaftskrise werde „fast jeden in unserem Land treffen“. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland: „Es wird wieder Klassenkampf geben.“

Bartsch fordert die Bundesregierung deshalb zu weiteren Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise auf. Vor allem Kinder, Familien und Alleinerziehende benötigten Unterstützung. Das gelte auch für systemrelevante und dennoch schlecht bezahlte Berufsgruppen in der Pflege, der Logisitk und dem Einzelhandel.

Corona-Krise: Ryanair bereitet radikalen Stellenabbau vor

Update 01.05.2020, 09.46 Uhr: Die irische Billig-Airline Ryanair geht davon aus, wegen der Corona-Pandemie bis zu 3000 Stellen abzubauen. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag (01.05.2020) mit. Betroffen von den Stellenstreichungen seien vor allem Piloten und Kabinenpersonal. Auch unbezahlter Zwangsurlaub, Gehaltskürzungen um bis zu 20 Prozent und die Schließung von Standorten in ganz Europa seien zu erwarten, hieß es. Auch Mitarbeiter in der Führungsebene müssten mit Jobverlust rechnen.

Ryanair geht davon aus, dass es mindestens zwei Jahre dauern wird, bis Passagierzahlen und Ticketpreise wieder das Niveau von 2019 erreichen. Ryanair hatte die meisten seiner Flüge im März eingestellt und rechnet nicht damit, dass der Betrieb vor Juli wieder aufgenommen werden kann.

+++ 20.45 Uhr:  Frankreichs Wirtschaft hat im ersten Quartal wegen den Folgen der Corona-Krise den stärksten Konjunktureinbruch seit mehr als 70 Jahren erlitten. In den ersten drei Monaten des Jahres sei die Wirtschaftsleistung um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft, teilte das nationale Statistikinstitut INSEE am Donnerstag nach einer ersten Schätzung mit. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte, die Zahlen zeigten die „Wucht der wirtschaftlichen Erschütterung“, mit der das Land konfrontiert sei.

Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ist laut INSEE der stärkste seit 1949. Das Ausmaß habe auch den Einbruch von 1968 übertroffen, als Streiks die Wirtschaft belastet hatten. Als Grund für den schweren konjunkturellen Rückschlag in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone gelten harte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mitte März wurde Frankreichs Wirtschaft im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus heruntergefahren.

Corona-Krise: McDonald's erleidet Gewinneinbruch

+++ 17.30 Uhr: Der Fastfood-Gigant McDonald's hat wegen der Coronavirus-Pandemie deutliche Umsatz- und Gewinneinbußen erlitten. Im ersten Quartal des Jahres ging der Gewinn um 17 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) zurück. Der Umsatz sank in dem Zeitraum um sechs Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. 

Während die Verkäufe von Hamburgern und Pommes Frites im Februar noch zugenommen hatten, brachen sie im März ein, als immer mehr Länder strikte Ausgangsbeschränkungen verhängten. McDonald's zufolge wurden die meisten seiner Schnellrestaurants in wichtigen Märkten wie Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien vorübergehend geschlossen. 

In den USA seien dagegen 99 Prozent der Schnellrestaurants geöffnet. Die meisten von ihnen bieten Lieferung und Abholung an, während die Sitzbereiche geschlossen sind. In China sind die meisten McDonald's-Filialen dem Konzern zufolge inzwischen wieder geöffnet. Die Nachfrage habe sich aber noch nicht vollständig erholt.

Corona-Krise: Anträge auf Corona-Hilfen jetzt bei 33 Milliarden Euro

+++ 14.15 Uhr: Die Nachfrage nach staatlicher Hilfe in der Corona-Krise ist weiterhin riesig. Bis Ende April gingen bei der staatlichen Förderbank KfW Kreditanträge in Höhe von insgesamt 33,1 Milliarden Euro ein, wie die KfW am Donnerstag bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen mitteilte. 

Bis 29. April hätten 25.520 Unternehmen einen Antrag auf Corona-Hilfen gestellt, die KfW habe bereits 25.183 Anträge zugesagt.

Arbeitslosenzahl steigt dramatisch - Quote bei 5,8 Prozent

+++ 12.55 Uhr: Die Corona-Krise schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch: Die Zahl der Arbeitslosen stieg von März auf April um über 300.000, die Arbeitslosenquote auf 5,8 Prozent. Zugleich stellten Unternehmen Anträge auf Kurzarbeit für gut zehn Millionen Arbeitnehmer - „eine nie dagewesene Zahl“, wie der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, sagte. 

Mit der Kurzarbeit würden „Millionen Arbeitsplätze gerettet“, betonte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Corona-Krise: Dramatische Entwicklung für Europas Wirtschaft

+++ 11.50 Uhr: Die Corona-Krise hat Europas Wirtschaft den schwersten Einbruch seit Jahrzehnten beschert. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte, sank die Wirtschaftsleistung in der Eurozone aus 19 Staaten im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr. In der gesamten EU aus 27 Staaten schrumpfte die Wirtschaft im Zeitraum von Januar bis März um 3,5 Prozent.

In beiden Fällen seien dies die stärksten Rückgänge seit Beginn der Erfassung im Jahr 1995, wie Eurostat mitteilte. Die Statistiker verwiesen darauf, dass die Mitgliedstaaten im März begonen hatten, Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu verordnen.

Dadurch sind weite Teile der europäischen Wirtschaft zum Erliegen gekommen. Fabriken schickten ihre Mitarbeiter nach Hause, Geschäfte mussten schließen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Im letzten Quartal vor der Corona-Krise Ende 2019 hatte hatte die Wirtschaft in der Eurozone noch einen leichten Zuwachs um 0,1 Prozent verzeichnet. In der gesamten EU waren es 0,2 Prozent.

Kurzarbeit für über 10 Millionen Menschen in Deutschland angemeldet

Update 30.04.2020, 10.15 Uhr: Deutschlands Unternehmen haben in der Corona-Krise bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Diesen Rekordwert gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Damit wurden alle Prognosen von Volkswirten bei weitem übertroffen. 

Die Schätzungen der Experten hatten zwischen drei und sieben Millionen Menschen gelegen. Der bisherige Rekordwert der Bundesagentur für Arbeit für dieses arbeitsmarktpolitische Instrument stammt aus dem Mai 2009. Damals waren 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Im gesamten Krisenjahr 2009 waren 3,3 Millionen Anzeigen für Kurzarbeit bei der Bundesagentur eingegangen.

Bundesregierung rechnet mit schwerer Rezession 

+++ 14.15 Uhr: Die Bundesregierung rechnet wegen der Corona-Pandemie mit einer schweren Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 6,3 Prozent zurückgehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch in Berlin bei Vorlage der Frühjahrsprognose. 

Für das kommende Jahr rechnet die Regierung demnach aber „im Zuge des Aufholprozesses“ wieder mit einem Zuwachs um 5,2 Prozent.

Corona-Krise: 591 Mio Euro Verlust für Boeing

+++ 14.00 Uhr: Die Corona-Pandemie und das Debakel rund um den Unglücksflieger 737 Max haben Boeing im ersten Quartal in die roten Zahlen gebracht. Unterm Strich fiel ein Verlust von 641 Millionen US-Dollar (591 Mio Euro) an, wie der US-Luftfahrtkonzern am Mittwoch in Chicago mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch einen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar gemacht. Der Umsatz des Airbus-Erzrivalen sank um 26 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar.

Boeing steckt aufgrund des Problemfliegers 737 Max, der nach zwei verheerenden Abstürzen seit mehr als einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist, bereits tief in der Krise. Durch die Corona-Pandemie, die den Luftverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hat, gerät das Unternehmen noch stärker in Not. „Die Pandemie trifft jeden Aspekt unseres Geschäfts“, sagte Vorstandschef Dave Calhoun.

VW erwartet wegen Corona „gravierend rückläufiges Ergebnis“

+++ 11.30 Uhr: Der VW-Konzern stellt sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deutlich schlechtere Geschäftszahlen im laufenden Jahr ein. Man erwarte ein „im Vorjahresvergleich gravierend rückläufiges“ operatives Ergebnis, das aber noch im positiven Bereich landen werde. Für das zweite Quartal rechnet Volkswagen sogar mit roten Zahlen im Tagesgeschäft. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mit. Auch der Umsatz dürfte „voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen“, hieß es.

Der größte Autokonzern der Welt gab zudem die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Demnach sackte der auf die Hauptanteilseigner entfallende Nettogewinn im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2019 um mehr als 86 Prozent auf 405 Millionen Euro ab. Der Gewinn vor Steuern sank von 4,1 auf 0,7 Milliarden Euro.

Corona-Krise: Kurzarbeit auch bei Airbus

+++ 11.00 Uhr: Airbus ist wegen der Corona-Krise in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich gab es im ersten Quartal einen Verlust von 481 Millionen Euro nach einem Gewinn von 40 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das teilte der Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Mittwoch in Toulouse mit.

„Wir befinden uns mitten in der schwersten Krise, die die Luftfahrtbranche jemals erlebt hat“, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury in einer Telefonkonferenz. Der Franzose hatte die Beschäftigten zuvor schriftlich auf harte Zeiten eingestimmt. In Frankreich seien rund 3 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, sagte Faury nun. Mit Blick auf Deutschland fügte er hinzu: „Einige tausend Menschen werden bald in Kurzarbeit sein.“ Einzelheiten und Standorte blieben dabei offen.

Der Umsatz sank im ersten Vierteljahr wegen Unterbrechungen bei der Flugzeug-Auslieferung um 15 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Airbus lieferte 122 Verkehrsflugzeuge aus, 40 weniger als zuvor.

Deutsche Bank zum Jahresauftakt mit Verlust

Update, 29.04.2020, 09.00 Uhr: Die Deutsche Bank hat trotz eines überraschend guten Jahresstarts das erste Quartal 2020 unter dem Strich mit einem Verlust abgeschlossen. Zwar stehen in der Zwischenbilanz wie am Sonntag vorab mitgeteilt 66 Millionen Euro Gewinn. Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis jedoch lag bei minus 43 Millionen Euro, wie der Frankfurter Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle fiel mit 506 Millionen Euro deutlich höher aus als ein Jahr zuvor (140 Mio Euro). Die Hälfte davon sei auf die Corona-Krise zurückzuführen, erklärte die Bank.


British Airways streicht Tausende Stellen

+++ 18.50 Uhr: Die Fluggesellschaft British Airways will wegen der Corona-Krise bis zu 12.000 Stellen streichen. Der Mutterkonzern der Airline, die IAG-Gruppe, begründete die Entscheidung am Dienstag damit, dass es voraussichtlich mehrere Jahre dauern werde, bis sich der Flugverkehr wieder normalisiert habe. Zur IAG-Gruppe gehören auch die Fluggesellschaften Iberia und Vueling.

Corona-Krise: Auch Icelandair streicht Stellen

+++ 18.45 Uhr: Die isländische Fluggesellschaft Icelandair streicht im Zuge der Corona-Krise rund 2000 Stellen. Damit reagiere man auf die ernsthafte Situation, die durch die Pandemie für die Flug- und Tourismusbranche entstanden sei, teilte die Airline am Dienstag mit. Alle Unternehmensbereiche, vor allem aber die Besatzung, Wartung und der Bodenbetrieb, seien von der Maßnahme betroffen. Icelandair hoffe, den Betroffenen wieder eine Anstellung anbieten zu können, sobald sich die Märkte von der Pandemie erholt hätten, erklärte Unternehmenschef Bogi Nils Bogason. Der Großteil der verbleibenden Mitarbeiter soll demnach in Teilzeit weiterbeschäftigt werden, die Gehälter von Vollzeitkräften werden gekürzt.

+++ 12.30 Uhr: Der Dax hat am Dienstag an seinen starken Wochenauftakt angeknüpft und weiter zugelegt. Der deutsche Leitindex stieg bis zum Mittag um 1,93 Prozent auf 10 866,24 Punkte. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer ein neues Erholungshoch seit dem Tiefpunkt des Corona-Crashs Mitte März erreicht.

Lufthansa prüft Insolvenz im Schutzschirmverfahren

+++ 11.15 Uhr: In den Verhandlungen um mögliche Corona-Hilfen prüft die Lufthansa auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung anstelle eines direkten Staatseinstiegs. Entsprechende Informationen der Gewerkschaft Ufo wurden am Dienstag von einem Unternehmenssprecher in Frankfurt bestätigt.

Ein solches Schutzschirmverfahren hat bereits der Ferienflieger Condor durchlaufen. Das Unternehmen wird in diesem Fall unter die Aufsicht eines Sachwalters gestellt und könnte unter dem bisherigen Management die Sanierung angehen.

Laut Gewerkschaft soll Lufthansa-Chef Carsten Spohr intern erklärt haben, dass er das Unternehmen lieber in die Insolvenz in Form eines Schutzschirmverfahrens führe, als sich von der Politik reinreden zu lassen.

50.000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen

Update, 28.04.2020, 9.50 Uhr: Rund jedes neunte Einzelhandelsgeschäft in Deutschland könnte nach Angaben des Handelsverbands infolge der Corona-Krise Insolvenz anmelden müssen. „Wir fürchten, dass nun bis zu 50.000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, weil ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth. Nach Angaben des Verbands gibt es in Deutschland rund 300.000 Einzelhandelsgeschäfte.

„In den vier Wochen Schließungen der Geschäfte im Non-Food-Bereich haben wir rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren, den wir auch nicht wiederbekommen werden. Pro Tag waren dies rund eine Milliarde Euro“, so Genth. In der ersten Woche nach der Öffnung sei zudem ein großer Kundenansturm ausgeblieben, zurzeit verliere der Handel täglich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. „Wir fürchten sehr, dass die Innenstädte nach der Krise nicht mehr so aussehen werden wie vor der Krise.“

Corona-Krise: Kein Normalbetrieb der Luftfahrt vor 2022

+++ 22.10 Uhr: Der US-Flugzeugbauer Boeing geht davon aus, dass die internationale Luftfahrtindustrie sich nur sehr langsam von der Corona-Krise erholen wird. „Wir erwarten, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis das Reiseaufkommen wieder das Niveau von 2019 erreicht“, warnte Boeing-Chef Dave Calhoun die Aktionäre am Montag bei der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns. Wegen der Pandemie konnte die Veranstaltung diesmal nur im Internet stattfinden. 

Bis die Luftfahrtbranche wieder zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückfinde, dürfe es einige weitere Jahre erfordern, sagte Calhoun. Die Krise sei „anders als alles, was wir jemals erlebt haben“ und es sei „schwer einzuschätzen, wann sich die Situation stabilisieren wird“. 

Corona-Krise: Fluglinie glaubt nicht an Normalbetrieb vor 2022

+++ 18.10 Uhr: Die in der Krise steckende norwegische Billigfluglinie Norwegian rechnet nicht mit einer Rückkehr zum Normalbetrieb vor 2022. Man plane deshalb mit einer „Winterschlaf-Phase“ sowie einer anschließenden „Erholungsphase“, erklärte die Airline am Montag in einer Mitteilung an die Osloer Börse, Gläubiger und Investoren. Demnach will Norwegian vor allem in der Nebensaison Geld sparen und sich in der Hauptsaison 2021 finanziell erholen, ehe im Folgejahr wieder normaler Betrieb herrschen soll.

Der Großteil der Norwegian-Flugzeuge bleibt seit Wochen im Zuge der Corona-Pandemie am Boden, rund 7650 Mitarbeiter wurden vorübergehend beurlaubt. Die Fluggesellschaft will sich in ein Milliarden Kronen schweres Kreditpaket der norwegischen Regierung retten, mit dem die Probleme für Airlines aufgefangen werden sollen.

Handel will Corona-Schecks zur Ankurbelung des Konsums

+++ 14.20 Uhr: Der Handel in Deutschland plädiert für die Ausgabe von Corona-Schecks in Höhe von 500 Euro pro Einwohner zur Ankurbelung des Konsums in der Corona-Krise. Der private Konsum sei massiv eingebrochen. Die Verbraucherstimmung befinde sich auf einem Tiefpunkt, warnte der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Josef Sanktjohanser am Montag in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es bedürfe deshalb einer „Initialzündung für die private Konsumnachfrage“.

Durch die Corona-Schecks könne ein Nachfrageimpuls von bis zu 40 Milliarden Euro erzeugt werden, der durch die Multiplikatoreffekte weiter ansteige. „Damit würde für alle Wirtschaftsbereiche, die essenziell von der privaten Nachfrage abhängen, ein deutlich spürbares Signal für den Neustart gesetzt“, warb der HDE-Präsident. Das könne dafür sorgen, dass die deutsche Wirtschaft schnell wieder Fahrt aufnehme.

Arbeitnehmer könnten das Geld nach den Vorstellungen des HDE über die Lohnabrechnung erhalten.

CSU-Chef Söder will Lufthansa retten, aber nicht verstaatlichen

+++ 13.30 Uhr: Die Rettung der von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Lufthansa ist nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder für Deutschland „elementar“ und muss daher hohe Priorität haben. „Natürlich ist es wichtig, die Lufthansa zu retten, es ist ein systemrelevantes Unternehmen. Die Lufthansa sollte aber nicht verstaatlicht werden“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Deutschland dürfe auch nach einer staatlichen Beteiligung „kein Sagen auf der Kommandobrücke“ erhalten, sondern sich nur als stiller Teilhaber, als Beiboot verstehen.

Die Lufthansa ist wegen der massiven Flugabsagen in Schwierigkeiten geraten. Der Konzern hatte vor einigen Tagen erklärt, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne. Nun könnte ein milliardenschweres Hilfspaket kommen, die genaue Form ist aber noch unklar.

Corona-Krise: Adidas büßt fast gesamten Quartalsgewinn ein

+++ 11.25 Uhr: Der Sportartikelhersteller Adidas hat im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie finanziell schwer leiden müssen: Umsatz und Gewinn sind massiv eingebrochen, wie das Unternehmen am Montag in Herzogenaurach mitteilte. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftstätigkeiten, die entscheidende Messgröße bei Adidas, verlor um 97 Prozent und lag nur noch bei 20 Millionen Euro. Im zweiten Quartal erwartet Adidas noch heftigere Einbrüche. Das Unternehmen geht davon aus, dann operativ in die Verlustzone zu rutschen.

Das Betriebsergebnis betrug im ersten Quartal mit 65 Millionen Euro nur einen Bruchteil der im Vorjahr erzielten 875 Millionen Euro. Hier belasteten etwa Stornierungen von Bestellungen.

Weitere Staatshilfen für Condor

Update 27.04.2020, 09.15 Uhr: Neue Staatshilfen für den von der Corona-Krise schwer angeschlagenen Ferienflieger Condor. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Coronavirus-Pandemie am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro.

Somit könne Deutschland Condor einen Teil der coronabedingten Einbußen ersetzen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten um Lösungen, wie Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten im Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften unterstützt werden können.“

VW fährt Produktion hoch 

+++ 19.59 Uhr: Nach fast eineinhalb Monaten Zwangspause in der Corona-Krise fährt VW am Montag (27.04.2020) auch in seiner Zentrale in Wolfsburg die Autoproduktion langsam wieder hoch. Im sächsischen Zwickau, wo das neue E-Modell ID.3 gefertigt wird, sowie bei den SUVs und Kleinwagen in Bratislava (Slowakei) hatte das Unternehmen kürzlich schon mit dem Neustart begonnen. Neben Wolfsburg sollen nun Hannover und Emden sowie weitere Standorte in Europa hinzukommen. 

Während der Unterbrechung - Mitte März ausgelöst durch die eingebrochene Autonachfrage, weltweit gekappte Lieferketten und das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus in den Fabriken - hatte VW nur kleine Bereitschafts-Teams in den Werken gehalten. Nun greifen strengere Hygienekonzepte, Abstandsregeln und kürzere Reinigungsintervalle. Zudem sollten die Schichtpläne umgebaut werden, um übergangsweise weniger Mitarbeiter zur gleichen Zeit im gleichen Raum zu haben.

Auch nach Corona-Krise: Arbeitsminister will Recht auf Homeoffice einführen

Update vom Sonntag, 26.04.2020, 15.12 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) möchte ein Recht auf Arbeit von zu Hause aus dauerhaft gesetzlich ermöglichen. „Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde. Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist“, sagte Heil der „Bild am Sonntag“. Man dürfe entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder „auch nur für ein oder zwei Tage die Woche“, so Heil. 

Ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge sei der die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice in der Corona-Krise von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen. Mit „fairen Regeln“ will Heil verhindern, dass „sich die Arbeit zu sehr ins Private frisst“. Auch im Homeoffice gebe es einen Feierabend - „und zwar nicht erst um 22 Uhr“. Die Heimarbeit solle jedoch eine freiwillige Angelegenheit bleiben. „Wir wollen mehr Homeoffice ermöglichen, aber nicht erzwingen“, sagte Heil. 

Wirtschaft in der Corona-Krise: Wann öffnet die Gastronomie wieder?

+++ 17.59 Uhr: Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann will für Cafés, Kneipen und Restaurants im Land eine schnelle Perspektive bieten, wann sie wieder öffnen können. Sollte es die Entwicklung der Infektionszahlen in der Corona-Krise zulassen, dann sollte die Gastronomie schon im Mai wieder beginnen können, sagte der SPD-Politiker. Aus seiner Sicht sollte darüber nachgedacht werden, erste Angebote schon vor Himmelfahrt wieder zu ermöglichen. Dafür müsse es strenge Abstandsregeln zwischen den Tischen und eine begrenzte Gästezahl geben, auch eine Mundschutzpflicht für das Personal könne sinnvoll sein. „Mit dem Virus müssen wir sowieso noch eine ganze Weile leben, bis wir Medikamente und einen Impfstoff haben“, sagte Willingmann.

Gastronomie in der Corona: Kretschmer hält Ende Mai für realistisch

Der CDU-Wirtschaftsrat befürwortet Lockerungen für Kneipen und Restaurants in der Corona-Krise. „Wenn Abstandsregeln, Höchstgastzahlen im Außen- wie Innenbereich und gegebenenfalls auch reduzierte Geschäftszeiten vorgeschrieben werden, sollte einer behutsamen Lockerung der Beschränkungen im Gastronomiegewerbe nichts im Wege stehen“, sagte Wirtschaftsrats-Generalsekretär Wolfgang Steiger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Klar sei aber, dass es zunächst keine vollumfängliche Öffnung geben könne. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält eine Öffnung von Cafés, Kneipen und Restaurants derzeit noch nicht für möglich. Eine Öffnung der Gastronomie Ende Mai sei für den Freistaat aber durchaus denkbar, sagte der CDU-Politiker in der ARD. 

Einzelhandeln in der Coronakrise: Grüne fordern Einkaufsgutscheine für alle

Update vom Samstag, 25.04.2020, 13.32 Uhr: Zur Unterstützung des Einzelhandels in der Corona-Krise fordern Grünen-Politiker Einkaufsgutscheine für alle Bürger. Diese „Kauf-vor-Ort-Gutscheine“ sollen einen Wert von 250 Euro haben und nur im stationären Handel, für stationäre Dienstleistungen oder in der Gastronomie eingelöst werden können. Das geht aus einem Positionspapier von Grünen-Bundestagsabgeordneten hervor. 

Der Gutschein soll nur in Geschäften eingelöst werden können, die vom Corona -Shutdown betroffen waren - also nicht im Lebensmittelhandel und bei Drogerien. Er soll ein Jahr gültig sein und nicht im Online-Handel verwendet werden dürfen. In dem Papier heißt es, es sei „ein zielgerichtetes Instrument nötig, um die Nachfrage im lokalen Handel anzukurbeln“ - sobald die gesundheitspolitische Lage das wieder zulasse. Es stammt von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sowie den Abgeordneten Katharina Dröge, Oliver Krischer, Claudia Müller und Daniela Wagner.

Wegen Corona: Bis zu drei Millionen Arbeitslose möglich

+++ 12.40 Uhr: Das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet mit rund 520.000 neuen Arbeitslosen im Jahr 2020. Das gab das Institut am Freitag in Nürnberg bekannt. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen könnte in den kommenden Monaten auf 3 Millionen ansteigen, 2,5 Millionen Menschen könnten - vor allem bedingt durch die Corona-Pandemie - in Kurzarbeit gehen müssen.

Für die deutsche Wirtschaft rechnet das Institut mit einem Rückgang von 8,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. „Die deutsche Wirtschaft stürzt in die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte“, schrieb das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit in einem Bericht. Nach der Finanzkrise 2009 und 2008 waren in Deutschland rund fünf Prozent weniger Waren und Dienstleistungen produziert worden.

Noch im März war das IAB von einer deutlich stabileren Lage am Arbeitsmarkt ausgegangen. Grundlage dafür war die Annahme, dass der Einbruch durch die Corona-Pandemie weniger stark sei und dass die Beschränkungen des öffentlichen Lebens kürzer ausfallen würden. Und wer durch die Krise besonders stark belastet wird, kann Insolvenzgeld beantragen.

Coronavirus gefährdet auch die Renten

Update vom Freitag, 24.04.2020, 9.03 Uhr: Das Coronavirus hat die Finanzmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt - und damit die Renten in Gefahr gebracht. Insbesondere die private Altersvorsorge ist durch die Verlust bedroht.

Viele Renten- und Pensionskassen haben ihr Vermögen in Aktien angelegt. In den vergangenen Wochen ist diese Vermögen zusammengeschmolzen, entsprechend schwierig wird es für die Kassen, später die Renten zu zahlen.

