Zahlen aus Stuttgart gelten als Trend-Indikator für BMW

Daimler: Schwaben trotzen Corona und trauen sich nach starkem dritten Quartal mehr zu - Krisenjahr ohne Verluste?

Mercedes-Benz Werk in Untertürkheim. Der Stuttgarter Autobauer Daimler  hat sich die Messlatte für dieses Jahr höher gelegt.
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Mercedes-Benz Werk in Untertürkheim. Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat sich die Messlatte für dieses Jahr höher gelegt.

Daimler kommt besser durch die Corona-Pandemie als gedacht. Am Freitag legte der Konzern die Messelatte für das laufende Jahr daher höher.

  • Daimler liegt nach neun Monaten bei allen Eckwerten noch deutlich im Minus.
  • Doch zuletzt hat sich die Lage dank der starken Nachfrage aus China und strikter Kostendisziplin aufgehellt.
  • Beobachter sehen die Zahlen auch als Indikator für den Erzrivalen.

München – Der Stuttgarter Autobauer Daimler traut sich angesichts eines unerwartet starken dritten Quartals jetzt auch für das Gesamtjahr mehr zu. Der operative Gewinn werde auf Vorjahresniveau erwartet, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Bislang waren die Schwaben wegen der Corona-Pandemie von einem Betriebsgewinn unter Vorjahreswert ausgegangen. Das operative Ergebnis (Ebit) war im Vorjahr wegen hoher Belastungen aus dem Dieselskandal sowie einer schwächeren Autokonjunktur um rund 60 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro eingebrochen.

Daimler hatte im abgelaufenen dritten Quartal vor allem dank einer unerwartet starken Erholung in China und strikter Kostendisziplin den operativen Gewinn um 14 Prozent auf 3,07 Milliarden Euro verbessert. Der Konzern gehe davon aus, dass sich die Lage auf den wichtigsten Märkten weiter normalisiere. Voraussetzungen sei aber, dass es zu keinen neuerlichen Rückschlägen durch die Corona-Pandemie komme, hieß es.

Daimler: Truck-Sparte wird zum Sorgenkind

Von Juli bis September hatte der Konzern insgesamt knapp 773.000 Autos, Lastwagen und Busse verkauft. Das waren acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz gab konzernweit um sieben Prozent auf 40,3 Milliarden Euro nach. Vergleichsweise schwach verlief aber das Geschäft bei Daimler Trucks & Buses. Die Verkäufe von Lkw und Bussen sackte zuletzt um rund ein Viertel auf rund 99.300 Fahrzeuge ein. Das operative Ergebnis brach gar um 35,4 Prozent auf 541 Millionen Euro ein.

Konzernweit machte Daimler aber dennoch Boden gut. Von Januar bis September lag der Umsatz mit 125,6 Milliarden nun noch gut 14 Prozent unter Vorjahr. Das Konzernergebnis lag mit 420 Millionen Euro jedoch immer noch um satte 85 Prozent hinter den entsprechenden Vorjahreszeitraum zurück.

Daimler: Quartalszahlen gelten als Indikator für BMW

Bei den deutschen Automobil-Bauern hatte sich die Lage in den vergangenen Wochen spürbar aufgehellt. Erst Anfang der Woche hatte auch BMW* mitgeteilt, dass die freien Mittelzuflüsse im dritten Quartal mit 3,065 Milliarden* über den Markt-Erwartungen. Im Vorjahr hatte BMW noch einen Free Cash Flow von 714 Millionen Euro ausgewiesen. Unter Beobachtern gelten die Daimler-Zahlen auch als Indikator für die Entwicklung bei BMW. Der bayerische Autobauer stellt sein Zahlenwerk am 4. November vor.

Anleger bewerteten die jüngsten Daimler-Zahlen positiv. Am Freitag zog die Daimler-Aktie um gut 1,6 Prozent an. Neben den höheren Ausblick kamen auch die starken Mittelzuflüsse und eine Spanne zwischen 4,5 und 5,5 Prozent angehobene operative Marge bei der Kernmarke Mercedes-Benz gut an. *Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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