„Zum Schlachthof geführt“

Real-Supermärkte vor dem Aus - Es gibt mögliche Käufer

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Die Supermarkt-Kette Real könnte bald Geschichte sein.

Real steht vor dem Verkauf. Der Konzern Metro will die Supermärkte loswerden. Potenzielle Käufer stehen bereit, doch die Marke Real ist wohl Geschichte.

Düsseldorf - Die Supermarktkette Real könnte bald Geschichte sein. Der Handelskonzern Metro, zu dem Real gehört, will die Märkte loswerden. Darüber berichtet das Handelsblatt. Das Tochterunternehmen hat 279 Filialen und beschäftigt 36.000 Arbeitnehmer. Trotz einem Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro schreibt Real regelmäßig Verluste. Deshalb will Metro verkaufen. Konzern-Chef Olaf Koch sagte: „Wir streben an, Real als Ganzes zu verkaufen und werden nur ernsthafte Interessenten in Betracht ziehen.“ 

Die Arbeitnehmer zeigten sich längst sehr besorgt. Real werde „zum Schlachthof“ geführt, hieß es auf einer Demo vor der Hauptverwaltung im letzten November.

Nach langwierigen Verhandlungen könnte die große Supermarktkette nun tatsächlich verschwinden. Betroffen sind 277 Filialen. 

Metro-Tochter Real: Potenzielle Käufer wollen nur die Immobilien

Nach Informationen des Handelsblatts sind nur noch zwei potenzielle Käufer im Rennen. Es handelt sich um zwei Immobiliengesellschaften, die x+bricks AG und die Redos-Gruppe. Beide sollen rund 900 Millionen Euro für Real geboten haben. Das wollte ein Sprecher von Metro auf Nachfrage jedoch nicht bestätigen: „Wir sprechen mit verschiedenen ernsthaften Interessenten über den Verkauf von Real. Es sind auch in diesem fortgeschrittenen Stadium mehr als zwei.“

Zu Real gehören 65 Immobilien, die restlichen Supermärkte sind angemietet. Auch der Online-Marktplatz Real.de soll verkauft werden. Den Käufern geht es dabei auch gar nicht um die Märkte selbst, sondern nur um die Standorte.

Erst kürzlich hat Real eine drastische Änderung bekannt gegeben, die bis 2020 eintreten soll. Wahrscheinlich wird es dazu gar nicht mehr kommen.

Kaufland könnte Real-Märkte übernehmen - Angestellten droht Entlassung

Da die Supermarktkette vermutlich nicht weitergeführt wird, könnten die Immobilien vermietet werden. Zufälligerweise pflegen die beiden potenziellen Käufer gute Beziehungen zu Kaufland. Die könnten ihre eigenen Märkte in den Räumlichkeiten eröffnen. Klaus Gehrig, der Chef der Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland gehört, hatte schon angekündigt, zahlreiche Real-Standorte übernehmen zu wollen. „Die Finanzierung dafür steht“, sagte er. Insidern zufolge sollen auch schon Führungskräfte ausgebildet werden, die die neuen Filialen leiten sollen. Auch Tegut will Real-Filialen übernehmen.

Den Angestellten von Real droht die Entlassung. Sie demonstrierten bereits im November 2018 vor der Hauptverwaltung. Auf Plakaten stand, dass Real „zum Schlachthof“ geführt werde. 

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Der Metro-Konzern verkündet eine überraschende Wendung beim Verkauf der Real-Märkte.

md

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