Private Rente könnten durch nach Corona negativen Leitzins dahinschmelzen

Noch schwieriger ist die Lage für private Anleger, die - aus welchem Grund auch immer - gezwungen sind, ihre Portfolios kurzfristig aufzulösen. Verluste sind hier für die meisten nahezu unumgänglich. Wer nur privat für die Rente vorgesorgt hat und jetzt verkaufen musste ist von Altersarmut bedroht.

Gleichzeitig sind die Zinsen für risikoarme Kapitalanlagen wie Staatsanleihen und Risikolebensversicherungen im Dauertief. Die US-Notenbank hat aufgrund der Corona-Pandemie den Leitzins auf historisch niedrige 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert, ist unklar. In Europa liegen die Zinsen bereits auf einem Rekordtief, der nächste Schritt wären Negativzinsen - und die noch schlechtere Nachrichten für die Renten.

Staatliche Rente droht nicht nur wegen Corona weiter zu sinken

„Die Niedrigzinspolitik wird mittelfristig erhebliche problematische Einflüsse auf die Altersvorsorge nach sich ziehen und die Kapitalbildung für private Anleger erschweren“, sagt Sven Thieme, Geschäftsführer des Vermögensberaters Competent Investment. Auch die Grundrente könnte wegen des Coronavirs später kommen.

Hinzu kommt: In zehn Jahren gehen die „Baby-Boomer“ in Rente. Während das Verhältnis von Beitragszahlern zu Empfängern derzeit noch bei 10 zu 6 liegt, könnte es dann auf 1 zu 1 sinken. Fraglich, wie die staatliche Rente dann noch ausreichen soll. Ein deutliches Zeichen, dass die private Altersvorsorge jetzt gestärkt werden sollte, meint Thieme. Ein wichtiger Punkt auch für alle, die im Alter gerne ihre Ruhe haben wollen und nicht darauf angewiesen sein wollen, etwas zur Rente hinzuzuverdienen.

EU beschließt Milliarden-Paket gegen Corona-Krise

+++ 20.44 Uhr: Beim EU-Gipfel haben die europäischen Staaten ein Corona-Hilfspaket in Höhe von 540 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, so die Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Die Kredithilfen sollen für Kurzarbeit, Unternehmenshilfe und verschuldete Staaten eingesetzt werden und ab dem 1. Juni bereitstehen. Der italienische MinisterpräsidentGiuseppe Conte hatte bis zuletzt Zweifel geäußert, doch bei der Entscheidung nicht widersprochen. 

Auf das Paket hatten sich die EU-Finanzminister bereits vor zwei Wochen geeinigt. Neben einem Sicherheitsnetz für Arbeitsplätze soll es auch kleine und mittlere Unternehmen, sowie angeschlagene Staaten wie Italien und Spanien unterstützen. Beide Staaten wurden extrem schwer von der Corona-Pandemie getroffen und waren zuvor bereits stark verschuldet. 

Corona-Hilfspaket enthält Milliarden für Kurzarbeitergeld in EU-Staaten

Mit dem in dem Paket enthaltenen Konzept „Sure“ will die Kommission das Kurzarbeitergeld der Mitgliedsstaaten unterstützen. Dafür sollen 25 Milliarden Euro als Garantien hinterlegt und schließlich bis zu 100 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Das Ziel sei es, möglichst viele Jobs zu erhalten. 

Das dritte Element des Corona-Hilfspakets seien die vorsorglichen Kreditlinien des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Für diese Kredite müssten die Länder zwar keine Sparprogramme aufsetzen, doch das Geld dürfe nur für direkte oder indirekte Gesundheitskosten verwendet werden. Dafür könnten rund 240 Milliarden Euro aufgebracht werden - an jedes Empfängerland bis zu zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts, meldet dpa. 

Kanzlerin Merkel: Deutschland muss mehr für den Wiederaufbau nach Corona-Krise zahlen 

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte angesichts desCorona-Hilfspakets an, dass Deutschland künftig mehr in den EU-Haushalt zahlen müsse. Es sei „richtig und gut so“, dass die Bundesrepublik für die Wiederherstellung Europas nach der Corona-Pandemie mehr zahlen müsse. Eine Größenordnung dafür nannte die Kanzlerin nicht. Genauere Pläne für die europäischen Wiederaufbaufonds seien nun von der EU-Kommission beauftragt worden.

Währenddessen blieb die Kanzlerin bei einem klaren „Nein“ zu den umstrittenen Corona-Bonds, die Schulden der Corona-Krise unter den Mitgliedsstaaten vergemeinschaften würden. Als Begründung nannte Merkel den Zeitmangel, schließlich müssten alle Parlamente der Mitgliedsstaaten sich für die Corona-Bonds entscheiden. „Das wäre ein zeitraubender und schwieriger Prozess und keiner, der in der aktuellen Lage direkt helfen könnte“, sagte sie in einer Videokonferenz am Donnerstag. Es gehe darum jetzt schneller zu helfen. Über die Corona-Bonds streiten die EU-Mitgliedsstaaten bereits seit Wochen. Insbesondere die besonders hart von der Pandemie getroffenen Länder wie Italien, Frankreich und Spanien fordern ein gemeinsames Aufkommen für die Schulden. Deutschland lehnte das bisher vehement ab. 

EZB-Chefin fordert schnelles Handeln in Corona-Krise

+++17.11 Uhr: Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) fordert schnelles Handeln der EU-Staaten, um einen Wirtschaftseinbruch in der Eurozone zu verhindern. Beim EU-Gipfel am Donnerstag soll Christine Lagarde laut Angaben aus Teilnehmerkreisen davor gewarnt haben, dass die Reaktion auf dieCorona- und Wirtschaftskrise zu klein und zu langsam ausfallen könnte, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. 

Die EZB befürchtet im Extremfall ein mögliches Minus von 15 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt der Eurozone für das Jahr 2020. Dabei handele es sich um ein „Worst-Case“-Szenario der EZB.

Corona-Krise: Bundesregierung will Kurzarbeitergeld erhöhen

++ 14.20 Uhr: Die große Koalition will in der Corona-Krise vor allem soziale Härten abfedern und Betrieben die Existenz sichern: Das Kurzarbeitergeld soll erhöht werden, um vor allem für Geringverdiener Einkommensverluste auszugleichen. Zugleich wird die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds verlängert. 

Die in der Corona-Krise besonders belasteten Gastronomiebetriebe bekommen Steuererleichterungen. Die Mehrwertsteuer für Speisen wird vom 1. Juli für ein Jahr auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent gesenkt. 

Um Schulen und Schüler beim digitalen Unterricht zu Hause zu unterstützen, will der Bund 500 Millionen Euro bereitstellen. Bedürftige Schüler sollen einen Zuschuss von 150 Euro für die Anschaffung von Computern bekommen. Kostenpunkt des gesamten Pakets: Mehr als 10 Milliarden Euro, wie SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sagte. 

Corona-Krise: Pleitewelle in Deutschland erwartet

Update vom Donnerstag, 23.04.2020, 13.10 Uhr: Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther erwartet bald eine Flut von Pleiten aufgrund der Corona-Krise. Nur ob sie schon im Herbst oder erst nächstes Jahr kommt, sei noch offen: „Die Bugwelle baut sich gerade auf“, sagte er am Mittwochabend in einer Videokonferenz des Münchner Clubs Wirtschaftspresse.

Karstadt Kaufhof, die Restaurantketten Vapiano und Maredo, das Modeunternehmen Hallhuber und die Stadthalle Bonn-Bad Godesberg waren im April erste prominente Opfer, die Insolvenz anmelden oder unter einen Schutzschirm flüchten mussten. 

Im Tourismus, in der Luftfahrtbranche seien nicht nur die Einnahmen jetzt komplett weggebrochen - ihre Welt werde auch nach der Krise anders sein: „Ich glaube nicht, dass man noch für 23 Euro nach Mallorca fliegt. Keiner fliegt mehr für ein zweistündiges Meeting von Berlin nach Frankfurt“, sagte der Sprecher des „Gravenbrucher Kreises“ der führenden Insolvenzverwalter. Flöther ist auch gerichtlich bestellter Sachwalter des angeschlagenen Ferienfliegers Condor.

Deutscher Veranstalter sagt erneut Reisen ab

+++ 19.41 Uhr: Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise sagt der Veranstalter DER Touristik alle Reisen bis einschließlich 15. Mai ab. Das Unternehmen begründete die Entscheidung am Mittwoch mit den aktuellen Informationen der Bundesregierung zur Urlaubsplanung und der anhaltenden Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Zuvor hatte DER alle Reisen bis Ende April abgesagt. 

Kunden, die vom 16. Mai bis zum 30. Juni eine Reise gebucht haben, können laut Veranstalter gegen den Erhalt eines Gutscheins kostenlos stornieren. Darin enthalten sei ein Preisnachlass für die nächste Buchung. Zu dem Unternehmen gehören die Veranstalter Dertour, ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen und ADAC Reisen. 

Die Corona-Reisewarnung der Bundesregierung für Touristen gilt bis zum 3. Mai. Weitere Entscheidungen werden laut Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) gegen Ende April getroffen. 

Auswirkungen der Corona-Krise: Weitere Airline insolvent

+++ 16.07 Uhr: In der Corona-Krise ist eine weitere deutsche Fluggesellschaft in die Insolvenz geraten. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) hat am Mittwoch beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen des Berliner Zeitfracht-Konzerns mit 15 Flugzeugen und 354 Beschäftigten soll in Eigenverwaltung weitergeführt werden, wie ein Sprecher mitteilte. Die andere Zeitfracht-Airline WDL mit derzeit fünf abgestellten Jets sei nicht betroffen. Beide Gesellschaften waren zusammen unter der Marke German Airways vermarktet worden.

Als Sachwalter der Gläubiger wurde Rechtsanwalt Dirk Andres benannt, neuer Geschäftsführer ist der Rechtsanwalt Michael Wilbert. Derzeit fehle die dauerhaft positive Perspektive für die Fluggesellschaft, teilte das Unternehmen mit. „Die Insolvenz ist damit eine direkte Folge der Reisebeschränkungen und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation während der Corona-Pandemie.“

Corona-Krise: Flugverkehr weiter im Tiefflug

Angesichts des kaum noch stattfindenden Flugverkehrs erwarten die deutschen Flughäfen im laufenden zweiten Quartal den Tiefpunkt bei den Passagierzahlen. In der Corona-Krise war der Verkehr bis Ende März auf noch rund 5 Prozent des vorherigen Niveaus zurückgegangen, wie der Flughafenverband ADV am Mittwoch erneut berichtete. In der vergangenen Woche (13.-19. April) fiel die Passagierzahl auf nur noch 1,2 Prozent. 

Für den Monat März ergaben die Zahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang um 63 Prozent auf 7,1 Millionen Passagiere, was ungefähr dem Aufkommen der 90er-Jahre entspreche. Besonders wenig Verkehr gab es auf den innerdeutschen Strecken.

Corona-Krise: Friseure öffnen - mit Auflagen

+++ 13.43 Uhr: Endlich die Haare schneiden lassen - Friseurinnen und Friseure werden viel Arbeit haben, nachdem ihre Salons in der Corona-Krise wochenlang geschlossen waren. Ein Schutzstandard regelt nun, unter welchen Vorgaben Friseursalons ab Mai öffnen dürfen. 

Zu den verpflichtenden Maßnahmen zählen unter anderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Friseure und Kunden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsschutzstandard der zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Demnach sind Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege vorerst nicht erlaubt. 

Weiterhin soll in den Betrieben ein ausreichender Abstand zwischen den Menschen sichergestellt werden - etwa indem man die Anzahl der Arbeitsplätze begrenzt. Nach einer zeitweisen Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Friseursalons ab dem 4. Mai wieder öffnen.

Corona-Krise: Dax stabilisiert sich

+++ 13.13 Uhr: Nach seinem Vortagesrückgang hat sich der Dax am Mittwoch gefangen. Der deutsche Leitindex rückte gegen Mittag um 1,22 Prozent auf 10 375,21 Punkte vor. Ein weiteres Konjunkturpaket der USA in Höhe von 480 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wurde am Markt als hilfreich für die Aktienkurse gesehen. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,45 Prozent auf 22 266,97 Punkte hoch. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann ein Prozent.

Eine weitere Stabilisierung der Aktienkurse dürfte nun auch davon abhängen, ob der Verfall der Ölpreise in den kommenden Tagen gestoppt werden könne, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Dann könne sich auch die Wall Street wieder stabilisieren. 

Am Ölmarkt bilden derzeit eine schwache Nachfrage im Zuge der Corona-Krise und volle Lagerstätten eine gefährliche Mischung. Zeitweise war am Anfang dieser Woche bei der US-Sorte WTI sogar für die Abnahme von Öl Geld bezahlt worden. Am Mittwochmorgen stand vor allem der Preis für die Nordseesorte Brent unter Druck - dieser fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit 1999.

Corona-Krise in der Wirtschaft: Pakete am Sonntag?

Update vom 22.04.2020, 12.15 Uhr: Das Bundesarbeitsministerium lehnt die von der Deutschen Post angestrebte Zulassung einer Sonntagszustellung von Paketen ab. Ein Sprecher von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Wie bereits das Verwaltungsgericht Berlin in mehreren Eilverfahren entschieden hat, liegt keine Versorgungskrise vor, die die Versorgung der Bevölkerung durch eine Sonntagszustellung von Paketen dringend nötig machen würde.“

Ein wegen der Ostertage, der Kontaktbeschränkungen und der Schließung vieler Verkaufsgeschäfte vorübergehend auftretendes erhöhtes Paketaufkommen sei kein Grund, um in das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf Sonntagsruhe einzugreifen.

Ein Postsprecher hatte betonte, der Konzern strebe keine regelmäßige, bundesweite Sonntagszustellung an. Man wolle aber Sonntagsarbeit in der derzeitigen Ausnahmesituation „punktuell und nach Abstimmung mit den örtlichen Betriebsräten“ einsetzen, um schnell auf bestehende regional begrenzte Engpässe zu reagieren. Auch bei einem nur punktuellen Einsatz von Sonntagsarbeit wäre ein bundesweit einheitlicher rechtlicher Rahmen sinnvoll.

Corona-Krise: Schwere Rezession droht in Lateinamerika

+++20.38 Uhr: Lateinamerika droht in der Corona-Krise eine schwere Rezession: Die UN-Wirtschaftskommission rechnet mit der schwersten Rezession der jüngeren Geschichte, sowohl für Lateinamerika als auch für die Karibik. Durch die anhaltende Corona-Pandemie werde die Wirtschaftskraft der Region 2020 um voraussichtlich 5,3 Prozent sinken, so die Kommission am Dienstag. Kommissionchefin Alicia Bárcena: „Wir rechnen mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und einer Verschärfung von Armut und Ungleichheit.“

Die betroffenen Länder in Südamerika exportieren vor allem Rohstoffe nach China, während Mittelamerika und die Karibik von Tourismus profitieren - beide Branchen sind derzeit hart von der Corona-Krise betroffen.   

Nach Crash: Trump will Öl-Branche in der Corona-Krise unterstützen

+++ 16.03 Uhr: Trump sagt Öl-Branche Unterstützung zu: Nach dem drastischen Einbruch des US-Ölpreises am Montag (20.04.2020) hat US-Präsident Donald Trump der Branche seine Unterstützung zugesichert. „Wir werden die großartige US-Öl und Gasindustrie niemals im Stich lassen“, postete Trump am Dienstag auf Twitter. 

Der Ölmarkt war durch die Folgen der Corona-Krise massiv kollabiert. Am Montag rutschte der Preis für US-Rohöl ins Minus, sprich Öl-Verkäufer legten bei Abgabe der Ware sogar noch Geld drauf. Die Lage hat sich am Dienstag etwas stabilisiert. 

Ladenöffnung in der Corona-Krise: Galeria Karstadt Kaufhof nimmt Filialen wieder in Betrieb

+++ 13.35 Uhr: Die Essener Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat inzwischen bundesweit knapp 50 ihrer insgesamt 170 Filialen wieder geöffnet. Unter anderem in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stehen Standorte den Kunden wieder zur Verfügung, wie aus einer Übersicht des zur österreichischen Holding Signa gehörenden Unternehmens hervorgeht. Auf einer reduzierten Verkaufsfläche werde das gesamte Sortiment angeboten.

Spanien schlägt EU-Sonderfonds für Corona-Krisenstaaten vor

+++ 12.00 Uhr:  Spanien will mit einem neuen Vorschlag Schwung in den Streit über ein europäisches Antikrisenprogramm im Zuge der Coronavirus-Pandemie bringen. Der Plan sieht einen Sonderfonds der EU von bis zu 1,5 Billionen Euro für besonders betroffene Mitgliedstaaten vor, wie die Regierung in Madrid mitteilte. 

Medienberichten zufolge soll der Fonds durch „dauerhafte EU-Schulden“ finanziert werden. Ministerpräsident Pedro Sánchez will den Vorschlag am Donnerstag (23.04.2020) bei einer Videokonferenz den EU-Staats- und Regierungschefs präsentieren.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans forderte alle Staaten auf, „die spanische Initiative sorgfältig zu studieren, um festzustellen, ob sie die Grundlage für einen Kompromiss sein kann“. Die Zahl von 1,5 Billionen Euro sei auch bereits von der EU-Kommission genannt worden, so dass das Volumen nahe am Umfang der erforderlichen Investitionen zu sein scheine, sagte Timmermans.

Corona-Krise: Dax mit Abschlägen

+++ 09.55 Uhr: Unter dem Eindruck der Turbulenzen am Ölmarkt hat der Dax am Dienstagmorgen kräftige Abschläge verbucht. Wenige Minuten nach dem Handelsstart belief sich das Minus auf 1,73 Prozent bei 10.491,74 Punkten.

Angebot und Nachfrage am Ölmarkt klaffen derzeit stark auseinander, die Preise sind im Keller. 

Wegen Corona: Steuereinnahmen sinken

Update 21.04.2020, 08.55 Uhr: Die Corona-Krise hat nun auch erstmals die Steuereinnahmen in Deutschland erfasst. Im März 2020 sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um 1,8 Prozent auf 69,6 Milliarden Euro, wie das Bundesfinanzministerium am Dienstag mitteilte. Ein Minus gab es bei der Umsatz- sowie der Körperschaftsteuer. Die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer gingen um fast 57 Prozent zurück. Dennoch stieg im ersten Quartal das gesamte Steueraufkommen noch um 3,5 Prozent.

Das Ressort von Minister Olaf Scholz (SPD) geht davon aus, dass sich die Corona-Krise wegen des Steuerrechts erst mit Verzögerung massiv auswirken wird. „Die ökonomischen Auswirkungen des Mitte März in Deutschland begonnenen Shutdowns werden daher erst in den folgenden Monaten das Steueraufkommen beeinträchtigen“, heißt es im Monatsbericht des Ministeriums.

Corona-Krise: Ölpreise im Sturzflug

+++ 18.21 Uhr: Ölpreis stark gefallen: Der Preis für US-Rohöl ist am Montag extrem gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) texanisches Leichtöl (WTI) zur Lieferung im Mai lag am Montag bei kaum mehr als 10 US-Dollar. So niedrig war der Preis zuletzt im Jahr 1986  gewesen. Am Freitag hatte das Barrel noch acht Dollar mehr gekostet. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel ebenfalls, wenn auch nicht ganz so stark. Er fiel um 1,68 Dollar auf 26,57 Dollar. 

Experten begründen den Preisfall mit einem starken Einbruch der Erdölnachfrage in Zeiten der Corona-Krise. Insgesamt bestimme ein zu hohes Angebot derzeit die Lage am Erdölmarkt. Noch dazu seien weltweiten Lagerkapazitäten für Öl nahezu ausgeschöpft. Die Ölmächte Russland und Saudi-Arabien, deren Streit den Preis zuletzt massiv gedrückt hatte, haben zwar Förderkürzungen angekündigt, doch Experten zweifeln an der Wirksamkeit der Maßnahmen. 

Gastronomie fürchtet Pleitewelle

+++ 16.43 Uhr: Gastronomie fordert Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise: In einem offenen Brief wandten sich Spitzenköche wie Frank Rosin, Tim Mälzer und Tim Raue sowie die Handelsketten Metro und Edeka an die Bundesregierung. Darin unterstützten sie zwar die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, erinnerten aber zugleich an die Verdienstausfälle und Zukunftssorgen vieler Unternehmerinnen und Unternehmer. Die Beschränkungen würden „zu einer nie dagewesenen Pleitewelle in dieser Branche führen“, zitierte der Nachrichtendienst dpa den Brief. Die Verfaser seien überzeugt, dass mit den entsprechenden Abstandsregeln und Hygiene-Maßnahmen ein  „achtsamer Neustart“ für die Gastronomie-Branche möglich sei. 

Weiterhin Unsicherheit in der Corona-Krise: Dax rutscht erneut ab

+++14.45 Uhr: Dax rutscht erneut ab: Nach zwischenzeitlicher Erholung hat der deutsche Leitindex am frühen Montagnachmittag wieder nachgegeben und ist um 1,45 Prozent auf 10 472,01 Punkte gesunden. Der erneute Rutsch hängt laut Craig Erlam, einem Marktanalysten von Broker Oander, mit der Skepsis kurz vor Start der Berichtssaison zusammen. Die anhaltende Unsicherheit angesichts der Corona-Krise sei aber keine große Überraschung. 

Lage der Maschinenbauer in der Corona-Krise verschärft sich

+++13.40 Uhr: Corona-Krise belastet Maschinenbau: Die Lage der deutschen Maschinenbauer in der Corona-Krise hat sich weiter verschärft. Nach einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA verzeichnen inzwischen 89 Prozent der Mitgliedsunternehmen Beeinträchtigungen, wie der VDMA am Montag in Frankfurt mitteilte. Dazu zählen Auftragseinbußen und die Stornierung von Bestellungen. „Die Lieferketten stehen aber ebenfalls weiter unter starkem Druck“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Ende März hatten 84 Prozent der Firmen von Problemen berichtet.

Wiederaufbau der Wirtschaft könnte mindestens eine Billion Euro kosten 

+++ 12.00 Uhr: EU-Kommissar Paolo Gentiloni rechnet mit Kosten von mindestens einer Billion Euro für den Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Corona-Krise - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Paket mit Soforthilfen von gut 500 Milliarden. Dies sagte Gentiloni in einem am Montag veröffentlichten Interview des „Spiegels“. Auch Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte zuletzt von einem Marshall-Plan in Billionenhöhe gesprochen. Der Eurorettungsschirm ESM geht von mindestens weiteren 500 Milliarden Euro aus.

Corona-Krise: Gewerbesteuern brechen ein

+++ 11.10 Uhr:  Die Corona-Krise sorgt für Milliardenverluste bei Städten und Gemeinden in Deutschland. So brachen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im März drastisch ein, wie aus Zahlen des Finanzministeriums hervorgeht. Demnach nahmen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen 70 Prozent weniger Gewerbesteuern ein als noch vor einem Jahr. Die Einnahmen der Länder aus der Gewerbesteuerumlage sanken um fast 60 Prozent.

Corona-Krise: Kraftfahrzeuggewerbe begrüßt Lockerungen

+++ 10.55 Uhr: Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe will mit der Wiedereröffnung des Autohandels einen Teil des verlorenen Geschäfts nachholen. „Das Frühjahr ist die stärkste Phase im Automobilhandel. Einen Teil dieses Geschäfts wollen wir jetzt auf jeden Fall noch mitnehme“, sagte ein Verbandssprecher am Montag auf Anfrage. „Wir sind sehr froh, dass die Shutdown-Phase beendet ist und wir jetzt Schritt für Schritt zur Normalität zurückfinden.“

Neben kleineren und mittelgrößeren Geschäften im Einzelhandel dürfen seit Montag auch Kfz-Händler wieder öffnen. Wegen der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise war die Zahl der neu zugelassenen Autos in Deutschland im März eingebrochen.

VW will Förderprämie für Neuwagen

Update vom Montag, 20.04.2020, 10.15 Uhr:  Deutschlands größter Autohersteller Volkswagen drängt auf die schnelle Einführung einer staatlichen Förderprämie, um den Corona-bedingten Nachfrageausfall bei Neuwagen auszugleichen. "In dieser Situation sollte eine Prämie breit angelegt sein und auch moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umfassen. Die bisherige Förderung von Elektrofahrzeugen sollte fortgesetzt werden", sagte der Chef der Marke VW, Ralf Brandstätter, dem "Handelsblatt" vom Montag. Laut der Zeitung ist am 5. Mai ein Treffen der Branche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant. 

Unterdessen macht Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim auf Youtube bei „maiLab“ den Virologen-Vergleich. Ein beliebter Experte wird dabei entlarvt.

Restaurants und Hotels in Deutschland droht die Pleite

+++ 13.22 Uhr: Im deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe droht wegen der Corona-Krise nach Darstellung der Branche etwa jedem dritten Betrieb die Pleite. Rund 70.000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe stünden vor der Insolvenz, warnte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Sonntag. Den gut 223.000 Betrieben gingen bis Ende April rund 10 Milliarden Euro Umsatz verloren. 

