Hauptstadtflughafen

Experten geben grünes Licht für Rauchabzugsanlage am BER

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Ein Steuergerät zum Rauchabzug auf der Baustelle des Flughafens (BER). Foto: Michael Kappeler

Der nächste Schritt zur Eröffnung des Flughafens BER ist getan: Experten haben den Rauchabzug geprüft und für sicher befunden. Auch in Sachen Lärmschutz gab Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup Neuigkeiten bekannt.

Berlin (dpa/bb) - Auf dem Weg zur geplanten Eröffnung im Oktober 2020 hat der künftige Hauptstadtflughafen (BER) weitere Hürden genommen.

Der übergeordnete Sachverständige habe die Rauchabzugsanlagen sowie die Lüftungstechnik im Hauptgebäude sowie den beiden Pavillons für sicher und für den Betrieb zulässig erklärt, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup in Berlin. Außerdem präsentierte er ein Gebührenmodell, mit dem Fluggesellschaften bei großem Fluglärm besonders zur Kasse gebeten werden sollen.

"Das Monster ist final gezähmt", sagte Lütke Daldrup im Hinblick auf den aktuellen Baufortschritt. "Monster" ist der unternehmensinterne Begriff für einen zentralen Abschnitt der Brandschutzanlage, den die Ingenieure jahrelang nicht in den Griff bekamen.

Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen, nun soll es im Herbst kommendes Jahres so weit sein. Die Fertigstellung der Brandschutzanlage im Terminal hatte sich immer wieder verzögert. Schuld daran waren auch festgestellte Mängel an der Brandmelde- und Kabelanlage.

Derzeit gingen die Arbeiten zur Mängelbeseitigung gut voran, erklärte Lütke Daldrup. Im Sommer soll die sogenannte Wirk-Prinzip-Prüfung (WPP) stattfinden. Mit der WPP wird als Voraussetzung für die Abnahme des BER durch die Baubehörde das ordnungsgemäße Zusammenspiel aller wichtigen Anlagen getestet.

In Sachen Lärmschutz will der Berliner Flughafen neue Wege gehen. Mit Gebühren von bis zu 7500 Euro pro Flugbewegung will Lütke Daldrup die Fluggesellschaften zu leiserem Fliegen veranlassen. Ein neues Gebührenmodell, das bei jedem Flug den Start- und Landelärm misst, soll leises Fliegen belohnen und lautere Starts und Landungen finanziell bestrafen. "Damit leisten wir Pionierarbeit", sagte Lütke Daldrup.

Bisher seien die Lärmklassen nach Flugzeugtypen und nicht nach tatsächlich verursachtem Lärm geordnet gewesen. "Ein Airbus A 320 war immer in einer Lärmklasse, egal ob Sie laut oder leise geflogen sind", sagte Lütke Daldrup. Deshalb habe es sich für die Fluggesellschaften nicht gelohnt, leiser zu fliegen.

Auch die brandenburgische Landesregierung begrüßte das neue Gebührensystem. "Dieses individualisierte System wird sicherlich dazu beitragen, dass die Lärmbelastung zumindest etwas geringer wird", sagte Regierungssprecher Florian Engels am Freitag.

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