Impfen, sonst draußenbleiben

Während Politik noch diskutiert: Google und Facebook führen Impfpflicht im Büro ein

Die beiden Internet-Riesen Google und Facebook erhöhen den Druck auf ihre Mitarbeiter. Wer sich nicht gegen Corona impfen lässt, darf nicht zurück in die Büros.

Google und Facebook verhängen für ihre Mitarbeiter eine Corona-Impfpflicht, sofern sie Vorort und nicht im Homeoffice arbeiten wollen. Wie Googles* Firmenchef Sundar Pichai in einem Blogeintrag mitteilte, muss „jeder, der zum Arbeiten auf unsere Campus kommt, geimpft sein“. Auf Anfrage der AFP erklärte Facebook das gleiche Vorhaben. Die Homeoffice-Regelung beider Unternehmen wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen wurden bis Oktober verlängert.

Google und Facebook führen Impfpflicht für Mitarbeiter ein - Wer ins Büro möchte

Zuerst gelte die Regelung der beiden Internetkonzerne nur für die USA. „Wir werden diese Regelung in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten einführen und in den kommenden Monaten auf andere Regionen ausweiten“, ließ Pichai wissen. Die Bestimmungen sollen dann an die jeweiligen Corona-Regelungen einzelner Länder und die entsprechende Verfügbarkeit von Impfstoffen angepasst werden. Demzufolge wären vermutlich auch die deutschen Standorte* von Google und Facebook betroffen.

Facebook werde „verlangen, dass jeder geimpft wird, der einen unserer Standorte in den USA besucht“, sagte Vizepräsidentin Lori Goler. Das Unternehmen plant, seine Büros im September mit einer Kapazität von 50 Prozent wiederzueröffnen. Ab Oktober 2021 soll dann wieder offiziell aus dem Büro gearbeitet werden. Der Hauptsitz von Facebook ist im kalifornischen Menlo Park.

Spritze und Fläschchen mit Coronavirus-Impfstoff vor einer US-Flagge: Google und Facebook fordern von ihren Mitarbeitern eine Impfung.

USA: Digitalkonzerne und US-Regierung möchten Bevölkerung durchimpfen

Ist dieses Vorgehen der Digitalkonzerne Google und Facebook nicht diskriminierend* gegenüber Personen, die sich noch nicht geimpft haben beziehungsweise das gar nicht vorhaben? Wie die zuständige US-Bundesbehörde EEOC mitteilte, ist dieses Vorgehen im Hinblick auf Antidiskriminierungsgesetze nicht zweifelhaft: Arbeitgeber können von Angestellten den Nachweis einer Impfung gegen Covid-19* verlangen. Ausnahmen gibt es lediglich aus medizinischen oder religiösen Gründen.

Wie in Europa stockt auch in den USA das Impftempo merklich. In der Bevölkerung seien von rund 330 Millionen Bürgern erst etwa 49 Prozent gegen Corona geimpft. Die Infektionszahlen schnellen aufgrund der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante vielerorts wieder in die Höhe. Deshalb ist wie in Deutschland eine Debatte um die Impfpflicht entbrannt. Diese werde auch für die mehr als zwei Millionen Bundesangestellten der Vereinigten Staaten „in Erwägung gezogen“, erklärte US-Präsident Joe Biden.

Obwohl die Halbinsel Gibraltar nahezu durchgeimpft ist, liegt die Inzidenz bei stolzen 600. Was das genau zu bedeuten hat, zeigt der Blick auf weitere Statistiken*. (PF/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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