„Ohne zusätzliche staatliche Unterstützung steht jeder dritte Betrieb vor der Insolvenz“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga, Ingrid Hartges, der „Bild am Sonntag“. Die Bundesregierung stellte den von der anhaltenden Schließung besonders betroffenen Hoteliers und Restaurantbetreibern finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Update vom Sonntag, 19.04.2020, 09.17 Uhr: Wegen der Corona-Krise könnten die Mietpreise fallen. Damit rechnet eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus der die „Welt am Sonntag“ zitiert. Grund dafür sei, dass den Haushalten wegen der Corona-Krise und der damit verbundenen stiegenden Arbeitslosigkeit weniger Einkommen zur Verfügung stünde.

Immobilienexperte Michael Voigtländer vom IW fügte gegenüber der „Welt am Sonntag“ an, dass angesichts der Corona-Pandemie in teuren Regionen die Mietpreie eher fallen würden. Auch würden an solchen Standorten in Deutschland die Mitpreise mit höherer Wahrscheinlichkeit sinken, an dem der Sturkturwandel in der Autoindustrie hinzu käme.

Corona-Krise: Oberverwaltungsgerichte weisen Eilanträge gegen Schließung von Warenhäusern zurück

+++ 19.00 Uhr: Wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilte, haben die Oberverwaltungsgerichte in Berlin und in Greifswald Eilanträge gegen die verordnete Schließung von Warenhäusern im Zusammenhang der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg begründete die Zurückweisung der Eilanträge damit, dass die Schließung im Hinblick auf den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung gerechtfertigt sei.

Eilanträge gegen Schließung von Warenhäusern abgelehnt - Galeria Karstadt Kaufhof betroffen

Auch das Oberverwaltungsgericht Greifswald lehnte einen Eilantrag ab, mit dem eine Warenhauskette die über den kommenden Montag hinausgehende Schließung seiner Filialen in Rostock und Wismar verhindern wollte. Wie wir bereits berichtet haben, ist unter anderem die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof in mehreren Bundesländern gegen die Schließung ihrer Filialen wegen der Corona-Pandemie vorgegangen.

Schließungen durch Infektionsschutzgesetz gedeckt

Die  Eilanträge richteten sich gegen die bis Sonntag geltende Eindämmungsverordnung. Die Richter entschieden jedoch, das die Eindämmungsverordnung durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt sei. Warenhäuser müssten in diesem Fall nicht wie die der Grundversorgung dienenden Einzelhandelsgeschäfte behandelte werden. Diese Beschlüsse seien unanfechtbar.

Update vom Samstag, 18.04.2020, 09.12 Uhr: Eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes hat Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil angesichts der Corona-Krise in Aussicht gestellt. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung unterstrich er, dass er die Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unterstütze. Demnach soll das Kurzarbeitergeld von 60 auf 80 Prozent der Nettoeinbußen für Mai bis Juli aufgestockt werden.

Bisher gebe es keinen Überblick, wie viele Menschen sich bundesweit in Kurzarbeit befänden: „Aber ich gehe davon aus, dass mehrere Millionen Menschen in Kurzarbeit sind oder gehen werden“, machte er deutlich. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008/2009 seien in der Corona-Krise mehr Branchen betroffen, insbesondere Gastronomie unf Tourismus. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung betont Heil aber: „Die Herausforderung ist gewaltig, aber wir haben die Rücklagen, um das gemeinsam zu überstehen. Und Kurzarbeit sichert Millionen von Arbeitsplätzen.“

Corona-Pandemie:  EU-Parlament gibt drei Milliarden Euro aus EU-Haushalt frei

+++ 17.00 Uhr: Das EU-Parlament hat drei Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt für den Kampf gegen die Coronavirus-Krise freigegeben. Mit dem Geld sollen auf EU-Ebene medizinische Hilfsgüter wie Masken und Beatmungsgeräte gekauft und verteilt werden. Zudem soll der grenzübergreifende Transport von Patienten bezahlt werden. Die Maßnahme gehört zu einem Hilfspaket, das die Abgeordneten am Freitag billigten.

Das EU-Parlament stimmte außerdem für eine Änderung der Richtlinien für den bereits bestehenden Hilfsfonds für besonders arme und benachteiligte Menschen, darunter Obdachlose. Der Hilfsfonds kann damit während der Coronavirus-Pandemie schneller auf Finanzmittel zugreifen. Neben direkten Hilfen an die Menschen wird damit Schutzausrüstung für Helfer finanziert. Außerdem bekommen Hilfsstellen die Möglichkeit, zur Verringerung des Ansteckungsrisikos elektronische Gutscheine beispielsweise für Nahrungsmittel auszustellen.

Corona-Krise: 800-Quadratmeter-Regel in der Kritik

+++ 16.30 Uhr: Der deutsche Einzelhandel hat die ab kommender Woche geltende 800-Quadratmeter-Grenze für Geschäfte erneut heftig kritisiert. „Wir wollen keine Diskriminierung, keine Wettbewerbsverzerrun", sagte Josef Sanktjohanser, Präsident Handelsverband Deutschland (HDE), am Freitag nach einer Videoschalte von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Vertretern der deutschen Wirtschaftsverbände. 

Sanktjohanser kritisierte zudem, dass die Bundesregierung Pläne über einen Zeitraum von jeweils zwei Wochen für die Corona-Schutzmaßnahmen mache wolle. Die Überprüfung der Regeln müsse in kürzeren Abständen erfolgen, forderte der Verbandschef.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Mittwoch entschieden, dass ab kommender Woche zunächst Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern öffnen dürfen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu am Freitag: „Bund und Länder schauen nicht nur auf das, was im Inneren eines Geschäfts los ist, sondern sie müssen den gesamten Verkehr im Blick haben, der sich eben in Bewegung setzt, wenn Innenstädte Stück für Stück wieder geöffnet werden."

Mehr Zulauf in die Innenstädte hätte mehr Menschen in Bussen und Bahnen zur Folge, zudem mehr Menschen und Schlangen auf den Bürgersteigen vor den Geschäften. All dies bedeute mehr Kontakte, auch wenn die allermeisten sich an Abstand und Hygiene hielten, sagte Seibert. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir uns normal gefüllte Fußgängerzonen leisten können.“

Tourismusbranche kritisiert Schäubles Überlegungen zu den Sommerferien

13.40 Uhr: Die Tourismuswirtschaft lehnt Überlegungen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), die Sommerferien zu verkürzen, entschieden ab. „Unternehmen wie Bürger brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit, statt weiterer Verunsicherung durch eine völlig unnötige und unverantwortliche Diskussion, die der Bundestagspräsident heraufbeschwört“, kritisierte der Generalsekretär des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Rabe, am Freitag.

Galeria Karstadt Kaufhof reicht Klage ein

12.25 Uhr: Die Essener Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat Klage gegen die Sonderregeln des Landes Nordrhein-Westfalen in der Corona-Krise eingereicht. Das Unternehmen wende sich in einem Eilverfahren gegen die Coronaschutzverordnung, teilte das Oberverwaltungsgericht des Landes am Freitag in Münster mit. Das Land hat Gelegenheit, dazu Stellung zu beziehen. Eine Entscheidung soll in dieser Woche nach Angaben des Gerichts nicht mehr fallen. Ab Montag gelten die neuen Vorgaben für den Einzelhandel. 

Große Kaufhäuser wie Karstadt und Kaufhof müssen demnach weiter geschlossen bleiben. Die von Bund und Ländern vorgegebene langsame Öffnung des Handels sieht nämlich vor, dass nur Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ab Montag wieder unter bestimmten Sicherheitsauflagen öffnen dürfen. Mit dieser Regelung soll gewährleistet werden, dass nicht alle Läden auf einmal aufmachen und die Innenstädte dadurch wieder zu voll werden. Allerdings hat das Land Nordrhein-Westfalen einen Sonderweg eingeschlagen: Es erlaubt zusätzlich die Öffnung von Möbelhäusern - darunter auch die der großen Kette Ikea - sowie von Babyfachmärkten. Mehrere Handelsketten und Verbände hatten bereits kritisiert, dadurch entstehe eine willkürliche Wettbewerbsverzerrung.

Chinas Wirtschaft bricht dramatisch ein

+++ 12.00 Uhr: Durch die Pandemie mit dem Coronavirus ist Chinas Wirtschaft erstmals seit Jahrzehnten geschrumpft. Im ersten Quartal verkleinerte sich die zweitgrößte Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag in Peking mitteilte. Es ist der erste negative Wert seit Beginn der quartalsweisen Erhebungen 1992. Ein ganzes Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft hatte China zuletzt 1976 verzeichnet. Vergangenes Jahr war Chinas Wirtschaft noch um 6,1 Prozent gewachsen.

Corona-Krise: Industrie erhöht Druck auf die Politik

+++ 10.40 Uhr: Vor einem Spitzentreffen von Wirtschaftsverbänden mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier zur Corona-Krise hat die Industrie den Druck auf die Politik erhöht. Industriepräsident Dieter Kempf erklärte am Freitag: „Wir sind besorgt, dass sich die Vorbereitung der Politik zum Neustart in 14-Tages-Plänen erschöpft. Sie muss sich jetzt darauf vorbereiten, was sie beim nächsten Checkpoint entscheidet.“ Die Bundesregierung solle die mittel- und langfristigen Folgen der Krise stärker als bisher in den Blick nehmen.

Altmaier spricht am heutigen Freitag (17.04.2020) mit Spitzenverbänden der Wirtschaft.

Corona-Krise an der Börse: Dax zeigt sich erholt

Update vom 17.04.2020, 10.20 Uhr:  Eine deutliche Erholung am deutschen Aktienmarkt könnte dem Dax am Freitag in letzter Minute ein positives Wochenergebnis einbringen. Dank neuer Hoffnungstreiber in der Corona-Krise kletterte der Leitindex gegen Ende der ersten Handelsstunde um 3,01 Prozent auf 10.612,10 Punkte. Vor Ostern war er bei knapp 10.565 Punkten aus dem Handel gegangen.

G7-Gruppe will bei der Wiederbelebung der Wirtschaft zusammenarbeiten

Update vom 16.4.2020, 20.02 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe haben vereinbart, bei der Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Corona-Krise zusammenzuarbeiten. Ziel sei es, „wirtschaftliches Wachstum mit belastbareren Gesundheitssystemen und sicheren Versorgungsketten“ zu schaffen, teilte das Weiße Haus in Washington am Donnerstag nach einer Videokonferenz zur Koordinierung der Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus mit. Die USA haben derzeit den Vorsitz über die Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten, der auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada angehören. Die G7-Staats- und Regierungschefs hatten bereits Mitte März in einer Videokonferenz über die Coronavirus-Pandemie beraten.

„Wettbewerbsverzerrung“: Wirtschaft kritisiert Lockerung der Corona-Maßnahmen in Schritten

+++ 20.36 Uhr: Mehr Einkaufsmöglichkeiten, aber weiter keine Reisen und Restaurantbesuche: Bund und Ländern lockern die Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus nur in kleinen Schritten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisierte, für viele Betriebe fehle weiterhin eine klare Perspektive für ihr Geschäft. „Weitere wirtschaftliche Einbußen für die gesamte Gesellschaft zeichnen sich ab“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. 

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, kritisierte am Mittwochabend (15.04.2020) den Fahrplan für die Öffnung der Geschäfte, die zunächst auf Flächen von bis zu 800 Quadratmetern begrenzt sind. „Lockerungen der Ladenschließung dürfen sich nicht an Betriebsgrößen oder Verkaufsflächen festmachen. Die jetzt beschlossenen Vorgaben führen zu Wettbewerbsverzerrungen und Rechtsunsicherheiten“, mahnte Genth.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte Gespräche mit der Wirtschaft an. „Ich werde mich am Freitag mit den Wirtschaftsverbänden eng über den genauen Ablauf der Lockerungen und möglicher weiterer Lockerungen, sobald es der Gesundheitsschutz zulässt, abstimmen“, sagte Altmaier.

Corona in der Wirtschaft: VW will Produktion schrittweise hochfahren

+++ 18.41 Uhr: Die großen deutschen VW-Werke sollen übernächste Woche wieder ihre Arbeit aufnehmen. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise. Erster Produktionstag wäre demnach der 27. April. Zu den Werken des Autobauers Volkswagen, in denen die Fertigung von Fahrzeugen wieder aufgenommen werden soll, gehören die Standorte Wolfsburg, Emden und Hannover.

VW plane zunächst mit einer Ein-Schicht-Produktion mit einem deutlich kleineren Teil von Mitarbeitern. Nach und nach sollen dann später wieder reguläre Stückzahlen in den deutschen Fabriken erreicht werden. Wegen der Corona-Krise ruhen in den deutschen VW-Werken die Bänder seit dem 19. März. 

Deutsche Wirtschaft leidet unter Corona: Dax sackt wieder ab

+++ 18.30 Uhr: Die Spekulationen darüber, dass es die Bundesregierung in der Corona-Krise mit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen nicht so eilig hat, hat den Dax im Lauf des Mittwochs (15.04.2020) deutlich absacken lassen. Als Belastung hinzu kamen am Nachmittag desaströse Konjunkturdaten aus den USA, so dass der deutsche Leitindex 3,9 Prozent tiefer bei 10.279,76 Punkten schloss. Seit dem Tief des Corona-Crashs Mitte März hat er dennoch um rund ein Viertel zugelegt.

Trotz der Corona-Krise: Amazon-Chef Jeff Bezos wird noch reicher

Update vom Mittwoch, 15.04., 09.05 Uhr: Die Corona-Pandemie legt die US-Wirtschaft lahm, Millionen Amerikaner müssen Abstriche machen, doch der reichste Mensch der Welt wird noch reicher. Das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos ist dem Bloomberg Billionaires Index zufolge seit Jahresbeginn um 24 Milliarden auf 138,5 Milliarden Dollar (126,1 Mrd Euro) gestiegen. Grund ist der anhaltende Höhenflug der Amazon-Aktie. Sie legte am Dienstag um gut fünf Prozent zu und erreichte ein neues Rekordhoch, von dem der Konzerngründer als Großaktionär profitiert. 

Amazons Lieferdienste sind in der Corona-Krise sehr gefragt. Der weltgrößte Online-Händler tut sich zwar mit dem Ansturm schwer, viele Kunden müssen derzeit lange warten oder können keine Bestellungen aufgeben. Amazon wird zudem vorgeworfen, nicht genug für den Mitarbeiterschutz zu tun. Der Konzern ist mit Protesten konfrontiert und steht wegen umstrittener Kündigungen in der Kritik. Anleger stört das jedoch nicht, trotz des allgemeinen Kurssturzes an den Börsen ist die Amazon-Aktie seit Jahresbeginn um fast ein Viertel gestiegen.

Wirtschaft während Corona: Adidas bekommt staatlichen Milliardenkredit 

+++ 18.23 Uhr: Dax-Konzern Adidas erhält wegen der Folgen der Corona-Krise einen Milliardenkredit von der staatlichen Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Die KfW habe eine Darlehenszusage in Höhe von 2,4 Milliarden Euro gegeben, dazu kämen Zusagen eines Bankenkonsortiums in Höhe von 600 Millionen Euro. Das teilte der Konzern am Dienstag (14.04.2020) mit.

Einen Aufschrei erregte Adidas, als der Konzern im Zuge der Corona-Krise ankündigte, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa nicht mehr zu bezahlen. Nach harscher öffentlicher Kritik machte der Konzern sein Vorhaben rückgängig und entschuldigte sich.

Corona-Krise und die Wirtschaft: Leichte Enstappnung an der Börse

+++ 17.52 Uhr: Entspannung am Börsenparkett in der Corona-Krise: Der deutsche Leitindex schloss am Dienstag (14.04.2020) 1,25 Prozent höher bei 10.69656 Punkten. Positive Wirtschaftsdaten aus China haben den Dax gestützt. Vom Crash-Tief Mitte März hat sich der Dax nun schon um fast 30 Prozent nach oben gearbeitet.

+++ 17.11 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie befürchtet der Internationale Währungsfonds (IWF) die tiefste Rezession der Weltwirtschaft seit knapp einem Jahrhundert: Die IWF-Ökonomen rechnen für 2020 mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um drei Prozent. Es bestehe sogar das „erhebliche Risiko“, dass die Rezession am Ende noch schlimmer ausfallen könnte, hieß es in einer am Dienstag in Washington veröffentlichten Prognose des IWF. 

Wenn es gelänge, die Pandemie einzudämmen und im zweiten Halbjahr 2020 die wirtschaftliche Aktivität nach und nach wieder hochzufahren, könnte die Weltwirtschaft dann allerdings im Jahr 2021 wieder ein Wachstum von 5,8 Prozent verzeichnen, heißt es in dem Bericht weiter.

Corona-Krise: IWF rechnet mit schwerer Rezession

+++ 14.43 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr mit einer schweren Rezession in der Eurozone. Die Wirtschaftsleistung werde um 7,5 Prozent schrumpfen, betonte der IWF in seiner jüngsten Prognose zur globalen Konjunkturentwicklung. In Deutschland soll die Wirtschaft demnach im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent schrumpfen, in Italien sogar um 9,1 Prozent. Noch im Januar hatte der IWF für die Eurozone für 2020 ein Wachstum von 1,3 Prozent prognostiziert. 

Für 2021 rechnet der IWF für die 19 Länder der Eurozone mit einer Erholung und einem Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Pandemie im zweiten Halbjahr weitgehend unter Kontrolle gebracht werden kann und sich auch das Wirtschaftsleben wieder normalisiert, wie der IWF mitteilte. Die Organisation warnte, dass die jüngste Prognose wegen der anhaltenden Pandemie noch mit „extremer Unsicherheit“ behaftet sei.

Corona-Krise: Handel fordert rasche Öffnung der Geschäfte

+++ 13.40 Uhr: Der deutsche Einzelhandel dringt auf eine möglichst rasche Öffnung aller Geschäfte. „Der Einzelhandel muss flächendeckend wieder öffnen dürfen, sobald dies gesundheitspolitisch vertretbar ist“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Dienstag. Wenn die Läden in den Innenstädten noch lange flächendeckend geschlossen bleiben müssten, drohe „eine gewaltige Pleitewelle und somit ein bleibender Schaden für unsere vitalen Stadtzentren“, warnte Genth einen Tag vor der für Mittwoch erwarteten Entscheidung von Bund und Ländern über eine Lockerung der strengen Regeln in der Corona-Krise

Unterdessen dringt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf eine rasche Öffnung der Buchläden bei der Lockerung der Corona-Maßnahmen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Buchhandlungen bei möglichen Lockerungen der Einzelhandelsschließungen zu den ersten Geschäften gehören, die wieder öffnen dürfen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, am Dienstag. Bücher seien essenzieller Teil der „geistigen Grundversorgung“ und Buchhandlungen somit für die Gesellschaft systemrelevant.

Corona-Krise: Wirtschaftsminister Peter Altmaier äußert sich zurückhaltend

+++ 10.40 Uhr: Wie legt man sein Geld in diesen unsicheren Zeiten am besten an? Drei Experten des Bundesverbands deutscher Banken haben in der Corona-Sprechstunde der Frankfurter Rundschau Fragen von Leserinnen und Lesern beantwortet. Die Tipps der Experten sind eine Orientierungshilfe, sie ersetzen keine individuelle Beratung. 

In der „Corona-Sprechstunde“ der Frankfurter Rundschau beantworten Expertinnen und Experten Fragen der Leserinnen und Leser - jeden Tag zu einem anderen Thema.

Update vom 14.4.2020, 9.10 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich zurückhaltend zu einer möglichen Wiederöffnung von Ladengeschäften in der Corona-Krise geäußert. Im ARD-Morgenmagazin vermied er es am Dienstag, einen Termin für mögliche Lockerungen der strengen Regeln zu nennen. „Ich möchte den Ministerpräsidenten nicht vorgreifen, das ist eine Entscheidung von 16 Bundesländern“, sagte Altmaier. Die Landesregierungschefs wollen am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. 

„Wir schauen, was geschieht, wie die Infektionszahlen sich in den nächsten Tagen entwickeln werden“, sagte Altmaier. Das werde Klarheit bringen, dann könne man eine Entscheidung treffen. Möglicherweise werde es dabei differenzierte Vorschläge geben. Auch in Zukunft werde „viel Disziplin verlangt werden“, um eine Rückkehr der Krankheit zu vermeiden. Es dürften keine Menschenleben gefährdet werden, fügte der Minister hinzu.

Corona-Krise: Condor-Deal geplatzt

+++ 21.00 Uhr: Deal geplatzt – Die Fluglinie Lot aus Polen verzichtet auf den Kauf des Ferienfliegers Condor. Von dieser Entscheidung habe man Condor unterrichtet, sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns PGL am Montag (13.04.2020) der Deutschen Presse-Agentur in Warschau.

+++ 18.02 Uhr: Nicht alle Unternehmen leiden unter der Corona-Krise: Beim Milliarden-Versandkonzern Amazon laufen die Geschäfte rund. Der weltgrößte Online-Händler will weitere 75.000 Mitarbeiter einstellen, um den großen Andrang von Kunden zu bewältigen. Die Mitteilung am Montag (13.02.2020) kommt knapp einen Monat, nachdem der Konzern von US-Multimilliardär Jeff Bezos bereits die Einstellung von rund 100.000 Beschäftigten angekündigt hatte.

Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote haben die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten in vielen US-Regionen regelrecht explodieren lassen. Das Unternehmen tut sich mit dem Ansturm schwer, viele Kunden müssen derzeit lange warten oder können gar keine Bestellungen aufgeben.

Corona-Wirtschaftskrise: Hotels in Griechenland bitten um schnelle Hilfe

+++ 16.09 Uhr: Angesichts der Corona-Krise bitten Hoteliers in Griechenland um schnelle Hilfe. Die Hotelkammer schätzt die Umsatzverluste auf knapp 4,5 Milliarden Euro, 45.000 Arbeitsplätze seien bislang abgebaut worden. 

Die nötige Soforthilfe für die Hotelbranche wird vom Präsidenten der Handelskammer, Alexandros Vassilikos, auf knapp 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Das Hotelgewerbe und der Tourismus sowie die damit verbundenen Betriebe machen etwa 30 Prozent der Wirtschaft in Griechenland aus. In den vergangenen Jahren hatte die Tourismusbranche wesentlich dazu beigetragen, dass die Finanzkrise des Landes überwunden wurde.

Corona-Betrug: Altmaier will schwarze Schafe hart bestrafen

+++ 13.04.2020, 9.57 Uhr : Wirtschaftsminister Peter Altmaier will hart gegen den Missbrauch von Corona-Hilfen vorgehen. „Einige wenige schwarze Schafe gefährden so die schnelle Auszahlung für viele Tausend Ehrliche, die diese Hilfe jetzt dringend brauchen“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vor allem bei der Beantragung von Corona-Hilfen für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen sei es bisher zu missbräuchlichem Betrug gekommen, so der Minister.

Coronavirus trifft Wirtschaft: Kretschmann mit düsterer Prognose

+++ 10.43 Uhr: Die Auswirkungen der Corona-Krise werden einige Menschen in Deutschland sehr hart treffen - davon ist auch Winfried Kretschmann (Bündnis 90/ Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg überzeugt. Er macht im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine düstere Prognose. "Machen wir uns nichts vor", sagt der Grünen-Politiker. "Das wird eine harte Debatte geben, wer die Kosten für die Rettungspakete trägt." 

Kretschmann über die Folgen von Corona: "Meisten Menschen werden ärmer sein"

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg erklärt, dass die gesamte Bevölkerung für die Finanzspritzen bezahlen müsse und er macht eine düstere Prognose für die Folgen des Coronavirus in Deutschland:  "Die meisten Menschen werden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein."

Corona-Krise spaltet Deutschland: Wirtschaftliche Folgen treffen Bevölkerung ungleich

+++ 12.04.2020 Uhr: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat sich für weitere erhebliche Entlastungen der Firmen in der Corona-Krise ausgesprochen. DIHK-Präsident Eric Schweitzer forderte, Steuererstattungen vorzuziehen. „Schon kleine Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern könnten dadurch vier- oder fünfstellige Beträge vom Finanzamt zurückbekommen“, sagte Schweitzer der Presse. 

+++ 17.25 Uhr: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise trifft die Bevölkerung in Deutschland ungleichmäßig. In einer Umfrage unter mehr als 7000 Haushalten gaben nur 17 Prozent an, dass sich das Einkommen ihres Hauptverdieners verringert habe, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete. Unter den Selbstständigen sagten allerdings 41 Prozent, ihr Geschäft sei unterbrochen. „Die Schere scheint sich nicht zwischen arm und reich zu öffnen, sondern zwischen angestellt und selbstständig“, sagte Andreas Hackethal, Ökonom am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, der Zeitung. 

Das Institut konzipierte gemeinsam mit den Marktforschern von Nielsen die bislang größte Schnell-Umfrage zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in Deutschland. Dass die meisten Deutschen wirtschaftlich noch keine Folgen spüren, spiegelt sich demnach auch in den Konsumplänen wider: Nur 16 Prozent derer, die vor der Krise größere Anschaffungen über 250 Euro plante, hätten diese Pläne bisher gekippt. 28 Prozent hätten ihre Pläne verschoben, 54 Prozent gar keine Änderung an ihren Plänen vorgenommen.

Auch auf dieser Seite läuft derzeit eine Umfrage – wenn auch nicht nach wissenschaftlichen Maßstäben – zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für die Bevölkerung in Deutschland: Bis Samstagnachmittag (Stand: 17.25 Uhr) haben bereits fast 2700 Menschen teilgenommen. Bislang zeigt sich ebenfalls ein gespaltenes Bild: Fast ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieht sich mit negativen Konsequenzen (Kurzarbeit, Arbeitsverlust, Existenzängste) konfrontiert, fast die Hälfte spürt wenig bis keine Veränderung. Fast jeder oder jede Fünfte gibt an, dass sich sein oder ihr Arbeitspensum gar erhöht habe.

