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Lufthansa-Streik am Mittwoch: Verspätungen und Flugausfälle - das müssen Reisende jetzt wissen

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Von: Thomas Schmidtutz

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Im Tarif-Konflikt bei der Lufthansa erhöht Verdi den Druck. Am Mittwoch soll das Bodenpersonal streiken. Damit drohen mitten in der Hauptreisezeit weitere Verzögerungen.

Update vom 25. Juli, 12.48 Uhr: Trotz der Hiobs-Botschaft gibt es auch eine gute Nachricht für Lufthansa-Fluggäste: Die Fluggastrechte gelten trotz des Streiks, da Lufthansa die Arbeitsverweigerung selbst zu verantworten hat. Das erklären Experten gegenüber der Bild. Bedeutet also:

Erstmeldung vom 25. Juli, 10.20 Uhr: Berlin/Frankfurt – Verdi hat die rund 20.000 Beschäftigten des Bodenpersonals der Lufthansa für den kommenden Mittwoch zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Damit müssen sich die Passagiere der Lufthansa mitten in der Hauptreisezeit auf verstärkte Flugausfälle und Verspätungen einrichten.

Zum Bodenpersonal gehören unter anderem Techniker für die Wartung der Flugzeuge oder die Fahrer der Pushback-Fahrzeuge, die die Jets nach der Abfertigung wieder zurückschieben.

Lufthansa: Verdi fordert 9,5 Prozent mehr

Ein erstes Tarifangebot der Lufthansa hatte Verdi als „unzureichend“ abgelehnt, aber für den 3. und 4. August eine Fortsetzung der Verhandlungen in Frankfurt vereinbart. Nach Gewerkschaftsangaben hatte das Unternehmen bei den Verhandlungen Festbeträge und eine ergebnisabhängige Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten.

Die Gewerkschaft fordert hingegen bei 12 Monaten Laufzeit 9,5 Prozent mehr Geld in den Lohntabellen. Bei einer Laufzeit von 12 Monaten sollen die unteren Lohngruppen besonders profitieren. Die Gehaltssteigerung müsse mindestens 350 Euro betragen. Zusätzlich sollen alle Stundenlöhne mindestens bei 13 Euro liegen und damit über dem gesetzlichen Mindestlohn, der im Oktober auf 12 Euro die Stunde steigt, hieß es.

Die Lufthansa bezeichnete den geplanten Ausstand als „unzumutbar“ für Kundschaft und Mitarbeitende. Eine Arbeitsniederlegung von dieser Dauer über alle Standorte hinweg könne kaum noch als Warnstreik bezeichnet werden, erklärte Personalvorstand Michael Niggemann laut einer Mitteilung. „Das ist umso unverständlicher, als die Arbeitgeberseite bereits hohe und sozial ausgewogene Vergütungserhöhungen angeboten hat - trotz der nach der Corona-Krise wirtschaftlich für die Lufthansa weiter angespannten Situation, hoher Schuldenlasten und unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft.“

Lufthansa: Lohnanpassung überfällig

Angesichts der Überlastung, der hohen Inflation und eines Lohnverzichts über drei Jahre seien deutliche Lohnsteigerungen gerechtfertigt, hatte die Verhandlungsführerin Christine Behle erklärt. Sie ist Verdi-Vizevorsitzende und zudem stellvertretende Vorsitzende des Lufthansa-Aufsichtsrats. Die Situation auf den Flughäfen eskaliere, sagte Behle.

Die Überlastung der Beschäftigten aufgrund erheblichen Personalmangels, die hohe Inflation und ein dreijähriger Lohnverzicht würden die Beschäftigten immer mehr unter Druck setzen.

Die Warnstreiks sollen am Mittwoch, dem 27. Juli, um 3.45 Uhr beginnen und bis Donnerstagfrüh, 28. Juli, um 6.00 Uhr dauern. Erst vor wenigen Tagen hat auch die Pilotengewerkschaft Cockpit die Weichen für einen möglichen Streik bei der Lufthansa noch im August gestellt. Aufgerufen sind Beschäftigte in Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München, Berlin, Bremen, Hannover, Stuttgart und Köln. (dpa/utz)

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