Weniger Arbeitslose

Experten: Aufschwung am Arbeitsmarkt geht weiter

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Arbeiter sind in Frankfurt am Main nach einer Pressekonferenz mit dem Abbau einer Bühne beschäftigt.

Nürnberg - Die Konjunktur in Deutschland befindet sich weiter im Aufwind. Das wirkt sich auch auf die Arbeitslosenzahlen aus. Experten rechnen mit einer "leichten, aber sichtbaren Erholung am Arbeitsmarkt".

Die anziehende Konjunktur sorgt nach Einschätzung von Experten auch auf dem Arbeitsmarkt für Bewegung: Die Zahl der Jobsucher ist demnach im April erneut gesunken. Im Schnitt erwarten die von der Nachrichtenagentur dpa befragten Volkswirte einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um knapp 90.000. Auch saisonbereinigt - also ohne die Effekte des ohnehin in jedem Jahr eintretenden Frühjahrsaufschwungs - zeigt die Kurve nach unten. Die Experten erwarten hier ein Minus von gut 10.000.

In Bayern dürfte die Zahl der Arbeitslosen im April auf etwa 266.000 gefallen sein. Das wären rund 21.000 Arbeitslose weniger als im März und etwa 2000 weniger als vor einem Jahr. Auch ein Experte im bayerischen Arbeitsministerium sieht den bayerischen Arbeitsmarkt weiter im Aufwind. Die Arbeitslosigkeit gehe nicht nur wegen jahreszeitlicher Effekte zurück, sondern auch durch die gute konjunkturelle Lage. Er rechnet mit einem "klaren und deutlichen Rückgang" der Arbeitslosenzahl. "Die Beschäftigung ist weiter auf dem Weg nach oben", sagte er, doch die Arbeitslosigkeit werde nicht im gleichen Maße abnehmen, wie die Beschäftigung zunehme.

Konjunktur zieht an und führt zu "leichter, aber sichtbarer Erholung am Arbeitsmarkt"

"Wir rechnen damit, dass sich die positive Entwicklung im April und in den nächsten Monaten fortsetzt", sagte Heiko Peters von der Deutschen Bank mit Blick auf den Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik. Richard Holstein von der DZ-Bank ergänzte: "Die Konjunktur zieht schon seit letztem Frühjahr in Deutschland an, wenn auch verhalten, weshalb sich jetzt eine leichte, aber sichtbare Erholung am Arbeitsmarkt zeigt." Im März waren in Deutschland 3,055 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Die Aprilzahlen wird die Bundesagentur für Arbeit am kommenden Mittwoch bekanntgeben.

Mit Blick auf die Wirtschaftsentwicklung zeigten sich die Experten unisono zuversichtlich. "Das erste Quartal war sicherlich sehr gut, und das müsste sich schon im April auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen", schilderte Holstein. Auch Rolf Schneider von der Allianz betonte: "Die Zeichen zeigen ganz klar, dass die deutsche Wirtschaft stark ins neue Jahr gestartet ist und sie auch im Frühjahr weiter kräftig wächst."

Deutsche Wirtschaft wird voraussichtlich um 2,0 Prozent wachsen

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung erwartet inzwischen für 2014 einen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts um 1,9 Prozent. Nach Schneiders Prognose wird die deutsche Wirtschaft um 2,0 Prozent wachsen - "eventuell sogar stärker". Mit entsprechenden Folgen für den Arbeitsmarkt: Je dynamischer sich die Wirtschaft entwickelt, desto mehr neue Jobs dürften die Unternehmen schaffen.

Bei aller Zuversicht weisen die Experten jedoch auch auf das Risiko hin, dass die Ukraine-Krise birgt. "Der politische Konflikt in Osteuropa ist ein Belastungsfaktor, keine Frage. Der kann sich im Falle einer Zuspitzung auf die Konjunktur auswirken", mahnte etwa Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank. Allerdings geht nur ein geringer Teil der deutschen Exporte direkt nach Russland, das zunehmend von Sanktionen bedroht ist. Und neben den Ausfuhren sorgt auch die Binnenkonjunktur, vor allem der privaten Konsum und die Unternehmensinvestitionen, für kräftige Impulse.

dpa

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