Corona-Krise: Kurzarbeit steigt in Frankreich massiv an – Millionen Arbeitnehmer betroffen

+++ Update vom Samstag, 11.04.2020, 15.43 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Kurzarbeiter durch die Corona-Krise sprunghaft angestiegen. Das Arbeitsministerium in Paris meldete am Samstag (11.04.2020) die Rekordzahl von acht Millionen betroffenen Arbeitnehmern und damit drei Millionen mehr binnen einer Woche. 700.000 Betriebe hätten Kurzarbeit beantragt. Damit sei mehr als jeder dritte Arbeitnehmer der Privatwirtschaft betroffen. Die Kosten für den Staat für die Kurzarbeitermaßnahmen werden auf über 20 Milliarden Euro beziffert, wie Arbeitsministerin Muriel Pénicaud am Freitag (10.04.2020) den Sendern RMC und BFMTV gesagt hatte. Dadurch könnten aber Massen-Entlassungen vermieden werden.

Die Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft sind auch in Deutschland zu spüren: Allein bis zum 31. März beantragten laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rund 470.000 Betriebe Kurzarbeit.

Corona-Krise: VW will nach Ostern über weiteres Vorgehen informieren

+++ Update von Freitag, 10.04.2020, 18.19 Uhr: Angesichts der Corona-Krise will VW nach Ostern seine Pläne für einen Neustart der Produktion vorstellen.  „Die Planung für den Wiederanlauf wird ausgearbeitet", sagte Stefan Sommer, der Beschaffungsvorstand im Volkswagen-Konzern, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 

Volkswagen selbst werde „schon bald mit einer klaren Vorstellung kommen, wann die Werke wieder hochgefahren werden, wie die Lieferketten wieder anlaufen“. Dazu müssten zunächst die Lieferketten wieder aufgebaut werden. Gleichzeitig, so der Beschaffungsvorstand des VW-Konzerns, müsse angesichts der Corona-Pandemie aber auch die Nachfrage wieder da sein. Für einen Neustart in Deutschland und Europa reiche es nicht aus, allein die Autohäuser und die Zulassungsstellen wieder zu öffnen. „Es braucht Investitionen in die Industrie, und es braucht Investitionen in das Konsumverhalten“, sagte Stefan Sommer.

Corona-Krise trifft die Wirtschaft: Pommes-Krise - Spezialkartoffeln finden nicht genügend Abnehmer

+++ Update von Donnerstag, 9.4.2020, 7.35 Uhr: Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Pommes in Deutschland einbrechen lassen. Die Landwirte könnten in diesem Jahr auf etwa 200.000 Tonnen spezieller Pommes-Kartoffeln sitzen bleiben, erfuhr die „Neue Osnabrücker Zeitung“ vom Deutschen Bauernverband. Den möglichen Schaden schätzt der Verband auf 30 bis 40 Millionen Euro. Auslöser der Pommes-Krise sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Weil Kantinen, Restaurants und andere Großabnehmer weitgehend geschlossen haben, fehlten Pommes-Produzenten wichtige Kunden, berichte die „NOZ“. Die Produktion ruhe.

Kulturschaffende leiden besonders unter der Corona-Krise

+++ 14.25 Uhr: In der Corona-Krise leiden Kulturschaffende besonders. Künstler fallen bei der Corona-Soforthilfe in Hessen nämlich durchs Raster. Die Landesregierung in Hessen verweist Musiker und Künstler nun auf die Grundsicherung, um ihren Lebensunterhalt in der Corona-Krise zu decken.

+++ 10.00 Uhr: Es ist eine düstere Analyse: Die Corona-Pandemie löst eine schwerwiegende Rezession in Deutschland aus. Die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpfen, prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Infolge des Corona-Shutdowns breche das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 9,8 Prozent ein, so die Wirtschaftsforscher. Ein Einbruch, der Rekorde bricht: Es sei der stärkste je gemessene Rückgang in Deutschland seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 und mehr als doppelt so groß wie jener Einbruch während der Weltfinanzkrise im ersten Quartal 2009.

Corona-Krise: Arbeitslosenzahl könnte auf 2,5 Millionen steigen

Die Corona-Krise wird auch auf dem Arbeitsmarkt zu spüren sein: „In der Spitze wird die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 5,9 Prozent und die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,4 Millionen hochschnellen“, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Im Durchschnitt würden die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr um knapp eine Viertel Million auf 2,5 Millionen steigen.

Aber für die Zeit nach Corona machen die Ökonomen auch Hoffnung: Für das kommende Jahr sagen sie eine Erholung und ein Wachstum von 5,8 Prozent voraus. „Deutschland bringt gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche Niveau zu erreichen, das sich ohne die Krise ergeben hätte“, sagt Wollmershäuser. 

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom ifo Institut in München, vom IfW in Kiel, vom IWH in Halle und vom RWI in Essen.

Corona-Krise: Keine Einigung bei Corona-Bonds

+++ 8.29 Uhr:Die EU-Finanzminister haben im Streit über ein milliardenschweres Corona-Rettungspaket vorerst kein Ergebnis vorgelegt, sondern sich auf Donnerstag vertagt. Dies teilte Eurogruppen-Chef Mario Centeno am Mittwochmorgen auf Twitter mit. „Nach 16 Stunden Diskussionen sind wir einem Kompromiss nahe gekommen, aber wir haben es noch nicht geschafft“, schrieb Centeno. Deshalb habe er die Sitzung auf Donnerstag vertagt. Ziele bleibe ein starkes Sicherheitsnetz im Kampf gegen die Folgen der Pandemie.

+++ Update von Mittwoch, 8.4.2020, 7.03 Uhr: Im Streit über das milliardenschwere Corona-Krisenpaket der Europäischen Union haben die Finanzminister auch in der Nacht zum Mittwoch zunächst keinen Durchbruch geschafft. Noch sei nichts vereinbart und es sei immer noch unklar, ob eine Lösung erzielt werde, hieß es am frühen Morgen aus Verhandlungskreisen. 

Streit gibt es immer noch über die gemeinsame Schuldenaufnahme in der EU über Gemeinschaftsanleihen, sogenante Corona- oder auch Recovery Bonds. Frankreich, Italien, Spanien und andere Länder beharrten nach Angaben in der Sitzung darauf, solche europäischen Schuldtitel zumindest für Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie ins Auge zu fassen. Deutschland, die Niederlande und andere hätten dies weiter abgelehnt, hieß es.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte vor der Sitzung mit seinen EU-Kollegen für drei „Instrumente der Solidarität“ geworben, die weitgehend konsensfähig schienen: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM für besonders getroffene EU-Staaten wie Italien; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens „Sure“. Nach Angaben von Eurogruppen-Chef Mario Centeno ergäben sie zusammen ein „Sicherheitsnetz“ im Wert mehr als 500 Milliarden Euro.

Corona-Krise: Auch bei Lufthansa bleiben Flugzeuge dauerhaft am Boden

+++ 17.45 Uhr: Als Reaktion auf die Corona-Krise will der Lufthansa-Konzern seine Flotte deutlich verkleinern. Das Unternehmen gab am Dienstag (07.04.20) zudem bekannt, dass der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings nicht wieder aufgenommen wird. Dies war von den Gewerkschaften bereits befürchtet worden. Die weiteren Konsequenzen wolle man mit den Sozialpartnern besprechen, kündigte das Unternehmen an.

Bei der Kerngesellschaft Lufthansa sollen dauerhaft 18 Langstreckenflugzeuge und elf Mittelstreckenjets am Boden bleiben. Darunter sind sechs Maschinen des Superjumbos Airbus A380, die ohnehin ab 2022 an den Hersteller Airbus zurückgehen sollten. Auch das Langstreckenangebot der Eurowings wird deutlich verkleinert, wie der Vorstand beschlossen hat.

Zudem soll die bereits vor der Krise festgelegte Zielsetzung von Eurowings, den Flugbetrieb auf eine Einheit zu bündeln, nun beschleunigt umgesetzt werden, teilte Lufthansa mit. „Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet“, hieß es.

+++ 17.14 Uhr: Die Lufthansa stellt als Reaktion auf die Corona-Krise den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings ein. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag (07.04.2020) in Frankfurt mitteilte.

Corona-Krise: Kommissionsvizepräsidentin fordert, Tabus über Bord zu werfen

+++ 7.4.2020, 07.05 Uhr: Vor EU-Beratungen über weitere Hilfen gegen die Corona-Wirtschaftskrise hat Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager die Mitgliedsstaaten aufgefordert, finanzpolitische Tabus über Bord zu werfen. „Wir müssen in der jetzigen Situation ausnahmslos alle Instrumente nutzen, die wir zur Verfügung haben“, sagte Vestager. „Tabus darf es nicht geben. Wir brauchen Lösungen.“ 

Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, sagte der „Süddeutschen Zeitung“ zum Streit über sogenannte Corona-Bonds*: „Finanzrisiken zu teilen, ist der nächste notwendige Schritt der europäischen Integration“. Er fügte hinzu: „Ein Finanzinstrument sollte keine Glaubensfrage sein.“ 

Die Finanzminister der Eurogruppe und der übrigen EU-Staaten treffen sich am Dienstagnachmittag, um über Maßnahmen gegen die Folgen der Corona-Krise zu beraten.

Corona-Krise: Frankreich erwartet schlimmste Rezession seit Weltkriegsende

+++ 13.32 Uhr: Das hoch verschuldete Frankreich erwartet wegen der Corona-Krise die schlimmste Rezession seit 1945. Die Wirtschaft sei 2009 wegen der damaligen Finanzkrise um 2,2 Prozent geschrumpft, dieser bis dahin schlechteste Wert seit Weltkriegsende dürfte nun übertroffen werden. Das sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Montag bei einer Anhörung im Pariser Senat voraus. In Frankreich gelten wegen der Covid-19-Pandemie seit rund drei Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen, viele Wirtschaftsbereiche arbeiten nur noch eingeschränkt.

Le Maire warb erneut um sein Vorhaben, einen neuen europäischen Solidaritätsfonds zu schaffen. Damit solle der Wirtschaftsaufschwung nach der Krise angekurbelt werden. Dieser Rettungsfonds solle zeitlich befristet sein, Anleihen herausgeben können und von der EU-Kommission gemanagt werden. Die EU-Behörde könnte eine Anleihe mit einem Umfang von mehreren hundert Milliarden Euro herausgeben, sagte Le Maire im Senat. Bisher hatte der mächtige Ressortchef den Umfang des von ihm geforderten neuen Rettungsfonds offen gelassen.

In Deutschland hat die Bundesregierung in der Corona-Krise unterdessen zusätzliche Hilfen für den Mittelstand beschlossen. Mit einem neuen Kreditprogramm sollen vor allem mittelständische Firmen einfacher mit dringend notwendigen Krediten versorgt werden. Wie zuvor aus Eckpunkten des Programms hervorging, sollen Kredite von bis zu 800.000 Euro pro Firma mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Die Unternehmen dürfen demnach zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und müssen „geordnete wirtschaftliche Verhältnisse“ aufweisen. 

Zudem sollen Erleichterungen bei der Steuer Unternehmen und Arbeitnehmer durch die Corona-Krise* führen.

Corona-Krise: Forderung nach Corona-Bonds - Bundesregierung zurückhaltend

+++ 8.27 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und der Präsident der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, wollen in der Corona-Krise über „neue Schritte hin zu mehr Solidarität und finanzpolitischer Integration“ nachdenken. 

„Wir sind überzeugt, dass diese Debatte geführt werden sollte, und dass unsere Parlamente ihren Beitrag leisten können, um Missverständnisse auszuräumen und gemeinsam voranzukommen“, schreiben die beiden Politiker in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die französische Zeitung „Les Echos“ (beide Montag). 

Die Parlamentspräsidenten fordern, den europäischen Haushalt und den mehrjährigen Finanzrahmen, die Möglichkeiten der Europäischen Investitionsbank und die des Europäischen Stabilitätsmechanismus mit „aller gebotenen Flexibilität zu mobilisieren und auszuweiten“.

Corona-Bonds könnten Italien und Spanien bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen

+++ 6.4.2020, 6.45 Uhr: Die Bundesregierung hat den von der Coronavirus-Pandemie besonders hart getroffenen EU-Staaten die deutsche Solidarität bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folge der Krise zugesichert. „Wir brauchen ein klares Zeichen europäischer Solidarität in der Corona-Pandemie. Deutschland ist dazu bereit“, schrieben Außenminister Heiko Maas und Finanzminister Olaf Scholz (beide SPD) in einem gemeinsamen Beitrag für die Montagsausgaben von fünf Zeitungen in Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien.

Europas Aufgabe sei es jetzt, ein „Sicherheitsnetz zu spannen für alle EU-Staaten, die weitere Unterstützung benötigen“, betonten die beiden Minister. Auf die Forderung aus Italien, Frankreich, Spanien und anderen Ländern, dass die Euro-Staaten gemeinsam Schulden in Form sogenannter Corona-Bonds aufnehmen sollen, gingen Maas und Scholz allerdings nicht ein. Stattdessen bekräftigten sie die Position der Bundesregierung, dass vor allem der Eurokrisenfonds ESM als Hilfsinstrument eingesetzt werden soll.

Corona-Krise: Putin bietet OPEC Zusammenarbeit an

+++ 20.20 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) eine Zusammenarbeit bei der Drosselung der Ölförderung angeboten. Am Freitag sagte Putin in Moskau, sein Land sei bereit, mit der OPC und den USA zusammenzuarbeiten. Die Zusammenarbeit sei notwendig, um „den Markt auszugleichen und die Produktion zu verringern“, erkläte Putin. 

Anfang März hatte Russland noch eine Drosselung der Fördermengen abgelehnt. Aufgrund der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Öl erheblich gesunken. Da Saudi-Arabien nach den gescheiterten Verhandlungen den Preis massiv gesenkt hatte, war es in der Folge zu einem massiven Preisverfall bei Rohöl gekommen.

Galeria Karstadt will es vorerst ohne Staatshilfe versuchen

+++ 16.40 Uhr: Der Generalbevollmächtigte von Galeria Karstadt Kaufhof, Arndt Geiwitz, will bei der Rettung des letzten großen deutschen Warenhauskonzerns vorerst ohne staatliche Hilfskredite auskommen. „Wir werden zunächst keine Mittel aus den nun mithilfe der KfW-Bank bereitgestellten Töpfen in Anspruch nehmen“, sagte er.

Der Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof, René Benko, hatte in dieser Woche zur Unterstützung des Unternehmens noch einmal weitere 140 Millionen Euro überwiesen. Wie lange das Geld reicht, hänge davon ab, wann und in welchem Umfang die Kaufhäuser wieder öffnen dürfen, sagte Geiwitz am Freitag. Das Unternehmen habe kaum Bankschulden und das Geschäftsmodell stimme.

Ford baut in absehbarer Zeit kein Autos in Europa

+++ 14.20 Uhr: Die Auto-Produktion von Ford soll bis mindestens zum 4. Mai weiter ausgesetzt bleiben. „Wir hoffen, dass sich die Lage im kommenden Monat wieder verbessern wird“, sagte Ford Europa-Chef Stuart laut einer Mitteilung von Freitag. „Unsere Planungen für den Wiederanlauf des Betriebs basieren auch weiterhin darauf, wie sich die Bedingungen entwickeln und welche Vorgaben wir vor Ort von den Regierungsstellen erhalten.“ 

Mitte März hatte der Autobauer bereits den Stopp der Produktion für die Standorte in Köln und Saarlouis sowie das spanische Valencia und Craiova in Rumänien verkündet. Wenig später folgten auch zwei britische Produktionsstätten.

Corona-Krise: Puma zahlt keine Dividende

+++ 14.10 Uhr: Der Sportartikelhersteller Puma greift in der Coronakrise zu ungewöhnlichen Mitteln: Wegen der „stark negativen Auswirkungen“ auf sein Geschäft werde der Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende an die Aktionäre auszusetzen, teilte das MDax-Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach mit. Zudem soll der Vorstand zunächst im April zu 100 Prozent auf seine Gehälter verzichten. Danach werde die Situation neu beurteilt, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit.

FTI nimmt Bürgschaften in Anspruch

+++ 12.10 Uhr: Der Reiseveranstalter FTI nimmt staatliche Bürgschaften an, um seine Finanzierung für die kommenden zwölf Monate zu sichern. Man sei mit einem „nachhaltig und langfristig angelegten Finanzierungspaket auf die schwierige Situation vorbereitet“, sagte Managing Director Dietmar Gunz am Freitag in München. Dies sei „dank der finanziellen Unterstützung durch eine Bundes- und Landesbürgschaft und der begleitenden Bank UniCredit“ gelungen. 

Die Bürgschaften kommen einer Sprecherin zufolge vor allem vom Bund und Bayern. Kleinere Teile übernehmen auch Berlin und Thüringen, wo FTI ebenfalls Standorte hat. Parallel gebe es Maßnahmen in allen Unternehmensbereichen - darunter auch Kurzarbeit.

Bund verhandelt mit Lufthansa über Beteiligung 

+++ 10.40 Uhr: Die Bundesregierung ist in der Corona-Krise mit der Lufthansa in Gesprächen über eine mögliche Beteiligung des Staates an dem Unternehmen. Die Gespräche seien auf einem „guten Weg“, wie aus Regierungskreisen zu erfahren ist. Es solle nun zügig entschieden werden.

Die Corona-Krise trifft die gesamte Luftverkehrs- und Reisewirtschaft hart. Der Flugverkehr ist fast zum Erliegen gekommen. Bundestag und Bundesrat hatten einen Stabilisierungsfonds beschlossen, der im Notfall auch eine vorübergehende Beteiligung des Staates an strategisch wichtigen Unternehmen vorsieht.

Corona-Krise: Kurzarbeitergeld könnte erhöht werden

+++ 09.15 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt in derCoronavirus-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, „ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Paywall).

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

Corona-Krise: Trump-Konzern will Kredite später zahlen

Update vom 03.04.2020, 09.00 Uhr: Die Familienholding von US-Präsident Donald Trump will wegen der Corona-Krise einen Aufschub von Kreditzahlungen erreichen. Die Trump Organization, in der Trumps Geschäftsimperium gebündelt ist, habe die Deutsche Bank Ende März kontaktiert, um über eine verlängerte Frist für fällige Raten zu verhandeln, meldete die „New York Times“.

"In diesen Tagen arbeiten alle zusammen. Mieter mit Vermietern, Vermieter mit Banken", erklärte Trumps Sohn Eric auf AFP-Anfrage. "Die ganze Welt arbeitet zusammen im Kampf gegen diese Pandemie."

Corona-Krise: EU-Kommission will 100 Milliarden Euro Schulden aufnehmen

+++ 15.14 Uhr: Die Europäische Kommission will mit Rückendeckung der EU-Staaten 100 Milliarden Euro Schulden aufnehmen und sie in Form von Krediten für Kurzarbeiterhilfen in der Corona-Krise weiter geben. Dieses Konzept namens „Sure“ stellte KommissionspräsidentinUrsula von der Leyen am Donnerstag in Brüssel vor. 

Sie versprach zudem weitere Unterstützung für das Gesundheitswesen, für Fischer und für sozial benachteiligte Menschen. Darüber hinaus will sie das nächste mehrjährige EU-Budget zum „Marshall-Plan“ für Europa umbauen.

„In dieser Coronavirus-Krise werden nur die stärksten Antworten ausreichen“, sagte von der Leyen. Schon jetzt hätten die EU und ihre Mitgliedsstaaten 2,7 Billionen Euro gegen die Pandemiekrise mobilisiert.

In Deutschland rechnet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier infolge der Corona-Krise mit einem Konjunktureinbruch. „Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009.

Nach der Corona-Krise will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) die Wirtschaft mit einem Konjunkturpaket wieder ankurbeln - sieht aber auch die Firmen selbst in der Pflicht. Die Unternehmen, die jetzt vom Staat unterstützt würden, dürften diese Solidarität dann nicht vergessen, mahnte er. 

Corona-Krise: In Spanien steigt die Zahl der Arbeitslosen

+++ 12.50 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise im März unerwartet stark gestiegen. Mit einem Anstieg um 302.265 Anträge wurde die größte monatliche Steigerung überhaupt erreicht, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Madrid mit. Prognostiziert wurde im Schnitt eine Steigerung um nur 30.000 Neuanträge. Im Vormonat Februar war die Zahl zuletzt noch um 7800 zurückgegangen. 

Die Arbeitslosenquote in Spanien, das nach Italien in Europa am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffen ist, liegt bereits bei 13,8 Prozent. In der Euro-Schuldenkrise war sie zeitweise bis auf knapp 27 Prozent gestiegen und hatte sich seitdem erholt. 

Die seit Anfang März geltenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hatten besonders den Tourismus lahm gelegt. Dieser macht 10 Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung aus.

Corona-Krise: Soforthilfen werden ausgezahlt

+++ 11.36 Uhr: Nach dem großen Ansturm auf Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt die Auszahlung langsam in Gang. Bis Dienstagabend wurden in elf Bundesländern mehr als 374.000 Anträge bewilligt, wie eine Länderumfrage ergab. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen demnach bereits an in Existenznot geratene Unternehmen. 

In dreizehn Bundesländern summierte sich die Anzahl der bei den zuständigen Landesförderbanken eingegangenen Anträge auf mehr als 929.000. Nach ersten Meldungen aus den Ländern zeichnete sich ab, dass besonders Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern sowie Solo-Selbstständige und Freiberufler die Hilfen in Anspruch nehmen.

Corona-Krise: Vapiano stellt Insolvenzantrag

+++ 2.4.2020, 7.10 Uhr: Die Restaurantkette Vapiano wird wegen ihres drastischen Umsatzrückgangs in der Corona-Krise einen Insolvenzantrag stellen. Der Vorstand des Unternehmens entschied, beim Amtsgericht Köln die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen, wie Vapiano in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. 

Zudem werde geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe gestellt werden müssten. Der Liquiditätsbedarf wurde in der Mitteilung auf zusätzlich rund 36,7 Millionen Euro beziffert.

Galerie Karstadt Kaufhof beantragt Hilfe durch Schutzschirm

+++ 17.00 Uhr: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sucht angesichts der Umsatzeinbrüche durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Dem Antrag des Unternehmens auf Einleitung des Verfahrens sei vom Amtsgericht Essen bereits stattgegeben worden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Das Schutzschirmverfahren schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und selbstständig sanieren.

Adidas wird nun doch Miete zahlen

+++ 15.30 Uhr: Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nach harscher öffentlicher Kritik nun doch seine Mieten und entschuldigt sich für sein Vorpreschen. „Die Entscheidung, von Vermieter(innen) unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden“, heißt es in einem offenen Brief, den Adidas am Mittwoch veröffentlichte. „Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht.“

Adidas hatte im Zuge der Corona-Krise angekündigt, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa ab April nicht mehr zu bezahlen. Man sei in Gesprächen mit den Vermietern. Daraufhin hatte es zum Teil harsche Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft gehagelt. Im Internet gab es Boykott-Aufrufe.

„Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermieter(innen) die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben“, heißt es in dem Brief weiter.

Deutschland Schlusslicht beim Kurzarbeitergeld

+++ 15.00 Uhr: Die gesetzliche Höhe des Kurzarbeitergelds liegt in vielen europäischen Ländern deutlich höher als in Deutschland. Während die Beschäftigten hierzulande 60 beziehungsweise 67 Prozent ihres N ettogehalts bekommen, werden in anderen Staaten bis zu 100 Prozent gezahlt, wie eine am Mittwoch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Übersicht zeigt. Allerdings wird das Kurzarbeitergeld demnach in immer mehr Branchen durch Tarifverträge aufgestockt.

Das WSI verglich für seine Untersuchung die Kurzarbeiterregelungen in 15 europäischen Ländern. Deutschland ist dabei Schlusslicht bei der gesetzlichen Höhe der Leistung. In Irland, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen kompensiert das Kurzarbeitergeld demnach sogar bis zu 100 Prozent des Lohnausfalls.

Corona-Krise: Hilfen für die Start-up-Szene 

+++ 14.00 Uhr: Nur eine Woche nach der Verabschiedung der großen Rettungsschirme für Wirtschaft und Bürger im Bundestag legt die große Koalition nach: Mit zwei Milliarden Euro soll der Start-up-Szene während der Corona-Krise geholfen werden, wie Finanz- und Wirtschaftsministerium in Berlin mitteilten. 

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, das Paket sei ein „starkes Signal“, dass Start-ups auch in der Krise weitermachen könnten. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, es sei viel erreicht worden bei der Förderung von Start-ups, dies dürfe durch die Krise nicht gefährdet werden. 

Für Start-ups passten klassische Kreditinstrumente häufig nicht, hieß es. Daher sollen nun öffentliche Wagniskapitalinvestoren kurzfristig zusätzliche öffentliche Mittel erhalten.

SPD-Chef Walter-Borjans für Corona-Bonds: „Geht um die Rettung Europas“

+++ 13.00 Uhr: Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat sich für Corona-Bonds - also gemeinsame europäische Anleihen - ausgesprochen. „Das gebietet nicht nur die europäische Solidarität, das gebietet auch der Eigennutz“, sagte er im Deutschlandfunk. Europa könne sich langfristig wirtschaftlich nur so von der Corona-Krise erholen. 

