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Gas-Umlage soll ab Oktober starten - Erste Eckpunkte durchgesickert

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Von: Thomas Schmidtutz

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Viele Versorger sind wegen der gestiegenen Einkaufspreise schwer unter Druck. Um die Not zu lindern, plant die Ampel eine Umlage für alle Gaskunden. Jetzt werden erste Einzelheiten bekannt. 

Berlin - Die geplante Umlage für Gaskunden soll voraussichtlich ab dem 1. Oktober greifen. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise im Bundeswirtschaftsministerium. Die exakte Höhe der Umlage sei noch unklar, solle aber bis spätestens Ende August stehen, hieß es. Der Aufschlag hänge davon ab, welche Ansprüche die Gasimporteure geltend machten.

Kanzler Olaf Scholz hatte am vergangenen Freitag eine Erhöhung der Gaspreise um zwei Cent pro Kilowattstunde genannt und von zusätzlichen Belastungen von jährlich 200 oder 300 Euro für eine vierköpfige Familie gesprochen. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 würde eine Umlage von zwei Cent bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zu zusätzlichen Kosten von 476 Euro führen. Die geplante Umlage soll bis Ende März 2024 gelten. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Gas-Umlage verteuert steigende Gas-Rechnungen weiter

Über die Umlage sollen Versorger die stark gestiegenen Einkaufspreise an alle Gasverbraucher weitergeben können. Geplant ist nach früheren Angaben, dass Importeure 90 Prozent der höheren Beschaffungskosten über die Umlage weitergeben können. Bis Ende September müssen die Importeure ihre Kosten noch selbst tragen. Zahlen müssen die Umlage sowohl Firmen als auch Privathaushalte. Die Umlage kommt auf die Preiserhöhungen der Versorger drauf, die nach und nach greifen. So heben etwa die Stadtwerke München den Gastarif zum 1. August deutlich an. Zum Jahreswechsel hat der Versorger bereits eine weitere Preisrunde in Aussicht gestellt.

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Gas-Umlage soll Energie-Versorgung im Winter sichern

Laut Wirtschaftsministerium ist die geplante Umlage angesichts der angespannten Lage auf dem Gasmarkt notwendig, um die Versorgung auch im kommenden Winter aufrechtzuerhalten. „Ohne sie wären Gasversorgungsunternehmen in der gesamten Lieferkette gefährdet“, hieß es aus dem Ministerium. Die Umlage soll für alle Lieferanten gleich hoch sein. Damit gebe es eine faire Verteilung der Lasten auf viele Schultern.

Die Einzelheiten sollen in einer Rechtsverordnung auf Grundlage des Energiesicherungsgesetzes (EnSig) geregelt werden. Die Verordnung soll in Kürze vom Kabinett verabschiedet werden.

Organisiert werden sollen die Erstattungen für die Importeure durch den sogenannten Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe. Das Unternehmen ist für die Organisation des deutschen Gasmarktes zuständig. Die Importeure soll dabei verpflichtet werden, ihre Mehrkosten genau offenzulegen. Die Mehrkosten werden über die Versorger dann auf die Endkunden umgelegt. (dpa/utz)

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