Walter-Borjans forderte schnelle wirtschaftliche Hilfen innerhalb der Europäischen Union. „Es geht um die Rettung Europas. Wir müssen etwas schnell auf die Beine stellen.“ Weil sich bei den Corona-Bonds aber in Europa keine schnelle Lösung andeute, schlage die SPD-Spitze eine „Hilfslösung“ im Rahmen des europäischen Stabilitätsmechanismus vor. 

Europa habe zurzeit ein Problem mit der gegenseitigen Solidarität, sagte Walter-Borjans. „Wenn wir uns nicht auf die zurückbesinnen, dann wird dieses Europa atomisiert“, warnte der SPD-Politiker. Passiere nichts, würde Europa wirtschaftlich nach der Krise zurückfallen. 

+++ 10.00 Uhr: Wie schon zuvor in Asien befinden sich auch in Europa die Aktienmärkte im Sinkflug. So gab in Deutschland der Leitindex Dax Handelsbeginn um rund 3 Prozent auf 9628,04 Punkte nach. Der MDax für mittelgroße Unternehmen büßte 2,74 Prozent ein auf 20 463,53 Punkte. Der EuroStoxx 50 startete ebenfalls mit einem Kursverlust von gut 3 Prozent in den neuen Monat.

Experte: Anleger schalten wieder in den Corona-Panikmodus

„Die Konsolidierung der vergangenen Woche könnte die Ruhe vor dem zweiten Sturm an der Börse gewesen sein“, kommentierte Marktexperte Milan Cutkovic von AxiTrader das Geschehen. „Während die Hoffnungen zunehmen, dass Europa bald den Höhepunkt der Pandemie erreichen könnte und Chinas Wirtschaft bereits schon wieder erste Signale der Erholung sendet, breitet sich das Coronavirus in den USA weiterhin rasant aus.“ Nach Einschätzung des Experten brauche es nicht viel an negativen Nachrichten, so dass Anleger wieder in den Panik-Modus schalten würden. 

Schlusslicht im Dax waren Aktien von Continental, die um 7,79 Prozent auf 60,50 Euro absackten. Der Autozulieferer und Reifenhersteller stampfte seine nur knapp vier Wochen alte Jahresprognose wegen der Coronavirus-Pandemie schon wieder ein. 

Es sei derzeit auch nicht abzuschätzen, wann ein neuer Ausblick gegeben werden kann. Mit minus 3,3 Prozent gab das Papier von Adidas nicht ganz so deutlich nach. Der Sportartikelhersteller stoppt seinerseits ebenfalls ein laufendes Aktienrückkaufprogramm.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Asiens Leitbörse sackt ab

+++ Mittwoch, 01.04., 09.00 Uhr: Asiens Leitbörse ist wegen wachsender Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen derCoronavirus-Pandemie erneut eingebrochen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte am Mittwoch um 851,60 Punkte oder 4,50 Prozent auf 18.065,41 Punkte ab. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer mehr als 1000 Punkte verloren, nachdem die Zentralbank eine düstere Quartalsumfrage („Tankan“) bei den Unternehmen veröffentlicht hatte.

Demnach sorgt die Angst vor den Folgen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft in der japanischen Großindustrie erstmals seit sieben Jahren für Pessimismus. Der düstere Stimmungsbericht ließ den breit gefassten Topix an Tokios Börse um 51,96 Punkte oder 3,70 Prozent auf 1351,08 Punkte fallen.

Coronakrise: 470.000 Betriebe in Deutschland melden Kurzarbeit an

+++ 14.31 Uhr: Die Folgen der Corona-Pandemie sind quer durch die Wirtschaft in Deutschland zu spüren: In der Corona-Krise ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bislang von 470.000 Betrieben eine Anzeige auf Kurzarbeit* eingegangen. Wie viele Menschen von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht genau abschätzen, sagte Heil am Dienstag (31.03.2020) in Berlin. Es sei aber damit zu rechnen, dass es mehr als während der Finanzkrise 2008 seien. Damals betraf dies 1,4 Millionen Menschen.

Corona-Krise: BMW meldet Kurzarbeit für 20.000 Mitarbeiter an

+++ 12.40 Uhr: BMW hat für März knapp 20.000 Mitarbeiter für Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet. Die meisten von ihnen seien in den Werken Dingolfing, München, Regensburg und Leipzig beschäftigt, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage mit. 

Der Autobauer hatte die Produktion in seinen europäischen Fabriken bereits vor zwei Wochen gestoppt. Die Bänder sollten zunächst bis zum 19. April stehen. Wegen der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Autos deutlich zurückgegangen, viele Händler in Europa haben geschlossen, auch viele Zulieferer lassen die Arbeit ruhen.

Corona-Hilfe für Unternehmen soll verbessert werden 

+++ 12.05 Uhr: Die Bundesregierung arbeitet bei Corona-Hilfen an Nachbesserungen für mittelständische Unternehmen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Wie aus Regierungskreisen zu erfahren war, könnten Kredite für mittelständische Firmen mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Die EU-Kommission müsse diesem Modell allerdings zustimmen, es liefen dazu Gespräche.

Wirtschaftsverbände hatten beim Sonderkreditprogramm der staatlichen Förderbank KfW eine „Förderlücke“ vor allem beim Mittelstand beklagt und gefordert, dass der Staat 100 Prozent des Risikos übernimmt. Viele Betriebe seien derzeit wegen der massiven Folgen der Corona-Krise nicht mehr kreditwürdig.

Arbeitslosigkeit sinkt im März nur leicht 

+++ 10.20 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland leicht gesunken. Im März waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag bundesweit 2,335 Millionen Menschen ohne Job, 60 000 weniger als im Februar, aber 34 000 mehr als im März 2019. Die Arbeitslosenquote sank im März um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Die regionalen Unterschiede in Deutschland sind nach wie vor groß. In Bremen gab die Bundesagentur die Arbeitslosenquote mit 10,0 Prozent an, in Bayern mit 3,1 Prozent.

Um jahreszeitliche Effekte bereinigt errechneten die Nürnberger Statistiker jedoch ein leichtes Plus von 1000 Arbeitslosen im März. Die eher ungünstige Entwicklung am Arbeitsmarkt schon vor der Corona-Krise wird auch durch einen Blick auf die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich. Im März waren bei der Bundesagentur 691 000 offene Stellen gemeldet, das sind 106 000 weniger als noch vor einem Jahr.

Dax stabislisert

Update, 31.03.2020, 09.20 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat zum Abschluss des von der Corona-Krise geprägten Quartals seine Vortageserholung zunächst fortgesetzt. Positive Vorgaben kommen von der späten Kurserholung im US-Handel am Vorabend sowie von unerwartet robusten Konjunkturdaten aus China.

Coronavirus: Ryanair bleibt am Boden

+++ 19.03 Uhr: Europas größte Billig-Airline Ryanair hält seine Flotte wegen der Coronakrise weiterhin zum größten Teil am Boden. Der extrem eingeschränkte Flugplan mit einigen Verbindungen von und nach Irland und Großbritannien werde um eine Woche bis einschließlich Gründonnerstag (9. April) verlängert, teilte das Unternehmen am Montag in Dublin mit. 

Gründe sind Flugverbote und weitere Einschränkungen in den europäischen Ländern in Folge der Corona-Pandemie. Mehr als 90 Prozent der Ryanair Flotte bleiben damit am Boden. Auf ihrer Website macht die Fluggesellschaft Werbung für Urlaubsflüge im September.

Coronakrise: Bayer stellt Mitarbeiter frei

+++ 15.39 Uhr: Im Kampf gegen die Coronakrise stellt der Pharmakonzern Bayer Geräte und Personal für die Diagnostik zur Verfügung. Medizinische Mitarbeiter aus dem Bereich „Pharmaceuticals“ dürften sich bis zu vier Wochen bezahlt freistellen lassen, um sich an der Virus-Bekämpfung zu beteiligen, teilte der Leverkusener Konzern am Montag mit. 

140 Mitarbeiter hätten sich bereits gemeldet, um in einem Testlabor mitzuarbeiten, das Bayer in Berlin aufbauen will. Außerdem will das Unternehmen 40 Geräte bereitstellen, mit denen Corona-Tests ausgewertet werden können. Damit sollen in Berlin pro Tag bis zu 1000 Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden.

Derweil hat sich der deutsche Aktienmarkt trotz der rasanten Ausbreitung des Coronavirus am Montag stabilisiert. Der Dax notierte am frühen Nachmittag 0,49 Prozent fester bei 9680,17 Punkten. In der Vorwoche hatte der Leitindex erstmals seit Beginn des Corona-Crashs am 24. Februar einen Gewinn verzeichnet. Dennoch summiert sich das Minus im Crash immer noch auf fast 30 Prozent.

Coronavirus: Renault öffnet Werke in China und Südkorea wieder

+++ 13.40 Uhr: Der französische Autohersteller Renault öffnet seine wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Werke in China und Südkorea wieder. Die beiden Fabriken im chinesischen Wuhan und im südkoreanischen Busan hätten die Produktion wieder aufgenommen oder stünden kurz davor, erklärte Renault am Montag in Paris. Alle anderen Werke bleiben wegen der Pandemie dagegen vorerst weiter geschlossen.

Esprit-Töchter zahlungsunfähig

+++ 13.00 Uhr: Mehrere deutsche Tochtergesellschaften des unter der Corona-Krise leidenden Modekonzerns Esprit sind zahlungsunfähig. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das Unternehmen veröffentlicht hat. Man habe Schutzschirmverfahren beantragt, um sich vor Forderungen der Gläubiger zu schützen, hieß es am Montag. Dabei habe ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht, während die Unternehmensführung weiterhin die Kontrolle behalten soll. Im Rahmen des Verfahrens sollen Verbindlichkeiten und Mietverträge „neu strukturiert“ werden.

Wirtschaft schrumpft

+++ 11.10 Uhr: Die deutsche Volkswirtschaft wird wegen der Corona-Pandemie deutlich schrumpfen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in einem am Montag veröffentlichen Sondergutachten mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von im schlimmsten Fall 5,4 Prozent im Gesamtjahr. Bei einer kürzeren Dauer der Einschränkungen wegen der Krise und einer schnellen Erholung der Wirtschaft könnte das BIP demnach auch nur um 2,8 Prozent zurückgehen.

Lebensmittel werden wohl teurer

+++ 11.00 Uhr: Die deutsche Ernährungsindustrie schließt Preissteigerungen bei Lebensmitteln wegen der Corona-Krise nicht aus. „Es gibt derzeit viele Faktoren in der Lieferkette, die den Preis beeinflussen. Neben den fehlenden Erntehelfern gibt es auch in der Ernährungsindustrie und im Handel Personal-Engpässe“, sagte Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). „Es ist nicht absehbar, wo wir mit den Preisen landen werden.“

Sollten die strengen Restriktionen anhalten, insbesondere die geschlossenen Grenzen in einigen EU-Ländern oder auch das deutsche Einreiseverbot für Erntehelfer, sei es auch nicht auszuschließen dass dann einzelne Produkte in bestimmten Regionen nicht mehr vorrätig sein werden, warnte Sabet.

DAX gibt nach

+++ 10.20 Uhr: Nach einer recht stabilen Eröffnung hat der deutsche Aktienmarkt am Montag angesichts der weltweit weiter rasanten Ausbreitung des Coronavirus nachgegeben. Der Dax büßte zuletzt 1,56 Prozent auf 9482,10 Punkte ein. Am Freitag hatte der Leitindex zwar mehr als dreieinhalb Prozent eingebüßt, konnte damit aber immer noch einen Wochengewinn von fast 8 Prozent vorweisen.

Montag, 30.03.2020, 09.20 Uhr: Trotz der weltweit weiter rasanten Ausbreitung des Coronavirus hat sich der deutsche Aktienmarkt zu Beginn der sechsten Woche des Corona-Crashs weitgehend behauptet. In den ersten Handelsminuten notierte der Dax 0,03 Prozent höher bei 9635,08 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Montagmorgen 0,45 Prozent auf 20 524,92 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um rund 0,1 Prozent.

„Anleger sollten sich auf weitere Turbulenzen an der Börse einstellen“, erklärte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Denn eine nachhaltige Börsenerholung sei trotz der zahlreichen Konjunkturprogramme in aller Welt eher unwahrscheinlich.

Sonntag, 29.03.2020, 14.57 Uhr: Der Präsident des Leiniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Reint Gropp, hat den Zustand der deutschen Wirtschaft mit einer „Kriegswirtschaft“ verglichen. „Zumindest kurzfristig befinden wir uns in einer Art Kriegswirtschaft, in der der Staat bei der Koordinierung der Wirtschaft eine größere Rolle spielen muss als in normalen Zeiten“, sagte Gropp dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Bund und Länder hatten sich am Sonntag auf ein Hilfspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro für kleine und mittlere Unternehmen geeinigt. Auf die Gesamtheit der Maßnahmen bezogen sagte Gropp, dass diese „nur für vielleicht zwei Monate“ ausreichend seien. Eine Verlängerung der heruntergefahrenen Wirtschaft wäre nach seiner Einschätzung ein Problem. Auch für den deutschen Staat mit derzeit gut gefüllten Kassen kämen dann „ungeahnte Haushaltsdefizite“ zu.

Regelmäßige Corona-Tests zum Schutz der Wirtschaft?

Gropp forderte auch angesichts der Corona-Pandemie, den wirtschaftlichen Schaden nicht zu groß werden zu lassen. Die Ausgangsbeschränkungen müssten so kurz wie möglich gehalten werden, um der Wirtschaft nicht zu schaden: „Es ist kein gangbarer Weg, alle Menschen über mehrere Monate in Quarantäne zu halten“, erklärte Gropp.

Er schlug regelmäßige, beispielsweise wöchentliche, Tests für Erwerbstätige vor. Nur wer infiziert sei, solle von der Arbeit und anderen Aspekten des täglichen Lebens ausgeschlossen werden.

IWF sieht schwerere Folgen als nach Finanzkrise 2009

+++ 16.40 Uhr:Die Weltwirtschaft befindet sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie bereits in der Rezession. „Es ist klar, dass wir in eine Rezession eingetreten sind“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Freitag. Diese werde schwerer ausfallen als jene im Jahr 2009 in Folge der weltweiten Finanzkrise.

Weil die Weltwirtschaft zum „plötzlichen Stillstand“ gekommen sei, hätten Schwellenländer jetzt einen Finanzbedarf von 2,5 Billionen Dollar (rund 2,3 Billionen Euro), sagte Georgieva in einer Online-Presseunterrichtung. Dies sei aber noch das untere Ende der Schätzungen. Inzwischen haben mehr als 80 Staaten Nothilfen vom IWF beantragt. 

Jeder fünfte Betrieb fürchtet die Insolvenz

+++ 15.20 Uhr: Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft werden greifbarer. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sieht sich fast jeder fünfte der 15.000 befragten Betriebe akut von der Insolvenz bedroht. Der Umsatz der Handwerksbetriebe brach laut deren Zentralverband ZDH wegen der Pandemie im Schnitt bereits um gut 50 Prozent ein. Die staatliche Förderbank KfW erwartet bis zu 100.000 Hilfsanträge.

+++ 12.40 Uhr: Die Lufthansa hat Kurzarbeit für tausende ihrer Mitarbeiter in Deutschland angemeldet. Geplant sei dies für rund 31 000 Beschäftigte der Bereiche Kabine, Boden und Cockpit, sagte ein Sprecher am Freitag in Frankfurt. Vereinbarungen gebe es bereits für die Flugbegleiter und das Bodenpersonal, während eine Lösung mit der Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ noch auf dem Weg sei. Die Kurzarbeit soll zunächst bis zum 31. August gelten. Zum Umfang der Maßnahmen für die einzelnen Beschäftigten machte der Sprecher keine Angaben. 

Wegen der geringen Nachfrage in der Corona-Krise fährt der Luftverkehrskonzern das Angebot seiner Fluggesellschaften europaweit immer weiter herunter. Lufthansa hat angekündigt, von den rund 760 Flugzeugen der Konzernflotte etwa 700 abzustellen und erst bei steigendem Bedarf wieder zu aktivieren.

Dem Handwerk bricht der Umsatz weg

+++ 08.50 Uhr: Der Umsatz der Handwerksbetriebe in Deutschland ist wegen der

Corona-Pandemie im Schnitt um gut 50 Prozent eingebrochen. In einer Umfrage des Zentralverbands ZDH unter 4900 Unternehmen diese Woche gaben 77 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge an, 55 Prozent berichteten von stornierten Aufträgen und 36 Prozent von fehlendem Personal, weil etwa Beschäftigte wegen eigener Quarantäne oder fehlender Kinderbetreuung nicht zur Arbeit erscheinen können.

In der Umfrage gaben laut Zeitung 16 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb wegen behördlicher Vorgaben geschlossen wurde. Die Quote der stornierten Aufträge liege bei 45 Prozent. 58 Prozent der Betriebe planen den Angaben zufolge Kurzarbeit. Für elf Prozent ist die Kündigung von Mitarbeitern vorstellbar und für 18 Prozent die vorübergehende Schließung des eigenen Betriebs.

Unternehmen bemühen sich um Hilfskredite

Update von Freitag, 27.03.2020, 08.15 Uhr: Banken und Sparkassen werden geradezu überrannt von Anfragen nach KfW-Hilfskrediten. Die Zeit drängt: Kleine Betriebe bangen um ihre Existenz, ganze Branchen trifft die Corona-Krise hart. Bis Mittwochabend lagen der KfW 195 Anträge über insgesamt 4,8 Milliarden Euro vor. „Wir erhalten Kreditanträge über alle Größenklassen verteilt, der Schwerpunkt liegt jedoch bei kleinvolumigeren Kreditanträgen bis eine Million Euro“, sagte eine Sprecherin der staatlichen Förderbank in Frankfurt.

Gleichzeitig stoppen die Unternehmen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie ihre Neueinstellungen. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts, basierend auf der Abfrage von rund 9000 Unternehmen, stürzte im März von 98,0 auf 93,4 Punkte ab. Dies sei der größte Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 und zudem der niedrigste Wert seit Januar 2010, erklärte das Ifo am Freitag. 

Der Handel, die Dienstleister und der Bau verzeichnen neue Rekorde beim Rückgang des Barometers, wie Ifo-Experte Klaus Wohlrabe erklärte. Im Handel werde es verstärkt Entlassungen geben, bei den Dienstleistern in geringem Umfang. Nur auf dem Bau gebe es keine Änderungen beim Personal.

Corona-Pandemie: G20-Staaten investieren fünf Billionen Dollar

+++ 16.20 Uhr: Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft.

„Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen“, erklärten die G20-Staaten am Donnerstag nach einer Videokonferenz. 

Sie sagten zu, mit internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsheitsorganisation (WHO) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammenzuarbeiten, um ein "robustes" Finanzpaket auf den Weg zu bringen.

Dax ohne große Verluste

+++ 15.25 Uhr: Eine freundliche Eröffnung der Wall Street hat am Donnerstagnachmittag den Dax vor größeren Verlusten bewahrt. Zuletzt belief sich das Minus des deutschen Leitindex auf nur noch 0,52 Prozent bei 9823,05 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte notierte 0,22 Prozent schwächer auf 20 717,35 Punkten. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um 0,4 Prozent nach unten.

Jüngste Zahlen vom US-Arbeitsmarkt belegen, wie schwer die Corona-Pandemie die Wirtschaft der Vereinigten Staaten trifft: Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schnellte auf gut drei Millionen nach oben. Das Virus breitet sich in dem Land immer schneller aus, besonders in New York.

Corona: USA steuert auf  Rezession zu

+++ 14.20 Uhr: Die US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell infolge der Virus-Krise bereits im wirtschaftlichen Abschwung stecken. „Wir könnten bereits in der Rezession sein“, sagte der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Fed am Donnerstag in einem seiner seltenen Auftritte in einer amerikanischen Fernsehsendung. 

Zugleich äußerte der Fed-Chef die Hoffnung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im späteren Jahresverlauf wieder wachse. Zuvor müsse jedoch die Virus-Krise unter Kontrolle gebracht werden. „Das Virus gibt den Zeitplan vor“, sagte Powell.

66 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte sind dicht

+++ 13.00 Uhr: Ein Großteil der Einzelhändler in Deutschland baut bei der Bewältigung der Corona-Krise auf Staatshilfen. Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Handelsverbandes Deutschland gaben über 90 Prozent der 600 befragen Unternehmen an, staatliche Hilfen in Anspruch nehmen zu wollen oder dies bereits zu tun.

Nach HDE-Schätzungen sind aktuell bis zu 300.000 der 450.000 Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland geschlossen. „Die Lage ist dramatisch. Auch wenn der Handel in dieser Situation kreativ ist, wird es einer großen Zahl von Betrieben ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen“, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. 

Corona-Krise: Dax gibt nach

+++ 12.20 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach zwei Tagen mit kräftigem Zuwachs wieder etwas nachgegeben. Der Dax verlor gegen Mittag 1,60 Prozent auf 9716,62 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Donnerstag um 0,94 Prozent auf 20 566,24 Zähler. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 1,5 Prozent ein.

Corona-Krise: Daimler mit Kurzarbeit

+++ 11.30 Uhr:Der Autobauer Daimler beantragt wegen der massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit. Sie solle zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Autos, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen, teilte Daimler am Donnerstag mit. Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 170 000 Menschen. Wie viele davon in Kurzarbeit gehen, ist nicht bekannt. Man reagiere damit auf die weitreichenden Auswirkungen des Coronavirus und daraus resultierende zunehmend schwierige wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen.

Ein Großteil der Produktion bei Daimler steht derzeit schon still, die Mitarbeiter bauen aktuell Urlaub und ihre Arbeitszeitkonten ab. Die Kurzarbeit beginnt dann im Anschluss an diese zunächst auf zwei Wochen festgelegte erste Phase.

Regierung rechnet mit drastischem Anstieg der Kurzarbeit

Update 26.03.2020, 10.20 Uhr: Die Bundesregierung rechnet nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern in der Corona-Krise. „Darauf bereiten wir uns erst einmal vor“, sagte BA-Vorstand Christiane Schönefeld der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Aber wir nehmen auch in den Blick, dass die Zahlen deutlich höher sein könnten.“

„Wir setzen alles daran, dass Unternehmen, die in diesem Monat Kurzarbeitergeld beantragt haben, schon am Monatsende Geld von uns bekommen“, sagte Schönefeld weiter. Allein in der vergangenen Woche hatte es bereits 76.700 Anzeigen von Kurzarbeit gegeben.

+++ 17.10 Uhr: Der Eurokurs hat sich im Laufe des Tages wenig verändert. Die Lage an den Finanzmärkten hat sich zuletzt entspannt, nachdem umfangreiche Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ergriffen wurden. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0802 US-Dollar gehandelt. 

Zuletzt hatte eine Reihe von Regierungen und Notenbanken weitreichende Pakete zur Stützung der Wirtschaft beschlossen. In den USA wurde am Mittwoch der Weg für ein billionenschweres Konjunkturpaket freigemacht. Der Dollar geriet daraufhin zum Euro etwas unter Druck. Zeitweise stieg der Eurokurs bis auf 1,0850 Dollar. Im Tagesverlauf gab der Euro seine zeitweisen Gewinne wieder ab.

Corona-Wirtschaftskrise: Bundestag beschließt milliardenschweres Hilfspaket

+++ 16.50 Uhr: Der Bundestag hat ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundesrat muss am Freitag noch zustimmen.

+++ 15.35 Uhr: Der Bundestag hat am Mittwoch in der Corona-Krise einen milliardenschweren Rettungsfonds für angeschlagene große Unternehmen beschlossen. Über einen „Wirtschaftsstabilisierungsfonds“ sollen Firmen mit Kapital gestärkt werden können - der Staat soll sich notfalls wie in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren auch an Unternehmen beteiligen können.

Der Schutzschirm umfasst ein Volumen von insgesamt 600 Milliarden Euro. Unternehmen sollen mit Kapital und Garantien gestärkt werden können. Mögliche Staatsbeteiligungen sollen wieder privatisiert werden, wenn die Krise vorbei ist. Welche Konzerne unter diesen Rettungsschirm schlüpfen könnten, ist derzeit unklar.

Corona-Wirtschaftskrise: Aktienmärkte weiter äußerst unruhig

+++ 14.22 Uhr: Die Ausschläge am deutschen Aktienmarkt in der Corona-Krise sind weiterhin groß. Der Leitindex Dax überwand am Mittwoch (25.03.2020) zunächst die Marke von 10.000 Punkten, bevor er deutlich absackte – unter den Stand des Vortages. In der Spitze legte Dax bis auf 10.137 Punkte zu und baute seinen starken Kurszuwachs vom Dienstag (24.03.2020) vorübergehend aus. Dann nutzten Anleger das höhere Niveau für Verkäufe. Gegen Mittag lag der Dax um 2,35 Prozent niedriger als am Dienstag bei 9472,59 Punkten.

Unterdessen sicherten am Mittwoch alle Fraktionen im Bundestag ihre Unterstützung für das historische Maßnahmenpaket der Bundesregierung zu. Auch der Bundesrat verschwendete keine Zeit. Die Hilfen in der Corona-Krise sollen schnell bei Bürgern, Unternehmen und Krankenhäusern ankommen. Anderswo werden ebenfalls riesige Hilfspakete geschnürt: Niedersachsen etwa hat ein 4,4 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket zur Abmilderung der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Der Landtag stimmte am Mittwoch einmütig mit den Stimmen aller anwesenden Abgeordneten für einen Nachtragshaushalt. Das Geld soll die Wirtschaft und das Gesundheitswesen stützen.

+++ 12.20 Uhr: Der Dax dreht aktuell wieder leicht ins Minus, die 10.000 Punkte sind wieder unterschritten. Dennoch stehen die Zeichen an den Aktienmärkten trotz der Corona-Pandemie auf Entspannung. FR-Autor Daniel Baumann analysiert die Lage und stellt die Frage: Sollte man jetzt Aktien kaufen?*

Corona-Wirtschaftskrise: Dax legt nach historischem Absturz deutlich zu

+++ 10.31 Uhr: Nach seinem Absturz in der Coronakrise hat der Dax wieder Boden gut gemacht und am Mittwoch (25.03.2020) die Marke von 10 000 Punkten erreicht. Zuletzt gewann der deutsche Leitindex 3,52 Prozent hinzu auf einen Stand von 10 042,32 Punkten. Gemessen an dem Anfang der Vorwoche erreichten Krisentief bei 8255 Punkten hat sich das Börsenbarometer damit um fast 22 Prozent erholt. Ein Konjunkturpaket in den USA zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treibt die Kurse weiter nach oben.

Nach langen Verhandlungen einigten sich in den USA das Weiße Haus und die Demokraten nun auf ein Konjunkturpaket gegen die Folgen der Corona-Pandemie. Die Erwartung an den Börsen auf dieses Signal hatte am Vortag die Kurse bereits nach oben getrieben: Der Dax hatte mit einem Plus von 11 Prozent einen der stärksten Börsentage seiner Geschichte erlebt. Der Dow in New York hatte mit einem Aufschlag von 11,4 Prozent sogar noch etwas mehr zugelegt.

Corona-Pandemie: Modebranche ruft Regierung zu mehr Hilfen auf

+++ 9.13 Uhr: Deutschlands Modebranche droht der wirtschaftliche Kollaps: Die Läden sind geschlossen, der Online-Verkauf läuft schleppend. Nun haben mehr als ein Dutzend Mode- und Textilunternehmen die Bundesregierung angesichts derCoronavirus-Krise zu mehr Hilfen für ihre Branche aufgerufen. „Der aktuelle Lock Down des deutschen Modehandels bedroht die Existenz des Handels und der Industrie massiv“, schreiben die 13 Unterzeichner in dem am Mittwoch (25.03.2020) veröffentlichten Aufruf mit Blick auf die Schließung vieler Geschäfte im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Die bisherige Hilfe in Form von Darlehen der staatlichen Förderbank KfW würde „viele Unternehmen nicht oder zu spät erreichen“. 

„Wir brauchen einen Rettungsschirm, der die Liquidität der Händler unterstützt“, fordern die Unterzeichner. Die Regierung solle den Top 30 Textilunternehmen einen Fonds in Höhe von 850 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Der Einzelhandel könne so alle Lieferungen der Herbst/Winter-Kollektionen erhalten. Die Zahlungen dafür sollen erst ein halbes Jahr später rechtswirksam werden. Verwaltung, Kontrolle und Rückführung des Fonds soll eine unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei übernehmen. „Mit dieser staatlichen Hilfe sind die Warenflüsse gesichert und die Liquidität bleibt für 180 Tage im Handel. Der Fonds sollte nach Ablauf dann entsprechend aufgelöst und zurückgeführt werden“, heißt es in dem Aufruf.

Corona-Pandemie: Dow Jones legt mitten in der Krise den stärksten Anstieg seit 90 Jahren hin

+++ 25.03.2020, 7.05 Uhr: Nicht nur in den USA, sondern auch in Asien sind die Aktienkurse im Aufwärtstrend: An den Finanzmärkten in Japan und Südkorea haben die Aktienkurse im Gefolge der Gewinne in den USA ihren Weg nach oben fortgesetzt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte an der asiatischen Leitbörse in Tokio legte am Mittwoch um 1454,28 Punkte oder 8 Prozent auf einen Schlussstand von 19 546,63 zu. 

Auch am Börsenplatz Seoul sorgte die positive Reaktion der Anleger auf die wegen der Coronavirus-Pandemie aufgelegten Konjunkturpakete der Länder den zweiten Tag in Folge für ein Kursfeuerwerk. Der Leitindex Kospi lag 5,9 Prozent im Plus und schloss bei 1704,76.

+++ 21.23 Uhr: Der US-Börsenindex Dow Jones hat inmitten der Coronavirus-Pandemie den stärksten Anstieg seit fast 90 Jahren hingelegt. An der New Yorker Wall Street gewann der Dow Jones am Dienstag rund 11,4 Prozent und stieg auf etwa 20.705 Punkte an. Es war der stärkste prozentuale Tagesgewinn seit Anfang der 1930er Jahre.

Damit hat der Dow Jones Industrial die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wett gemacht. Auftrieb gaben zuversichtliche Aussagen von US-Senatoren, dass ein gewaltiges Konjunkturpaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise kurz vor der Verabschiedung stehe. Medienberichten zufolge sollen mindestens 1,5 Billionen Dollar (1,4 Bio Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden. Am Montag hatte bereits die US-Notenbank (Fed) weitere Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft angekündigt.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 9,38 Prozent auf 2447,33 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 7,81 Prozent auf 7553,83 Punkte.

Wirtschaftskrise wegen Corona: VW schickt 80.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

+++ 16.30 Uhr: Bei Volkswagen sollen wegen der Lieferprobleme und Absatzschwäche in der Coronakrise rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit* gehen. Das wurde am Dienstag (24.03.2020) aus Konzernkreisen bekannt. Das Unternehmen hat die deutschen und europäischen Werke sowie weitere Standorte in Amerika und Russland derzeit vorübergehend geschlossen. Als Grund für die beantragte Kurzarbeit hatten die Wolfsburger bereits in der vergangenen Woche die beträchtlichen Arbeitsausfälle in der Produktion sowie in den angrenzenden Bereichen genannt.

Die Beschäftigten der Deutschen Bahn (DB) müssen keine betriebsbedingten Kündigungen aus Anlass der Coronakrise fürchten. Der Konzern und die Gewerkschaften haben dies jetzt in einer Vereinbarung ausgeschlossen. Sie regelt auch zusätzliche Arbeitsbefreiungen für Beschäftigte mit Kindern, Entgeltfortzahlungen, flexiblen Ausgleich versäumter Arbeitszeiten und sichert die Mitsprache der Betriebsräte bei Kurzarbeit. Das Bundesunternehmen hat in Deutschland rund 200.000 Mitarbeiter.

Nach dem Einbruch der Passagierzahlen in der Coronakrise schickt auch dieFlughafengesellschaft Berlin Brandenburg ihre 2200 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die kürzere Arbeitszeit solle Entlassungen vermeiden, teilte das Unternehmen mit. Die Flughafengesellschaft werde das gesetzliche Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent des Nettoentgelts aufstocken, bei Alleinerziehenden auf 90 Prozent.

Konjunkturkrise wegen Corona: Wirtschaftsweise rechnen mit „V-Szenario“

+++ 14.44 Uhr:  Auf den steilen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Coronarkise könnte auch eine steile Erholung folgen – dieses „V-Szenario“ ist nach Einschätzung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wahrscheinlich. „Viel hängt am Ende auch davon ab, dass wir schnell wieder aus der Krise herauskommen“, sagte der neue Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen, Lars Feld, am Dienstag (24.03.2020) nach Beratungen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die von der Bundesregierung bislang getroffenen Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld* und Liquiditätshilfen bezeichnete Feld als „sehr begrüßenswert“.

Der Begriff „V-Szenario“ symbolisiert dabei einen steilen Abwärtstrend, der sich nach dem Erreichen des Tiefpunktes aber ebenso rasch und in ähnliche Höhen wieder aufwärts bewegt. Bei einem U ist die Talsohle, bis die Wirtschaft wieder anzieht, dabei länger. Ein "L-Szenario" – also ein Einbruch ohne absehbares Ende der Talsohle – ist nach Angaben Felds in der Coronakrise weniger wahrscheinlich.

Konjunkturkrise wegen Corona: Kommen Konsumschecks für Verbraucher?

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will nach der erwarteten Talfahrt der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie eine solche dauerhafte Krise verhindern. Der CDU-Politiker sagte nach der Beratung mit führen Ökonomen, die wirtschaftlichen Einbußen würden voraussichtlich höher sein als in der Finanzkrise 2009. Auf die ersten Maßnahmen der Bundesregierung müssten daher weitere Schritte folgen, die Deutschland aus der Krise führten.  In der Debatte sind neben einer Reform der Unternehmensteuern ein Vorziehen der Soli-Teilabschaffung, eine Senkung der Mehrwertsteuer und mehr öffentliche Investitionen – aber auch unkonventionelle Maßnahmen wie Konsumschecks für die Verbraucher.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Ausgabe solcher Schecks vorgeschlagen. Sobald die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zurückgehe, solle allen Bürgern damit die Möglichkeit gegeben werden, durch Konsum die Konjunktur anzukurbeln, hatte Verdi-Chef Frank Werneke in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt. Werneke hatte dabei auf Hongkong verwiesen, wo jeder Einwohner umgerechnet knapp 1200 Euro erhalten soll.

Wirtschaftskrise: Panik verschwunden – Dax weit über 9000 Punkten

+++ 24.03.2020, 9.55 Uhr: Die große Corona-Panik scheint vorerst verflogen: Am Aktienmarkt in Deutschland beruhigt sich die Lage am Dienstag weiter. Der Dax gewann wenige Minuten nach dem Auftakt 6,17 Prozent auf 9280,29 Punkte. Zuletzt bewegte sich der deutsche Leitindex in diesem Bereich am 13. März. Am Vortag hatte der Dax nach seinem freundlichen Ausklang der Vorwoche zwar wieder im Minus geschlossen, aber immerhin klar über seinem Tagestief.

Auch an den Finanzmärkten in Tokio und Seoul haben die Aktienkurse im frühen Handel am Dienstag deutlich zugelegt. An der Leitbörse in Tokio stieg der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 1138,95 Punkte oder 6,7 Prozent auf den Zwischenstand von 18 026,73. Schon am Vortag hatte das Börsenmeter deutlich im Plus gelegen.

Coronakrise: EU-Staaten setzen erstmals Schuldenregeln aus

+++ 18.22 Uhr: Die EU-Staaten haben sich auf eine Aussetzung der Schuldenregeln angesichts der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 geeinigt. Erstmals überhaupt würden die europäischen Schulden- und Defizitregeln ausgesetzt. Der Aussetzung stimmten die EU-Wirtschafts- und Finanzminister am Montag (23.03.2020) zu. Damit solle „die erforderliche Flexibilität“ gewährleistet werden, um angesichts der Krise „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Unterstützung der Gesundheitssysteme und der Wirtschaft zu ermöglichen, erklärten die Finanzminister der 27 EU-Mitgliedstaaten.

Corona-Krise: Konjunktur in Deutschland könnte deutlich einbrechen

+++ 13.57 Uhr: Die Konjunktur in Deutschland könnte in Folge der Corona-Krise deutlich einbrechen, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einer Kabinettssitzung der dpa. Nach seiner Ansicht werde der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) mindestens so gravierend sein wie in der Finanzkrise 2009. Damals war das BIP um 5,7 Prozentpunkte zurückgegangen.

Der am Montag (23.03.2020) veröffentlichte Monatsbericht der Bundesbank rechnet ebenfalls mit negativen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. „Das Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession ist nicht zu verhindern“, hieß es dort. „Voraussichtlich werden die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaftsleistung mindestens in der ersten Jahreshälfte massiv beeinträchtigen", hieß es im Monatsbericht der Notenbank weiter. Erst wenn die Pandemiegefahr eingedämmt sei, werde eine wirtschaftliche Erholung einsetzen.

Die Corona-Pandemie könnte Deutschland nach Ansicht von Experten Hunderte Milliarden Euro kosten

+++ 23.03.2020, 9.21 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die WeltwirtschaftDeutschland könnte die Corona-Krise nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Arbeitsplätze kosten. „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag (23.03.2020). „Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“ 

Auch am Arbeitsmarkt seien die Folgen der Corona-Krise massiv, betont Fuest. „Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.“ Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein. Die Krise werde zu Produktionsausfällen von Hunderten Milliarden Euro führen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit „in die Höhe schnellen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten“, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsforschungsinstituts. „Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen“, betont Fuest.

Ziel müsse es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen. Für einen zweimonatigen Teilstillstand der Wirtschaft errechnet das Ifo-Institut Kosten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Bei drei Monaten sind es demnach 354 bis 729 Milliarden.

Wirtschaftskrise: EU-Staaten dürfen unbegrenzt investieren

+++ 18.46 Uhr: Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie will die EU-Kommission die Haushaltsregeln lockern. „Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel. Das wurde noch nie zuvor getan“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video.

Auf Anfrage hieß es später aus der EU-Kommission, die Abstimmungen mit den EU-Staaten liefen am Freitagnachmittag noch. Das in mehreren Sprachen auf Twitter verbreitete Video wurde zunächst wieder zurückgestellt. Kurze Zeit später war das Video wieder online.

Das Coronavirus bedroht die Wirtschaft. Die EU-Staaten haben sich jetzt auf eine Aussetzung der Schulden- und Defizitregeln geeinigt.

Nationale Regierungen dürften unbegrenzt in die Wirtschaft investieren, sagte von der Leyen in dem Video. So könnten sie den Unternehmen „in dieser unverschuldeten Krise“ beistehen. „Um das zu ermöglichen, mildern wir vorübergehend die sonst sehr strengen Haushaltsregeln ab.“

Kurz zuvor hatte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde diesen Schritt bereits angekündigt. Die Initiative sei bereits von der Eurogruppe sowie den EU-Staats- und Regierungschefs begrüßt worden, sagte sie.

+++15.57 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz will 70 bis 100 Milliarden Euro aufwänden, um die Folgen der Corona-Krise zu schützen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das Geld soll durch neue Schulden aufgebracht werden.

Wirtschaftskrise soll mit Milliarden gemildert werden

Für einen solchen Nachtragshaushalt müsste die Schuldenbremse im Grundgesetz gelockert werden. Eine entsprechende Entscheidung soll in der kommenden Woche durch Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Geplant ist unter anderem ein Härtefallfond über 40 bis 50 Milliarden. Mit diesem sollen die Betriebsausgaben kleiner Unternehmen für drei Monate übernommen und Beteiligungen an notleidenden Unternehmen erworben werden. Außerdem sollen Darlehn für Unternehmen in „unbegrenzter Höhe“ vergeben werden können.

Coronavirus sorgt für erste neue Staatsschulden seit Jahren

https://www.deutschlandfunk.de/scholz-spd-zu-corona-hilfen-kreditprogramm-ist-jetzt-scharf.694.de.html?dram:article_id=472921

EU lockert Haushaltsregeln

Auch die EU legt für ihre Mitgleidsstaaten neue Regeln fest. So können Staaten ab sofort unbegrenzt in ihre Wirtschaft investieren. Dies sei in einer neuen „Ausweichklausel“ festgelegt, wie die EU-Komission mitteilte.

+++ 14.19 Uhr: Deutschland schränkt im Kampf gegen die Corona-Pandemie zunehmend das öffentliche Leben ein – Restaurants verzeichnen immer weniger Kundschaft. Das hat nun für eine bekannte Restaurantkette Konsequenzen: Wegen eines drastischen Umsatzrückgangs in der Corona-Krise ist die ohnehin schon angeschlagene Restaurantkette Vapiano in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Das teilte das Unternehmen am Freitag (20.03.2020) in Köln mit. „Seit heute ist klar, dass Vapiano ohne sofortige staatliche Unterstützung nicht überlebensfähig sein wird und Insolvenz anmelden muss, was den Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen weltweit zur Folge hätte", sagte Vorstandschefin Vanessa Hall. 3800 Arbeitsplätze entfallen laut Hall auf Deutschland.

Alle 55 Vapiano-Restaurants in Deutschland geschlossen

Der Vorstand sei nun verpflichtet, spätestens innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Man wolle jedoch sorgfältig prüfen, ob sich das Insolvenzverfahren innerhalb der Frist noch abwenden lasse - etwa durch in der Corona-Krise angekündigte staatliche Hilfsprogramme. In den vergangenen Tagen habe sich die Situation so entwickelt, „dass Vapiano aktuell fast keine Umsätze mehr generiert, während Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter anfallen“, erklärte das Unternehmen. 

In Deutschland sind demnach seit Donnerstagabend alle 55 durch den Konzern betriebenen Restaurants auf unbestimmte Zeit geschlossen. Von den weltweit mehr als 230 Restaurants mussten laut Vapiano zwischenzeitlich „nahezu alle“ schließen.

Coronakrise: Dax mit schnellstem Börsencrash der Geschichte

+++ 20.03.2020, 10.27 Uhr: Vor rund einem Monat begann die Talfahrt: Am 19. Februar verpasste der deutsche Leitindex Dax noch ein neues Allzeithoch um gerade mal sieben Punkte und stand bei Handelsschluss bei 13.789 Punkten. Gut vier Wochen später mitten in der Corona-Krise sieht die Welt – auch an der Börse – ganz anders aus: Der Dax hat 39 Prozent seines Wertes eingebüßt. Im Vergleich zu früheren Börsencrashs ist das der schnellste Verlust, den es je gab, berichtet nun das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. 

Noch nie in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte habe das wichtigste deutsche Börsenbarometer nach seinem Höchststand in gerade einmal 28 Tagen so viel an Wert verloren. Der 9. März wird dabei als neuer „Schwarzer Montag“ in die Geschichte eingehen – der Dax erlitt mit 7,94 Prozent den höchsten Tagesverlust seit dem 11. September 2001.

Coronavirus - Ein Aktienhändler reibt sich auf dem Parkett der Frankfurter Börse die Augen.

Lediglich im Jahr 1987 ging es ähnlich rasant bergab: Da verloren die weltweiten Börsen laut „Spiegel“ 37 Prozent in 28 Tagen. Einen konkreten Auslöser wie nun die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft gab es jedoch nicht.

Inzwischen hat sich die Lage am deutschen Aktienmarkt allerdings ein wenig beruhigt: Der Leitindex Dax stieg am Freitag (20.03.2020) im frühen Handel um 6,3 Prozent auf 9153,31 Punkte. Am Donnerstag (19.02.2020) hatte er bereits um zwei Prozent zugelegt. „Von einer Erholung zu sprechen, wäre verfrüht. 

Aber wir sehen zumindest erste Anzeichen einer Stabilisierung an den Börsen“, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. In dem nun bereits vier Wochen währenden Corona-Crash, in dem der Dax bis zum Vortag fast 5000 Punkte einbüßte, hatte es immer wieder mal Anzeichen einer Stabilisierung gegeben. Diese war aber meist wegen immer neuer Hiobsbotschaften schnell wieder vorüber.

+++ 20.20 Uhr: Die wachsende Ansteckungsgefahr und die drastischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zwingen Volkswagen von Donnerstagabend an zur Schließung der Werke in Deutschland. Auch in anderen Ländern Europas wird die Produktion der Kernmarke vorläufig unterbrochen, bei mehreren Töchtern wird dieser Schritt geplant oder ist bereits in Kraft. An den VW-Pkw-Standorten in der Bundesrepublik soll mit dem Ende der Spätschicht um 22.00 Uhr die Fertigung ruhen.

Coronakrise: Hilfe für Kleinselbstständige

+++ 19.00 Uhr: Die Bundesregierung plant wegen der Corona-Krise ein Hilfsprogramm im Volumen von mehr als 40 Milliarden Euro zugunsten von Klein- und Soloselbstständigen. Das wurde am Donnerstag in Regierungskreisen in Berlin bestätigt. Über Details wurde demnach aber noch zwischen den Ministerien für Wirtschaft und für Finanzen verhandelt. Auch mehrere Bundesländer stellten Hilfsprogramme in Milliardenhöhe vor.

Zwei Millionen Kurzarbeiter erwartet

+++ 16.44 Uhr: Arbeitnehmer sind nach Einschätzung der Bundesregierung millionenfach auf Kurzarbeitergeld wegen der Coronakrise angewiesen. „Es wird von 2,15 Millionen Fällen des Bezugs von konjunkturellem Kurzarbeitergeld ausgegangen“, heißt es in einer entsprechenden Verordnung des Bundesarbeitsministeriums. 

Das Ministerium geht von 1,15 Millionen zusätzlichen Fällen wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Eine Millionen Fälle wären demnach auch nach geltendem Recht ohne die Erleichterungen zu erwarten gewesen. 

Die Regierung erwartet Mehrausgaben bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) von 10,05 Milliarden Euro. Die beschlossene Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen schlägt demnach mit 5,99 Milliarden Euro zu Buche - die zusätzliche Zahlung von Kurzarbeitergeld selbst mit 4,06 Milliarden Euro.

Coronavirus-Pandemie: Aktienmärkte bleiben nervös

+++ 15.51 Uhr: Nach einer schwachen Eröffnung haben sich die US-Aktienmärkte am Donnerstag berappelt und sind ins Plus gedreht. Die angespannte Lage durch die Coronavirus-Pandemie verhindert allerdings weiterhin eine nachhaltige Erholung. Der Leitindex Dow Jones Industrial überwand die Marke von 20 000 Punkten und notierte zuletzt 0,67 Prozent höher bei 20 032,00 Zählern.  

Das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia brach im März noch stärker ein als befürchtet. Die Coronakrise kommt offenbar immer stärker in der US-Wirtschaft an. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) fiel im Monatsvergleich um 49,4 Punkte auf minus 12,7 Zähler. Dies ist der stärkste jemals ermittelte Rückgang. Auch das Defizit in der US-Leistungsbilanz reduzierte sich im vierten Quartal deutlich. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg dagegen in der vergangenen Woche erheblich.

USA: Donald Trump plant Geldauszahlung an US-Bürger

+++ 15.15 Uhr: Die Regierung der USA plant nach Angaben von Finanzminister Steven Mnuchin eine schnelle Geldauszahlung an US-Bürger, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzufedern. Angedacht sei eine Geldleistung von 1000 US-Dollar für Erwachsene und 500 US-Dollar für Kinder, sagte Mnuchin am Donnerstag dem Fernsehsender Fox Business. 

Die Regierung um Donald Trump verhandelt derzeit mit dem US-Kongress über ein größeres Konjunkturpaket, mit dem bis zu eine Billion US-Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden soll. Finanzielle Direkthilfen für die Bevölkerung sollen Teil des Pakets sein. Details sind noch Gegenstand der Gespräche - etwa die Frage, wer genau die Hilfen erhalten soll und wie hoch sie am Ende tatsächlich ausfallen.

Coronavirus: Aktienmärkte berühigen sich nicht

+++ 15.01 Uhr: Auch am Donnerstag haben die US-Aktienmärkte den Rückwärtsgang eingelegt. Die angespannte Lage durch die Corona-Pandemie verhindert weiterhin eine nachhaltige Erholung. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel zuletzt 3,17 Prozent auf 19 268,01 Punkte, nachdem er bereits am Mittwoch mehr als 6 Prozent eingebüßt hatte. 

Der marktbreite S&P 500 fiel am Donnerstag zuletzt um 2,79 Prozent auf 2331,12 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 1,28 Prozent auf 7083,36 Punkte nach.

Coronavirus-Krise: Dax erholt sich nicht

+++ 12.10 Uhr: Die Erholung am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag wie so oft in den vergangenen Wochen in sich zusammengefallen. Ein weiteres Notpaket der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Linderung der Folgen der Coronavirus-Pandemie konnte die Märkte nicht überzeugen. Der Dax gab um 0,7 Prozent auf 8383,70 Punkte nach. 

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie des Coronavirus hatte die EZB in der Nacht ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft gehen. 

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln“, schrieb EZB-Chefin Christine Lagarde auf Twitter. Börsianer äußerten sich zurückhaltend zum Vorgehen der EZB. „Die Wirkung der Maßnahmen bleibt abzuwarten“, sagte Volkswirt Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank.

Coronavirus-Pandemie: Hilfe für Solo-Selbstständige

+++ 10.41 Uhr: Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. 

Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, die Bundesregierung wolle 40 Milliarden Euro für Kleinstunternehmer bereitstellen. Zehn Milliarden Euro sollen demnach als direkte Zuschüsse an notleidende Ein-Mann-Betriebe und Kleinstunternehmen vergeben werden, der Rest von 30 Milliarden Euro als Darlehen.

Wegen der drastischen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie fürchten viele Solo-Selbstständige um ihre Existenz - also etwa Musiker, Fotografen, Künstler, Heilpraktiker, Dolmetscher oder Pfleger. Viele Geschäfte mussten schließen, Messen, Veranstaltungen und Konzerte wurden abgesagt. Aufträge und Umsätze vieler Solo-Selbstständiger sind weggebrochen.

Coronavirus-Pandemie: Wirtschaft droht Rezession

+++ 10.20 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat auch die deutsche Wirtschaft infiziert: So ist das Ifo-Geschäftsklima im März eingebrochen. Im März sei der Indexwert auf 87,7 Punkte gefallen, nach 96,0 Punkten im Monat zuvor, teilte das Ifo-Institut am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen in München mit. Dies sei der stärkste Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009, hieß es weiter. Insbesondere die Konjunkturwartungen der Unternehmen haben sich stark verschlechtert. „Die deutsche Wirtschaft stürzt in die Rezession“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten. 

Ein weitereres Krisenzeichen: Die Deutsche Wirtschaftsleistung wird auch nach Einschätzung des DIW in diesem Jahr erstmals seit der Finanzkrise 2009 schrumpfen. Wegen der Coronakrise senkte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag seine Jahresprognose für das Bruttoinlandsprodukt von einem Plus von 1,2 Prozent auf ein Minus von mindestens 0,1 Prozent. Das sei jedoch ein sehr optimistisches Szenario, stellte Institutspräsident Marcel Fratzscher klar. Es könne die deutsche Wirtschaft auch deutlich härter treffen. Europaweit müsse die Finanzpolitik noch mehr tun, um eine Pleitewelle zu verhindern.

Derweil verlangt Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder vom Bund ein 100 bis 150 Milliarden Euro schweres Hilfspaket, um die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abzumildern. Zudem fordert der bayerische Ministerpräsident die Aussetzung der Stromsteuer und der EEG-Umlage. Dies würde vielen Betrieben und dem normalen Bürger helfen, sagte Söder am Donnerstag im Landtag in München.

Coronakrise: Dax stabilisiert sich nach EZB-Hilfspaket

+++ 10.05 Uhr: Nach der Ankündigung eines weiteren Corona-Notpakets durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag stabilisiert. Der Dax stieg im frühen Handel um 1,9 Prozent auf 8603,42 Punkte. 

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus hat die EZB ein Kaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft gehen. 

Der MDax stieg um 1,6 Prozent auf 18 192,91 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte sogar um 2,6 Prozent zu. 

Börsianer äußerten sich am Morgen zurückhaltend zum Vorgehen der EZB. Voraussetzung für nachhaltig stabile Märkte seien positive Nachrichten über die Entwicklung der Zahlen der vom Coronavirus Infizierten, hieß es.

Coronavirus-Pandemie zwingt Lufthansa an den Boden

+++ 09.21 Uhr: Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Coronavirus-Pandemie noch stärker zusammen. Bis 19. April finden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Von den 763 Flugzeugen des Konzerns blieben vorläufig rund 700 am Boden.

Die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 habe die gesamte Weltwirtschaft und auch die größte deutsche Fluggesellschaft „in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt“, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag. „Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann.“

Die Coronakrise zwingt auch Autobauer zu drastischen Maßnahmen: Volkswagen schließt vom Donnerstagabend an die Werke in Deutschland. Auch in anderen Ländern Europas wird die Produktion vorläufig heruntergefahren. An den Standorten in der Bundesrepublik soll mit dem Ende der Spätschicht um 22.00 Uhr die vorerst letzte reguläre Schicht in der Fertigung enden. Zunächst zehn Arbeitstage lang sollen dann keine Autos oder Bauteile mehr hergestellt werden.

Coronavirus-Pandemie: EZB kündigt Notkaufprogramm an

+++ 19.03.2020, 06.45 Uhr: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Europäische Zentralbank ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Vorgesehen sind 750 Milliarden Euro für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen, wie die EZB in der Nacht mitteilte. Das Programm soll den Euro stabilisieren und mindestens bis Jahresende laufen. Das Programm erinnert an die gewaltigen Anstrengungen der EZB in der Euro- und Staatsschuldenkrise.

Nach einer außerordentlichen Telefonkonferenz des EZB-Rates versicherte die Zentralbank, sie werde „alles Notwendige“ tun, um den „ernsthaftem Risiken“ der Corona-Krise entgegenzutreten. So sei sie auch bereit, den 750-Milliarden-Umfang der Anleihenkäufe gegebenenfalls aufzustocken - „so viel wie nötig und so lange wie nötig“.

Das Notfallprogramm mit dem Namen PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) solle so lange laufen, bis nach Einschätzung des EZB-Rats die von der Pandemie ausgelöste Krisenphase vorüber sei, aber mindestens bis Jahresende, erklärte die Zentralbank.

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, schrieb EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf Twitter. Es gebe „keine Limits bei unserem Einsatz für den Euro“. Die EZB sei entschlossen, innerhalb ihres Mandats „das volle Potenzial“ ihrer Werkzeuge zu nutzen.

Das PEPP soll laut EZB dazu beitragen, dass alle Wirtschaftssektoren von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren und damit den durch die Ausbreitung des Coronavirus ausgelösten „Schock absorbieren“ können. Dies betreffe gleichermaßen Familien, Firmen, Banken und Regierungen.

Coronavirus-Pandemie: US-Autokonzerne schließen vorübergehend Fabriken in Nordamerika

Unterdessen haben die Autokonzerne General Motors, Fiat Chrysler und Ford wegen der Corona-Krise ihre Produktion in Nordamerika bis Ende März geschlossen. Dies teilten die drei Unternehmen sowie die Branchengewerkschaft UAW mit. Damit werde die Gesundheit von Gewerkschaftsmitgliedern, deren Angehörigen sowie der Bewohner der Orte geschützt, in denen die Fabriken ansässig sind, erklärte UAW-Chef Rory Gamble in einer gemeinsamen Erklärung mit Ford. Die Pandemie hat weltweit große Teile der Automobilbranche zum Erliegen gebracht.

DAX und Dow Jones erneut mit rabenschwarzem Tag 

+++ 20.21 Uhr: Die Corona-Krise sorgt weiterhin für rabenschwarze Tage an der Börse. Die beispiellose fast vierwöchige Talfahrt am deutschen Aktienmarkt setzte sich auch am Mittwoch fort. Der Dax rauschte um 5,56 Prozent auf 8441,71 Punkte abwärts. Die Stabilisierung am Vortag ist damit schon wieder Makulatur. Die Verluste seit Beginn des Börsen-Crash im Februar summieren sich mittlerweile auf über 5100 Dax-Punkte oder fast 40 Prozent. Der US-Index Dow Jones fiel unter die 20.000er-Marke.

Am Börsenparkett herrscht Panik, aber auch die Gesamtweirtschaft leidet massiv. Im deutschen Einzelhandel droht laut Handelsverband Deutschland (HDE) wegen der angeordneten Ladenschließungen eine Insolvenzwelle. „Durch massive Umsatzausfälle werden Tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet“, warnte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in einem Brief an Kanzlerin Merkel. Große Kauf- und Warenhausunternehmen, Fachmarktketten und tausende Mittelständler seien in ihrer Existenz massiv gefährdet. Den täglichen Umsatzausfall durch das Schließen der Geschäfte beziffert der HDE auf rund 1,15 Milliarden Euro.

Coronavirus infiziert die Wirtschaft: Ryanair streicht fast alle Flüge

+++ 15.05 Uhr: Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair streicht wegen der Coronavirus-Pandemie ab kommenden Dienstag (24.03.2020) fast alle Flüge. Dann werde es nur noch eine sehr kleine Zahl von Verbindungen zwischen Großbritannien und Irland geben, teilte das Unternehmen am Mittwoch (18.03.2020) mit. Ryanair begründete den Schritt mit den massiven Einschränkungen für Reisen in Europa im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Die US-Aktienmärkte werden weiter von der Sorge um die Corona-Pandemie erschüttert: Nach einer kurzen Erholung haben sie am Mittwoch wieder stark verloren. Nach deutlichen Vortagesgewinnen ging es wieder deutlich abwärts. Der Leitindex Dow Jones Industrial stürzte gleich nach Handelsstart unter die Marke von 20.000 Punkten.

Auch die Ölpreise sind weiter eingebrochen. Auch wenn die Verluste geringer ausfielen als an den vergangenen Handelstagen, lagen die Preise für wichtige Ölsorten zuletzt auf historisch niedrigen Niveaus. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 27,84 US-Dollar. Das waren 89 Cent weniger als am Vortag und der niedrigste Wert seit 2016.

Coronavirus wirkt sich auf Weltwirtschaft aus: DAX erneut mit Verlusten

Update von Mittwoch, 18.03.2020, 10:26 Uhr: Am Mittwoch eröffnet die Börse in Frankfurt erneut mit Verlusten, nachdem sie sich am Vortag leicht erholt hatte. Zum Handelsstart brach der deutsche Leitindex DAX erneut um mehr als 3 Prozent ein und lag bei etwas weniger als 8600 Punkten.

Die Corona-Pandemie infiziert die Wirtschaft - auch in Deutschland. Nun reagiert die EZB mit einem Notkaufprogramm.

DAX verliert seit Beginn des Börsencrashs fast 40 Prozent

Derzeit schein ein weiterer Fall auf bis zu 8000 Punkte möglich. Die nächste Wendemarke für den Börsenindex liegt jedoch schon davor, bei 8150 Punkten. Dort lag die Höchsstände in den Jahren 2000, 2007 und 2008. Analysten nehmen diesen Bereich daher besonders in den Fokus.
Insgesamt hat der DAX seit Beginn des Börsencrashs mehr als 5000 Punkte und damit fast 40 Prozent seines Wertes verloren.

BWM schließt ebenfalls Werke

Auch BMW muss jetzt Werke schließen. Betroffen sind Produktionsstätten in Europa und Südafrika. Die Schließung soll am Mittwoch beginnen und vorerst bis zum 19. April dauern. Außerdem werde es Regelungen zur Kurzarbeit geben.

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet Vorstandschef Oliver Zispe schon jetzt mit deutlich weniger Gewinn. Grund sei der Nachfrageeinbruch in allen wesentlichen Märkten. Der Gewinn könnte sich nach Angaben des Konzerns halbieren. Noch am Dienstag war eine Schließung bei BMW unwahrscheinlich erschienen. VW und Audi hatte bereits Werksschließungen angekündigt.

US-Präsident Trump setzt auf Helikoptergeld

In den USA soll jetzt Helikoptergeld gegen die Wirtschaftskrise helfen. Ausgezahlt werden soll das Geld in Form von Schecks, welche an US-Bürger versendet werden. Die Aussendung soll in den nächsten zwei Wochen stattfinden, wie Finanzminister Steven Mnuchin in Washington mitteilte.

Finanzen: Olaf Scholz plant trotz Coronakrise für Haushalt 2021 vorerst mit schwarzer Null

Die Summe der geplanten Geldmenge ist noch nicht bekannt, auch die Höhe der jeweiligen Schecks werde noch ermittelt, so Mnuchin. Im Gespräch ist ein Betrag von 1000 US-Dollar für mehrere Millionen Bürger. Insgesamt sollen sich die Hilfmaßnahmen auf mehr als eine Billionen US-Dollar. Am Dienstag waren noch 850 Milliarden im Gespräch.

Helikoptergeld erhielt seinen Namen durch ein Gedankenexperiment des Ökonomen Milton Friedmann. Ursprünglich ging es um die neutralität der Geldmenge, heute wird das Wort Helikoptergeld als Anregung des Konsums durch das „bedingingslose“ in Umlauf bringen von Geld durch den Staat verstanden.

Leichte Erholung beim DAX am Dienstag

+++ 17.37 Uhr: Zum Handelsende hat der DAX gegenüber Montag an Boden gut machen können. Rund 2,7 Prozent stieg der deutsche Leitindex, verblieb aber zuletzt knapp unter der 9000-Punkte-Marke.

Die Verlierer der Vorwoche gehören jetzt zu den Gewinnern. Bis 17.30 Uhr legt Daimler 8,75 Prozent zu, RWE gewann 7,80 Prozent und BASF 6,77 Prozent. Größter Verlierer war Fresenius Medical mit 4,51 Prozent. 

Eine echte Erholung ist trotzt der leichten Gewinne aber noch nicht in Sicht. Nicht auszuschließen, dass der Aufwärtstrend nur aus Gewinnmitnahmen besteht. Analysten wie Martin Utschneider von Donner & Reuschel sagen: „Der DAX befindet sich weiter im Crash-Modus.“

Schließung der Börsen im Gespräch

Aufgrund der starken Schwankungen wurde von einigen Analysten der Vorschlag eingebracht, die Börsen komplett zu schließen. Stephen Innes, von AxiCorp will „den Stecker ziehen“. Vorbild könnte die Wallstreet sein, wo bei zu starken Tagesverlusten immer wieder Handelspausen eingelegt werden, möglich wären aber auch längerfristige Schließungen.

Stacey Cunningham, Präsidentin der New York Stock Exchange erklärte via Twitter, dass sie die Sorgen um eine Fortsetzung des Crashs verstehe. Aber die Märkte spiegelten die Sorgen der Anleger wieder und eine Schließung könnte die Panik noch vergrößern. Daher werden die Börsen wohl offen bleiben und der Ausverkauf könnte weitergehen.

Update vom Dienstag, 17.03.2020, 15.11 Uhr: US-Präsident Donald Trump will weitreichende Schritte zur Abmilderung einer Wirtschaftskrise in seinem Land ergreifen. Trump will ein Konjunkturprogramm im Wert von 850 Milliarden US-Dollar (rund 773 Milliarden Euro) aufsetzen. Details zu dem Programm sind noch nicht bekannt, es sollen aber 50 Milliarden allein für die schwer getroffene Luftfahrtbranche bereit gestellt werden.

Vorschlag der Demokraten zu Hilfen nach Börsen-Kollaps war gescheitert

Auch Steuererleichterungen für US-Bürger gelten als teil des Programms als wahrscheinlich. Das berichtete die Presseagentur AFP. Trump hatte sich bereits in der Vergangenheit für Steuererleichterungen ausgesprochen. Finanzminister Steve Mnuchin soll im Kongress für Zustimmung werben. Ein Vorschlag der Demokraten im Umfang von 100 Milliarden war an der republikanischen Mehrheit im Senat gescheitert.

Donald Trump schnürt Hilfspaket fast doppelt so groß wie Bundeshaushalt 

Während der Finanzkrise ab 2008 hatte die damalige US-Regierung ein Rettungspaket im Wert von 700 Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht. Zum Vergleich: Sämtliche Ausgaben der deutschen Bundesregierung, der Bundeshaushalt, belaufen sich nach Plan im Jahr 2020 auf 362 Milliarden Euro.

Update vom Dienstag, 17.03.2020, 11.38 Uhr: An den Börsen in Europa hat sich am Dienstag leichte Entspannung eingestellt. Der DAX zeigte sich zwischenzeitlich im Plus und überstieg die Marke von 9000 Punkten kurzfristig. Die Vorgaben aus Asien waren noch besser, der japanische Leitindex Nikkei legte um 5,28 Prozent zu. 

ZEW-Indikator mit massivstem Absturz seit bestehen

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichte am morgen die neusten Daten seiner regelmäßig stattfindenden Umfrage zu den Börsen- und Konjunkturerwartungen in Deutschland. Ergebnis ist, dass der Indikator so stark eingebrochen ist, wie seit seiner Einführung 1991 nicht mehr. Er sank von 58,2 Punkten im Februar auf minus 49,5 Punkte, wie das Institut mitteilte. Einen entsprechend tiefen Stand - bei geringerem Absturz - hatte der ZEW-Indikator im Jahr 2011 angezeigt.

Autohersteller stellen Produktion wegen Coronavirus ein

Die Automobilhersteller Audi und VW stellen ihre Produktion ein. Am Freitag soll bei VW in Wolfsburg die vorerst letzte Schicht gefahren werden. Audi wird die Produktion in „Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn kontrolliert herunterfahren“, wie das Unternehmen seinen Mitarbeitern schriftlich mitteilte.

VW will seine Werke in Europa schließen, trotz zu befürchtender massiver Einbußen. Der Betriebsrat hatte auf eine Schließung gedrängt, nachdem es erste bestätigte Fälle in Werken gegeben hatte. Vorerst ist geplant, die Werke für zwei Wochen stillzulegen. Andere Hersteller wie Daimler und BMW produzieren derweil weiter. Unbestätigte Bilder in sozialen Netzwerken sollen zeigen, wie Mitarbeiter von Daimler in Spanien deswegen in einen wilden Streik getreten sein sollen.

Börsencrash: Dow Jones bricht um 13 Prozent ein – Schwerster Verlust seit über 30 Jahren

+++ 21.21 Uhr: Die US-Börsen haben wegen der Coronavirus-Pandemie erneut einen schwarzen Tag erlebt. An der New Yorker Wall Street brach der Leitindex Dow Jones am Montag um knapp 13 Prozent ein und endete bei rund 20.188 Punkten. Das war der stärkste Rückgang seit dem schwarzen Montag vom Oktober 1987. Der Technologie-Index Nasdaq verlor mehr als zwölf Prozent.

Bei den Anlegern macht sich große Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise breit. Der Deutsche Aktienindex (Dax) an der Börse Frankfurt schloss am Montag beim Stand von 8742 Punkten und lag damit 5,31 Prozent im Minus.

+++ 18.50 Uhr: Die Börsen in Deutschland haben sich am Montag erneut schwach gezeigt. Nach einem Anfangsverlust von mehr als 5 Prozent sank der DAX im Tagesverlauf weiter auf zeitweise unter 8500 Punkte. 

Zwar stieg der deutsche Börsen-Leitindex auch wieder auf knapp 8800 Punkte, bleib aber im Laufe des Tages unter der wichtigen Marke von 9000 Punkten, welche er am morgen nach unten durchbrochen hatte.

Fast nur Verlierer an der Börse in Frankfurt

Zu den Gewinnern trotz Börsencrash zählte Adidas. Der Sportartikelhersteller gewann am Montag 2,19 Prozent dazu. Auch die Wirecard AG legte 1,18 Prozent zu, ebenso Bayer. Der Chemiekonzern gewann 0,16 Prozent. Die Verlierer an der Börse zeigten dagegen deutlichere Zahlen. MTU und Volkswagen verloren jeweils über 12 Prozent an Wert, BMW und HeidelbergCement jeweils über 11 Prozent.

Der VDax, welcher die Volatilität im Handel anzeigt und auch als „Angstbarometer“ gilt, erreichte ein neues Allzeithoch. Der Index zeigt, wie stark die Kurse an der Börse schwanken. Je höher der Wert des VDAX, desto größer Schwankungen und Unsicherheit. Und die Aussichten sind weiterhin düster.

Börsen in den USA zeigen weiter Richtung Wirtschaftskrise

+++ 16.30 Uhr: Das Fiasko an den US-Aktienmärkten wegen der Coronavirus-Krise setzt sich weiter fort.  Nachdem der Handel am Montag zunächst für rund 15 Minuten ausgesetzt worden war, sackte der Dow Jones Industrial nach Wiederaufnahme um mehr als 12 Prozent ab. In der Folgezeit erholte sich der Leitindex etwas und notierte zuletzt noch 8,10 Prozent tiefer bei 21.306,66 Zählern. 

Der marktbreite S&P 500 verlor zuletzt 7,56 Prozent auf 2506,06 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 7,42 Prozent auf 7402,19 Zähler nach unten. Beide Indizes hatten zunächst ebenfalls prozentual zweistellig nachgegeben.

Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken verfehlten damit zunächst ihr Ziel. Am Markt hieß es, eine am Sonntag von der US-Notenbank vorgenommene Notfallaktion erhöhe derzeit sogar die Ängste vor dem Ausmaß der laufenden Corona-Krise. Die Fed hatte den Leitzins überraschend auf fast null Prozent reduziert und ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken angekündigt.

Entscheidung der Notenbank nach Börsencrash erhöht Gefahr der Wirtschaftskrise

Die Entscheidung der Fed schickte die Aktien von US-Banken wieder auf eine steile Talfahrt. Die Papiere der im Dow notierten Branchenvertreter JPMorgan und Goldman Sachs etwa sackten um bis zu 13 Prozent ab. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.

Die Aktien von Apple kamen mit minus 9 Prozent unter Druck. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro für illegale Vertriebsvereinbarungen belegt. 

Stark unter Druck blieb derweil wegen dem Coronavirus auch weltweit die Luftfahrtbranche. Die Papiere von American Airlines, Delta und United büßten zwischen 10 und 20 Prozent ein.

+++ 15.00 Uhr: Nach massiven Kursverlusten ist der Handel an den US-Börsen zwischenzeitlich gestoppt worden. Sofort nach Handelsstart sackte der Dow-Jones-Index um knapp 10 Prozent auf 20.935 Punkte ab. Der S&P 500 brach um mehr als 8 Prozent auf 2490 Punkte ein. Für den Nasdaq 100 ging es um gut 6 Prozent auf 7502 Zähler nach unten. 

Bei diesen Ständen wurde der Handel für 15 Minuten eingefroren. Am Freitag war der Dow noch um beachtliche 9,4 Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen herben Verlust von mehr als 10 Prozent verbucht.

Coronavirus löst Wirtschaftskrise aus: Dax rauscht an Börse in den Keller

+++ 9.38 Uhr: Massive Verluste an den Börsen in Europa. Angesichts der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie ist der Deutsche Aktienindex (Dax) erneut massiv eingebrochen. Der Dax sank zum Handelsbeginn der Börse am Montag in Frankfurt am Main erstmals seit 2016 unter die Schwelle von 9000 Punkten und verlor damit 5,57 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Auch in Paris und London öffneten die Börsenbarometer deutlich im Minus. 

Im weiteren Handelsverlauf weitete der Dax seine Verluste an der Börse Frankfurt zunächst weiter aus. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn an den Aktienmärkten der Börse lag er bei 8525,01 Punkten, einem Minus von 7,64 Prozent. Zuletzt hatte der Kurs im Jahr 2013 so niedrig gelegen. In Paris lag der CAC der 40 größten Unternehmen mit 5,9 Prozent im Minus. 

Das Börsenbarometer in London brach um 5,3 Prozent ein, in Mailand wurde ein Verlust von 5,4 Prozent verzeichnet. Die Börse in Madrid brach um knapp sieben Prozent ein. Bereits in der Vorwoche hatten die Börsen weltweit wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus historische Verluste verzeichnet.

Corona-Pandemie löst Wirtschaftskrise aus - Europäische Finanzminister beraten über Krisenpaket

Update vom Montag, 16.03.20, 8.01 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten wollen an diesem Montag (15.00 Uhr MEZ/10.00 Uhr Ortszeit US-Ostküste) in einer Videokonferenz darüber beraten, wie sie die Coronavirus-Pandemie in den Griff bekommen können. 

Die Finanzminister der Eurogruppe sprechen per Videoschalte (15.00 Uhr) über ein umfassendes Krisenpaket. Schon am Vormittag (11.00 Uhr) tagt unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warb bei den Bürgern um Verständnis für Einschränkungen im Alltag.

In Chinas Wirtschaft, die seit Ende Januar praktisch zum Stillstand kam, hat die Coronakrise tiefe Spuren hinterlassen. Wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte, ging die Industrieproduktion im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Vorjahres um 13,5 Prozent zurück - der stärkste bislang gemessene Einbruch. Mit einem Minus von 20,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte auch der Umsatz im Einzelhandel ab. Die Anlageinvestitionen brachen um 24,5 Prozent ein.

Coronavirus löst Wirtschaftskrise aus: US-Notenbank senkt Leitzins

Update vom Sonntag, 15.03.2020, 22.45 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus senkt die US-Notenbank den Leitzins auf fast null Prozent. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) teilte am Sonntagabend (15.03.2020, Ortszeit) mit, der Leitzins werde nun um einen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent verringert. US-Präsident Donald Trump begrüßte den Schritt am Sonntag. Trump hatte erst am Samstag erneut gesagt, er sei nicht glücklich mit dem Zinssatz der US-Notenbank.

Trump sagte, die USA sollten keinen Leitzins haben, der höher als in anderen starken Wirtschaftsnationen sei. „Wenn man sich Deutschland anschaut, liegen sie im Prinzip unter Null, sie sind negativ. Es gibt viele Länder, die negativ sind. Japan ist negativ. Deutschland ist negativ. Andere sind negativ. Und wir zahlen höhere Zinssätze.“ In den USA wächst wegen der Auswirkungen des Coronavirus die Sorge vor einer Rezession. Erst Anfang März hatte die US-Notenbank den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf einen Korridor von 1 bis 1,25 Prozent gesenkt.

Update vom Sonntag, 15.03.2020, 15.46 Uhr: Nach der mehr als turbulenten Woche für DAX und Börse richtet sich der Blick auf die kommenden Tage. Diese bringt ab Montag eine Schließung der Grenzen mit sich. Eine Schließung der Börsen wäre inzwischen ebenfalls denkbar. Eine Unterbrechung des Handels wird es aber nicht geben. Dieser findet ohnehin hauptsächlich virtuell statt.

Wichtiger - auch für den DAX - könnte dagegen ein Meeting der US-Notenbank Fed am 17. und 18. März sein. Was dabei besprochen wird, ist noch nicht klar. Allerdings gibt es bereits Spekulationen über das, was verkündet werden könnte. Erwartet wird eine weitere Senkung der Zinsen, möglich wäre ein Leitwert von 0,5 Prozent, um Unternehmen weiter zu ermöglichen, günstig Geld zu leihen.

Bereits vergangene Woche war der Rahmen auf 1 bis 1,25 Prozent gesenkt worden. Dabei handelte es sich um eine Notfallmaßnahme, um ein weiteres Absinken der Börsen infolge der Corona-Krise zu bremsen. Zuletzt hatte es eine solche Maßnahme im Rahmen der Finanzkrise 2008 gegeben. Ob die erwartete Zinssenkung sich positiv auf den DAX auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Zinsenkung der Fed stößt auf Kritik

Kommentatoren hatten die Absenkung der Zinsen teils kritisch bewertet. Im Wall Street Journal hieß es, dass die Zinssenkung nur verdeutliche, dass die Zentralbank mit ihren bisherigen Mitteln keine Linderung herbeiführen könne. Stephen Gallagher, Analyst der Bank Société Generale, sieht die derzeitigen Risiken vor allem durch das Coronavirus verursacht, sie entfalten eine kurzfristige Wirkung. Günstiges Geld könne eher beim Ankurbeln der Wirtschaft und der Nachfrage helfen. Allerdings: Wenn das öffentliche Leben auch in den USA weiter eingeschränkt wird, wird automatisch auch die Nachfrage verringert. Es wäre also gut möglich, dass es beim DAX und an den Börsen weiterhin rau zugeht.

Stimmungsdaten zum DAX erwartet

Neben diesen Entscheidungen werden verschiedene Konjunkturbarometer einen Ausblick auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt und beim DAX gegeben. Diese Stimmung spiegelt der ZEW-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung wider, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Erwartet wird ein Rückgang von plus 8,7 auf minus 23,4 Punkte. Das bedeutet, dass unter den bis zu 300 für den Index befragten Analysten eine Mehrheit eine Abschwächung der Wirtschaft für wahrscheinlich hält. Der maximale Wert des Index liegt bei plus bzw. minus 100 Punkten.

Ende einer volaliten Börsen-Woche

+++ 18.55 Uhr: Der große Crash scheint fürs Erste vorüber zu sein: Die Aktienmärkte versuchen sich vom verheerenden Donnerstag (12.03.2020) zu erholen. Beim Dax blieb am Freitag (13.03.2020) nach starken Schwankungen aber ein kleines Plus übrig. Der deutsche Leitindex schloss 0,77 Prozent höher bei 9232,08 Punkten. Am Donnerstag hatte der Dax im Angesicht der Angst vor der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 mit dem zweitgrößten prozentualen Tagesverlust in seiner gut dreißigjährigen Geschichte unter der Marke von 10 000 Zählern geschlossen. Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von rund 20 Prozent - das ist auch auf Wochensicht der zweitgrößte Verlust, den die Dax-Anleger je erlebt haben.

DAX nach turbulenter Woche leicht beruhigt

Die Investoren blicken auf eine der turbulentesten Wochen der Börsengeschichte zurück. Am vergangenen „schwarzen Montag“ war es für den Dax angesichts der Virusängste und eines Ölpreisschocks bereits um fast 8 Prozent abwärts gegangen. Am Donnerstag dann war der Dax trotz eines umfangreichen Hilfspakets der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Wirtschaft des Euroraums um mehr als 12 Prozent eingebrochen. Seit Beginn des virusbedingten Börsencrashs am 24. Februar hat er inzwischen rund 32 Prozent an Wert eingebüßt.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Wachstum der EU könnte „unter Null“ fallen

+++ 14.09 Uhr: Die Wirtschaft in der Europäischen Union wird nach Einschätzung der EU-Kommission wegen der Coronavirus-Krise dieses Jahr schrumpfen. Ursprünglich war mit 1,4 Prozent Wachstum für 2020 gerechnet worden - nun werde das Wachstum „unter Null fallen, womöglich sogar erheblich“, sagte ein hoher Kommissionsbeamter am Freitag in Brüssel.

+++ 12.42 Uhr: In der Coronavirus-Krise will die Bundesregierung den Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen. Das sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin.

+++ 12.31 Uhr: Nun hat auch der Bundesrat im Eilverfahren dem neuen Kurzarbeitergeld zugestimmt. Mit dem Beschluss sollen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zumindest ein wenig aufgefangen werden. 

Folgendes sieht die Regelung vor:

  • Kurzarbeit ist möglich, wenn mindestens zehn Prozent der Belegschaft von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind
  • Der Sozialversicherungsbeitrag der betroffenen Angestellten soll den Unternehmen voll erstattet werden
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Leiharbeiter möglich

+++ 11.18 Uhr: Nun meldet sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu Wort. So schließt er aufgrund der Corona-Pandemie eine vorübergehende Beteiligung des Staates an strategisch wichtigen Unternehmen nicht aus. Vor allem bei Firmen aus hochsensiblen Bereichen, sagt Altmaier gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel. 

Die Verkäufe des VW-Konzerns wurden durch die Corona-Epidemie schwer belastet. Wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte, sanken die weltweiten Auslieferungen während des zurückliegenden Monats im Vorjahresvergleich um 24,6 Prozent auf 546 300 Fahrzeuge. Im wichtigsten Einzelmarkt China stürzten sie um fast drei Viertel (74,0 Prozent) auf noch 60 900 Autos ab.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Gemeinsames europäisches Projekt für Arzneimittel?

Derzeit sehe er aber keine größere Zahl von Verstaatlichungen kommen, sagte Altmaier. „Wir werden sehr genau hinschauen, welche Auswirkungen eine Pleite haben kann, und alles Erforderliche unternehmen. Unter die Arme greifen will Altmaier zudem der Pharmaindustrie, die derzeit viele Medikamente aus Asien bezieht. Es ist die richtige Idee, einseitige Abhängigkeiten zu minimieren und in sensiblen Bereichen die nationale Souveränität wiederzugewinnen“, sagte der Minister. „Ich kann mir gut ein gemeinsames europäisches Projekt für die Arzneimittelproduktion vorstellen“.

Wirtschaftsexperte über Coronavirus-Krise: „Es wird zu einem deutlichen Rückschlag kommen“ 

Update vom Freitag, 13.03.2020, 10.48 Uhr: Die Corona-Pandemie wird die Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank empfindlich treffen. „Kurzfristig wird es schon zu einem deutlichen Rückschlag kommen“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Aber nach der Eindämmung des Virus wird sich die Wirtschaft wieder erholen. Allerdings ist derzeit schwer abzusehen, wann dies der Fall sein wird.“

Corona-Epidemie: „Die Reaktion der EZB ist angemessen“

Mit der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 sei die aktuelle Situation nicht vergleichbar, sagte Weidmann: „Die Krise kommt nicht aus dem Finanzsystem.“ Zudem sei das Finanzsystem heute deutlich besser aufgestellt. Um die Stabilität der Banken müsse man sich keine Sorgen machen: „Die deutschen Banken haben ihr Eigenkapital gestärkt, und Liquidität ist im Bankensystem reichlich vorhanden.“ Die Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Virus-Krise nannte Weidmann angemessen. 

Die EZB hatte am Donnerstag beschlossen, die Kreditvergabe über günstige Langfristfinanzierungen für Banken anzukurbeln. Zudem steckt die Notenbank bis Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. Die Zinsen blieben unverändert. „Wir haben das getan, was eine Notenbank in einer Krise in erster Linie tun muss: Wir haben für eine großzügige Versorgung der Banken mit Liquidität gesorgt“, erklärte Weidmann. „Damit treten wir der Gefahr einer Kreditklemme entgegen.“

Der Bundesbank-Präsident betonte: „Derzeit stehen die Notenbanken nicht in der ersten Verteidigungslinie.“ Die Finanzpolitik sei gefordert, möglicherweise auch in Form von breiteren konjunkturellen Hilfen. „Gerade wegen der Haushaltsdisziplin der vergangenen Jahre verfügt Deutschland über einen weitgehenden Spielraum im Rahmen der bestehenden europäischen und nationalen Regeln“, sagte Weidmann.

Coronavirus-Krise: Dow Jones verzeichnet schwersten Einbruch seit 33 Jahren 

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 21:28 Uhr: Der US-Aktienindex Dow Jones rauscht angesichts der  Coronavirus-Krise weiter ungebremst in die Tiefe. Der Dow Jones verlor knapp zehn Prozent und verzeichnete damit den schwersten Einbruch seit 33 Jahren. Der Index büßte am Donnerstag rund 2350 Punkte ein und stand nach Handelsschluss bei etwa 21.200 Punkten. Das war der stärkste Verlust seit dem Börsencrash vom Oktober 1987. Fast ebenso starke Verluste erlitten der Technologie-Index Nasdaq und der Leitindex S&P 500.

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 20:55 Uhr: Die US-Notenbank Fed hat angekündigt, 1,5 Billionen US-Dollar (rund 1,34 Billionen Euro) zur Stützung der Märkte aufzuwenden. Nach einem kurzen Kursanstieg fielen der Dow Jones und der S& P500 wieder auf die Stände wie vor der Ankündigung. Beide Indizes lagen damit zuletzt bei einem Minus von über 8,5 Prozent.

Auch der Ölpreis fiel im Laufe des Tages weiter. Die Nordsee-Sorte Brent verlor über 8 Prozent, die Sorte WTI aus den USA verlor über 5 Prozent. Aufgrund des Verfalls des Ölpreises sank auch der Wert der norwegischen Krone rapide ab. Die Währung des Landes verlor gegenüber dem Euro 3,81 Prozent an Wert, gegenüber dem US-Dollar lag der Verlust bei über 4 Prozent. Norwegens Wirtschaft hängt stark vom Erdölexport des Landes ab.

Börse: Dax mit zweitgrößtem Tagesverlust seit bestehen

Update vom Donnerstag, 12.03.202 0, 17:45 Uhr: Der Handelstag der elektronischen Plattform XETRA in Frankfurt endet mit herben Verlusten für den DAX. Über 11 Prozent verlor der Index gegenüber Mittwoch. Das ist nach 1989 der zweitgrößte Tagesverlust in der Geschichte des DAX. Bei 22 Einzelwerten lagen die Verluste bei mehr als 10 Prozent. Einen Schlusskurs von unter 9.196,95 Punkten hatte der Index zuletzt im Jahr 2013. Der europäische Index EuroStoxx50 verlor bis 17:30 Uhr rund 10,4 Prozent.

Gewinner gab es keine, nur nicht so große Verlierer. Linde stand mit einem Verlust von 6,63 Prozent am besten dar, gefolgt von Beiersdorf (-6,98 Prozent) und Fresenius Medical Care (-7,66 Prozent). Größter Verlierer im DAX war Daimler mit einem Minus von 18,85 Prozent. Die Deutsche Bank verlor 18,44 Prozent und Wirecard 17,92 Prozent. Die Commerzbank verlor über 20 Prozent und liegt damit bei Bankwerten im Trend. Diese verloren überproportional stark.

Börse: Abstürze in den USA, auch bei Gold und Bitcoin

Auch der Goldpreis in Euro ist um über 3 Prozent eingebrochen. Die einige Zeit als „digitales Gold“ gehandelte Cryptowährung Bitcoin verlor mehr als 24 Prozent und sank unter 6.000 Dollar pro Stück.

In den USA endet der Handel erst um 22.00 Uhr MEZ. Bisher hatte sich auch dort keine Besserung im Tagesverlauf gezeigt. Der Dow Jones mit den 30 wichtigsten Werten an der Wall Street sank um zuletzt fast 9 Prozent auf 21.531 Punkte ab, auch der breiter aufgestellte S& P500 verlor knapp 8 Prozent auf 2.528 Punkte. Analysten gehen davon aus, dass noch tiefere Stürze möglich sind.

Börse: In den USA fallen Kurse ebenfalls weiter

Update vom Donnerstag, 12.03.2020 , 15:15 Uhr: Auch die Börsen in den USA sind inzwischen geöffnet. Dort hat sich die Talfahrt der Märkte in Europa fortgesetzt. Der S&P500 sank um mehr als 7 Prozent ab, der Dow Jones sogar um mehr als 8 Prozent. Beide Indizes setzten kurz nach dem Start wie bereits am Montag für 15 Minuten aus. Innerhalb der letzten vier Tagen verlor der Dow Jones bereits jetzt die Gewinne der letzten zweieinhalb Jahre.

Damit soll Ruhe in den Handel gebracht und eine zu schneller Verlust verhindert werden. Beim DAX gibt es einen entsprechenden Mechanismus nicht. Experten sprechen von der Gefahr einer Verselbstständigung der Kursstürze, da ein Großteil des Handels inzwischen automatisiert abläuft. Algorithmen reagieren auf Verkäufe mit weiteren Verkäufen. Wann der Abwärtstrend stoppt, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Börse: EZB steckt Milliarden in Anleihenkäufe

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 14:17 Uhr: Europas Währungshüter stemmen sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise. Die Europäische Zentralbank (EZB) steckt bis zum Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. 

Zudem sollen besonders günstige Kredite Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so besonders betroffene Branchen und Unternehmen unterstützen. Das soll vor allem kleinen und mittelgroßen Firmen helfen, mit den Folgen der Coronavirus-Epedemie umzugehen.

Bei den Zinsen beließen die Währungshüter bei ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt vorerst alles beim Alten: Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Börse: Der Dax stürzt ab - auch Lufthansa, Wirecard und Adidas schwer getroffen

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 09:48 Uhr: Auch für den Dax geht es weiter bergab. Zum Start fällt der Dax an den Börsen unter 10.000 Punkte. Das entspricht einem Minus von rund sechs Prozent. Außerdem ist Lufthansa schwer getroffen. Die Aktien fielen unter die Marke von 10 Euro und macht zehn Prozent Minus. Auch Wirecard und Rewe mussten große Verluste einstecken. 

Ebenso bekommt der Sportartikelhersteller Adidas bekommt die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. An den Börsen ist die Aktie um sechs Prozent gefallen. Grund für den Absturz ist das China-Geschäft, das bisher sehr lukrativ für den Hersteller war. Dort ist das Business allerdings wegen der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zwischen Ende Januar und Februar sehr eingebrochen. 

Börse: Coronavirus hat weitere wirtschaftlichen Auswirkungen auf Aktienkurse

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 06.30 Uhr: Die Sorgen wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben am Donnerstag in Asien die Börsenkurse weiter deutlich absacken lassen. In Tokio sank der Leitindex Nikkei am Vormittag um 5,17 Prozent auf 18.412,24 Punkte. Der breiter angelegte Topix-Index sank um 4,78 Prozent auf 1318,96 Punkte. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index fast drei Prozent. Auch der Ölpreis rutschte erneut stark ab.

Direkter Auslöser der starken Kursverluste waren die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Bekämpfung der Corona-Krise. Trump hatte am Mittwochabend (Ortszeit) unter anderem ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus Europa verkündet. Dies bedeute, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten weiter abnehmen würden, sagte der Analyst Stephen Innes von AxiCorp.

Enttäuscht reagierten die Analysten auch auf Trumps Pläne zur Eindämmung der wirtschaftlichen Effekte der Pandemie. Der US-Präsident hatte lediglich einen Appell an den US-Kongress gerichtet, die Einkommensteuer zu senken. Auch kündigte er an, dass die Fristen für Steuerzahlungen für bestimmte Unternehmen und Gruppen von Bürgern verlängert werden sollten.

Coronavirus-Pandemie: Sorgen lassen Kurse an den Börsen absacken

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 21.30 Uhr: Wieder Aufregung an der US-Börse: Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus trennten sich Anleger in großem Stil von Aktien. Der Leitindex Dow Jones Industrial weitete im Tagesverlauf die Verluste immer mehr aus und schloss 5,86 Prozent niedriger bei 23 553,22 Punkten. In den vergangenen drei Wochen wurden somit die Kursgewinne mehr als eines Jahres zunichte gemacht.

Update vom Mittwoch, 11.03.20, 13.59 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich offen dafür, im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 das Prinzip der schwarzen Null im Bundeshaushalt zu vernachlässigen. „Wir tun das, was notwendig ist“, sagt sie am Mittwoch in Berlin. So habe der Haushaltsausschuss bereits rund eine Milliarde Euro zusätzlich für Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus bereitgestellt. Es könne in dieser Lage nicht jeden Tag gefragt werden, „was bedeutet das für unser Defizit“. 

Merkel machte deutlich, dass ihre Priorität auf der Bekämpfung des Virus liege. Erst „am Ende“ werde geschaut, „was bedeutet das für unseren Haushalt“, sagte sie. „Das andere geht jetzt vor.“ Zugleich wies die Kanzlerin darauf hin, dass Deutschland finanziell insgesamt „relativ robust“ aufgestellt sei. 

Führende Ökonomen in Deutschland hatten zuvor umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung einer Rezession gefordert. Sie plädierten unter anderem für eine Abkehr von der schwarzen Null.

Börse am Mittwoch: Dax erholt sich leicht

Für den Dax ging es am Mittwoch (11.03.20) bis zur Mittagszeit um 1,35 Prozent auf 10 617,10 Punkte nach oben - damit gab der deutsche Leitindex einen Teil der Gewinne vom Vormittag wieder ab. Zu Wochenbeginn hatte das deutsche Börsenbarometer mit einem Minus von fast 8 Prozent den größten Verlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 erlebt.

Die schwer gebeutelten Kurse vieler Autohersteller schlugen einen Erholungskurs ein: Daimler, Volkswagen und BMW legten zwischen 1,5 und 2,5 Prozent zu. Auch für die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE ging es wieder spürbar nach oben mit Gewinnen zwischen 3 und 4 Prozent.

Börse: Am Dienstag verpufft ein US-Hilfspaket an Europas Börsen

Update vom Dienstag, 10.03.20, 18.00 Uhr:An Europas Börsen verpufften die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump am Dienstag weitgehend. So büßte der deutsche Leitindex Dax nach einem sehr nervösen Handel zwischenzeitliche Gewinne von fast 4 Prozent ein und schloss 1,41 Prozent tiefer bei 10 475,49 Punkten.

Nach dem Schwarzen Montag an den globalen Finanzmärkten hat ein erwartetes US-Hilfspaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise lediglich die Anleger an der Wall Street und in Asien beeindruckt.

Börse: Der Dax stabilisiert sich - genauso wie der Ölpreis

Update vom Dienstag, 10.03.20, 09.59 Uhr: Aktuell sieht es so aus, als würde sich die Talfahrt vom Montag am Dienstag nicht fortsetzen. Zum Handelsstart an der Börse in Frankfurt am Main stieg der Dax um rund 0,9 Prozent auf 10.724,98 Punkte. Die meisten der 30 dort gelisteten Unternehmen legten leicht zu. Auch in Paris steigt der Leitindex zum Handelsbeginn um rund 1,3 Prozent, an der Londoner Börse lag der Index FTSE 100 kurz darauf bei plus 1,8 Prozent.

Infolge einer Stabilisierung des zuletzt eingebrochenen Ölpreises verzeichneten die Börsen der Golfstaaten wieder deutliche Anstiege - von drei Prozent in Katar bis 6,6 Prozent in Kuwait. Die russische Börse startete am Dienstagmorgen allerdings mit einem Kurseinbruch des Index RTS um mehr als zehn Prozent in ihre Handelswoche. 

Seit Wochen dominiert an den Handelsplätzen die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise. Dazu kam in den vergangenen Tagen der Streit zwischen den großen Ölproduzenten Saudi-Arabien und Russland - Riad will die Fördermenge reduzieren, um den Preis zu stabilisieren, Moskau lehnt das ab.

Wie es in den USA aussieht, wird sich erst am Nachmittag (MEZ) zeigen. Die Wall Street hat noch nicht geöffnet. 

DAX kann kaum Boden gut machen - Aussichten bleiben düster

Update vom Montag, 09.03.2020, 17.50 Uhr: Der Handel beim DAX endet mit einem verlustreichen Tag. Im Laufe des Tages kam es nur zu geringen Erholungen. Kurz vor Schluss lag der deutsche Leitindex noch immer bei einem Minus von 7,01 Prozent. 

Leichte Erholung bei DAX und US-Indizes

Größter Verlierer im DAX bleibt die Deutsche Bank mit einem Verlust von mehr als 11 Prozent und sank auf ein Rekordtief von zwischenzeitlich 5,61 Euro pro Aktie. Kurz dahinter folgte im DAX der Autobauer Daimler mit mehr als 10 Prozent Verlust. Die Commerzbank verlor rund 13 Prozent.

In den USA konnten sich einige Kurse im Laufe des Vormittags erholen. Der S&P500 grenzte seine Verluste auf zuletzt 5,50 Prozent ein. Der Industrieindex Dow Jones blieb bei mehr als 6 Prozent Verlust, der Technologieindex NASDAQ erholte sich auf 4,62 Prozent.

Sorgen beim DAX bleiben groß

Stark gestiegen ist der Volatilitätsindex V-DAX. Dieser legte um 37,39 Prozent zu, zeitweise noch stärker. Das lässt darauf schließen, dass die Nervosität bei Anlegern weiterhin groß ist.

Für den Dienstag rechnen einige Analysten mit weiteren Verkäufen. Der Chef-Marktanalyst von CMC Markets, Jochen Stanzl hält ein Abrutschen des DAX unter 9000 Punkte für möglich.

Rohstoffe fallen zum Handelsschluss beim DAX

Der Goldkurs konnte nicht von der Panik profitieren. Das Edelmetall fiel im Tagesverlauf um 1,50 Prozent und lag um 17.00 Uhr bei 1.458,07 Euro pro Feinunze.

Der Öl-Preis für die Nordseesorte Brent fiel bis Handelsschluss in Frankfurt auf 46,01 US-Dollar und war damit 8,46 Prozent weniger wert, als noch am Vortag.

Wallstreet nimmt Handel nach kurzer Pause wieder auf

Update vom Montag, 09.03.2020, 15.52 Uhr: Nachdem einer der wichtigste Aktienindizes in den USA, der S&P500, für eine Viertelstunde vom Handel ausgesetzt wurde, hat er diesen wieder aufgenommen. Der Stopp war automatisch ausgelöst worden, nachdem der Kurs um 7 Prozent eingebrochen war. 

Ein erneute Pause würde bei einem Tagesverlust von 13 Prozent erfolgen. Bei einem Abrutschen von 20 Prozent und mehr würde der Handelstag vorzeitig beendet. So sollen zu große Verluste verhindert und den Händlern Zeit zur Besinnung gegeben werden.

DAX startet mit „Schwarzem Montag“ in die Woche

Der Deutsche Aktienindex DAX ist am Montag mit einem deutlichen Minus in den Handelstag gestartet. Dem DAX drohen die größten Tagesverluste seit 1989. Grund waren neben Sorgen um eine weitere Konjunktureintrübung in Folge der Corona-Epidemie auch schwache Vorgaben aus Asien und der Preiskampf beim Rohöl. Händler sprechen von einem „Schwarzen Montag“.

DAX und andere deutsche Indizes verlieren mehr als 6 Prozent

Die Verlierer im DAX waren die Deutsche Bank und Daimler mit jeweils mehr als 12 Prozent Verlusten. Das größte deutsche Bankhaus verlor zeitweise sogar über 15 Prozent. Der DAX selbst lag mit Werten um 10.500 Punkte rund 22 Prozent tiefer als zu seinem Rekordhoch vom 19.02.2020.

Im M-DAX brachen die Commerzbank, Halbleiterhersteller Siltronic und die Großhandelskette Metro ebenfalls um mehr als 12 Prozent ein. Auch S-Dax und Tec-DAX lagen im Minus. Alle größeren deutschen Indizes verzeichneten bis zum Mittag mehr als 6 Prozent Rückgang.

„Panikmodus“ an den Börsen und beim DAX

Über das Wochenende hatten sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtert. In Italien - der drittgrößten Volkswirtschaft der EU - sind weite Teile des wirtschaftlich starken Nordens des Landes abgeriegelt. Auch die Finanzmetropole Mailand liegt im Corona-Schutzgebiet. Analysten erwarten eine Erholung erst mit einem Rückgang der Neuinfektionen. Diese wiederum steht wahrscheinlich erst mit wärmeren Temperaturen an. Analyst Christoph Geyer sprach in einer Mitteilung der Börse Frankfurt von einem „Panikmodus“.

Schwache Vorgaben für den DAX aus Japan

Der japanische Nikkei-Index hatte am Montag über 6 Prozent verloren und damit die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten nach unten durchbrochen. In Japan bestimmt die Sorge vor einem sich abschwächenden Innen- und Außenhandel die Märkte und lieferte schlechte Vorgaben für den DAX. Gleichzeitig stieg der Yen als Fluchtwährung gegenüber dem US-Dollar und bringt damit die auf Export ausgerichtete Wirtschaft weiter in Bedrängnis. Auch die Shanghaier Börse und der Hang Seng in Hongkong hatten nachgegeben.

Preiskampf beim Rohöl belastet DAX ebenfalls

Auch der Preiskampf beim Rohöl belastet die Kurse. Die Verhandlungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatte am Wochenende vergeblich über eine Drosselung der Förderquoten verhandelt. Saudi Arabien senkte nach Abbruch der Verhandlungen die Preise so stark, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Damit soll einer sinkenden Nachfrage infolge eines Konjunktureinbruchs durch Corona entgegen gewirkt werden.

Nach DAX-Crash: Handel auch in USA ausgesetzt

Vorbörslich notierten Öl-Aktien an den US-Märkte daraufhin mit teilweise über 30 Prozent Minus. Der S&P 500 sank um 5 Prozent, bis zum vorbörslichen Limit. Aufgrund der Entwicklungen wurde der Handel an der Wallstreet vorläufig ausgesetzt.

Derweil plant das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen „BioNtech“ in Kooperation mit dem Unternehmen „Fosun Pharma“ aus Shanghai die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19.*

Corona hat der Wirtschaft eine beispiellose Talfahrt beschert. Das Gute daran ist, dass die Wirtschaftskrise durch das Coronavirus eine Chance für das Bedingungslose Grundeinkommen* birgt. Der Kommentar.

Die EU muss ihr Krisenmanagement weiter verbessern. Es gilt, in der Corona-Krise zusammenzuhalten und solidarisch zu handeln*. Ein Gastbeitrag.

Manche Länder kommen besser durch die Corona-Krise als andere. Was haben sie gemeinsam? Frauen an der Regierungsspitze.

Für Beschäftigte der insolventen Steakhouse-Kette Maredo geht es durch Corona um die Existenz.

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